„Wir zanken lieber, bis wir erschöpft sind.“

» Die Krone der Schöpfung macht sich abdankend zum Affen und debattiert erbittert Banalitäten, während sie dem eigenen Untergang entgegenrast.

Meinungen haben? Geht immer. Senden auch. Das jedenfalls können wir hervorragend: Streiten und debattieren, ob die Erderwärmung nun »menschgemacht« ist oder nicht. Streiten darüber, ob CO2 gut ist oder schlecht. Streiten über CO2-Steuern. Streiten darüber, ob Greta eine Heilige ist oder ferngesteuert. Streiten über Dämmungsmaterialien und Pelletöfen. Oder darüber, ob e-Mobilität eine Alternative zur Benzinmobilität ist.
Zielführend ist davon nichts. Und es ist nicht nur ein bisschen armselig, es ist hochgradig infantil. Kinder sind hier ausdrücklich entschuldigt. Man könnte sich genauso gut in einem abstürzenden Flugzeug darüber streiten, ob man vor dem nächsten Start die Maschine hellblau oder dunkelblau umlackiert. Ein letzter Aufruf zu gedanklichem Mut und mehr Aufrichtigkeit.

Die aktuelle Situation ist doch viel ernster.
Zwar ist die Erde schon fünfmal weitgehend ausgestorben, hat also zwischen 50 und 80 Prozent ihrer Bewohner verloren – und beileibe nicht immer wegen kosmischer Kiesel, vulgo Asteroiden. Erderwärmung und CO2 waren zuletzt vor 250 Millionen Jahren Ursache für einen 5-Grad-Temperaturanstieg und das weitgehende Ende der Planetenbesiedlung.
Doch im Unterschied zu heute wussten unsere Vorfahren nicht, was sie gegen dieses drohende Ende versuchsweise hätten unternehmen können. Wir wissen es.
Aber wir machen es nicht. Deshalb ist unser zeitnahes Aussterben nicht nur ein bisschen tragisch, sondern regelrecht peinlich.

Wer auf den Untergang vor 250 Millionen Jahren wegen steigender Temperaturen hinweist – bedingt auch, aber nicht nur, durch die Erhöhung der Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre –, gießt natürlich Wasser auf die Mühlen der »Klimaskeptiker«: Sie folgern daraus mit einem lauten »Ha!«, Erderwärmung sei eben nicht menschgemacht, sondern komme vor, das sei ganz natürlich, folge Zyklen.

Hierauf entspinnen sich dann allerorten wilde und wütende Diskussionen von Stammtischbewohnern wie Fachleuten, ob die derzeitige Erwärmung nun unsere (Mit)-Schuld sei oder eben nicht. Vor lauter Begeisterung über das eigene »Wissen« fällt den diametral anderswissenden Diskutanten dabei aber das Wesentliche sofort unter den Tisch, denn: Wenn die Klimaveränderung menschengemacht ist, müssen wir dringend etwas ändern. Wenn sie nicht menschengemacht ist, müssen wir erst recht dringend etwas ändern. Die »Man-made«-Diskussion ist somit überflüssig. Wir müssen so oder so handeln.

Die Frage ist nicht ob, sondern wie: Müssen wir uns jetzt alle nur vegetarisch ernähren und aufs Fahrrad umsteigen, oder müssen wir zusätzlich die Hälfte unserer Hauptstädte zehn Kilometer ins Landesinnere versetzen, Schwefel in die Stratosphäre jagen, Deiche bauen und uns schwer bewaffnen?

Aber bis zu diesen Fragen kommen wir gar nicht im Gespräch. Wir zanken lieber, bis wir erschöpft sind, unsere CO2-Meinungen gehen vorher wie nachher als Freunde oder Feinde auseinander, erreicht haben wir mit der Diskussion nichts, nicht mal einen Erkenntnisgewinn. So sind wir halt, die Großen, die Schlaumeier, die Erwachsenen: Wir hören uns gern labern. Das eigentliche Problem sowie alle Lösungsansätze bleiben dabei unter dem Teppich, und wir gefallen uns im eitlen Streit über Nichtigkeiten.

Sofern wir das nicht ändern, gehen wir unter – und zwar deutlich vor dem Tag, an dem der Klimawandel die Erde für uns unbewohnbar macht. Vermutlich schaffen wir es weit vor diesem Tag X, uns infolge wegen des in unser aller Köpfe fest verdrahteten Wachstumsdiktats nuklear auszulöschen – denn Wachstum benötigt Ressourcen, Ressourcen sind endlich, und das Endspiel um die verbleibenden Bodenschätze sowie die dazugehörigen Transportwege hat längst begonnen, unter der false flag »Freiheit für Irak/Iran/Syrien/Platz für weitere Landesnamen«. […] «

Sven Böttcher | Wir Klimalügner | aus: Die Öko-Katastrophe – Den Planeten zu retten, heißt die herrschenden Eliten zu stürzen; Herausgegeben von Jens Wernicke und Dirk Pohlmann, ISBN 978-3-96789-001-3 | 23.11.2019

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