„Viel zu komplex.“

» […] Nun wäre unsere atomare Auslöschung zwar unterm Strich nur halb so wild – denn unser Planet kommt gut ohne uns klar, und sollte es nur zu einem abermaligen Verlust von 80 Prozent seiner Bewohner kommen, wäre sicher auch die Reduzierung der Menschenlast auf etwa eine Milliarde Köpfe für den Planeten leicht zu verschmerzen.

Aber nicht für Sie persönlich, denn Sie können sicher sein, dass Sie nicht zu den überlebenden 20 Prozent gehören werden. Und, nein, auch dann nicht, wenn sie 18 Dosen Ravioli, zwei Kisten regionales Mineralwasser in Glasflaschen und eine Armbrust im Keller stehen haben und somit angeblich bestens vorbereitet sind.

Selbst im günstigen und unwahrscheinlichen anhaltenden Friedensfall ist in spätestens 5 bis 20 Jahren Schluss, endgültig Schluss mit »lösbar«, und dabei ist fast nebensächlich, welches der im Angebot befindlichen Agenda-2050-Horrorszenarien man wählt, von FSK 6 bis FSK 18. Ob 2 Grad, 3, 4 oder gar 8 Grad Erwärmung (bis 2100) und unabhängig davon, ob wir unsere Beteiligung am Temperaturanstieg der vergangenen Jahre anerkennen oder nicht, sind wir in allen Szenarien existenziell gefährdet.

Ganz gleich, ob man das nun »catchy« aufs CO2 reduziert (als Platzhalter, weil die Komplexität von Klima eben nicht taugt für Demos): Wir sind aufgefordert, unverzüglich zu handeln: heute noch.
Das sind wir allerdings schon seit spätestens 1992, oder sogar seit 1972, seit der Club of Rome seine Erkenntnisse veröffentlichte.
Seither ist unser Handeln also nicht mehr nur fahrlässig, sondern vorsätzlich art- und lebensgefährdend.

Die Komplexität des Problems überfordert uns, selbstredend.
Schon die Rolle des CO2 überfordert uns.
Erst recht die Rolle der Wolken, die für 75 Prozent der Erderwärmung zuständig sind.
Kosmische Strahlung, Sonnenmagnetfeld, Dansgaard-Oeschger, Milankovic-Zyklen? Viel zu komplex.

Wieso blinken schwarze Löcher eigentlich, und »macht« das was? Hier? Und macht es was, in Sachen Klima, dass im Pazifik ein frankreichgroßes Müllmuseum schwimmt? Hat das vielleicht sogar Einfluss auf Ninos, Ninas und irrationale pazifische Kaltzungen? Und wieso wird die Eisschicht an gewissen Stellen gerade sogar dicker, obwohl Grönland wieder Grünland wird? Und was genau ist eigentlich vor nur 10.000 Jahren passiert, als die Welt wälderweise im Wasser versank? Weiß das jemand? (Spoiler: Nein.)

Aber nicht nur weist das Problem über unseren Erkenntnishorizont weit hinaus, es weist auch über unseren Zeithorizont hinaus, und das deutlich – weit über unsere Lebensspanne und Lebenserfahrung.
Aus unserer persönlichen Erfahrung kennen wir ohnehin nur Wetter, nicht Klima. Und wir erfassen nicht annährend die Zusammenhänge, weder die der Klimaentstehung an sich, noch die Zusammenhänge mit unseren paar anderen kleineren Problemen.
Diese Zusammenhänge sind allerdings überlebenswichtig.

Im Schweins- oder Rindsgalopp, exemplarisch an nur wenigen Beispielen angedeutet:

Das Absaufen unserer küstennahen Infrastrukturen wegen »Schmelzeis« – bis zu 2 Meter bis 2100 – sofern wir das Paris-Ziel einhalten werden, was wir nicht tun – ist der älteste Klimahut, infantil prima vermittelbar mittels Knut-Stofftier oder Platzhalter »CO2 ppm«.

Nimmt man die Prognosen zumindest zentimeterweise ernst, drohen der Untergang nicht nur unserer Billig-T-Shirt-Anlage Bangladesch, sondern auch der von beispielsweise 2,4 Millionen amerikanischer Eigenheime im Wert von einer Trillion Dollar, grob geschätzt. Es könnten auch 14 Trillionen sein, man rechnet noch, aber es spielt gar keine so große Rolle – die Reparaturarbeiten sind so oder so gut für’s BIP, siehe unten. […] «

Sven Böttcher | Wir Klimalügner | aus: Die Öko-Katastrophe – Den Planeten zu retten, heißt die herrschenden Eliten zu stürzen; Herausgegeben von Jens Wernicke und Dirk Pohlmann, ISBN 978-3-96789-001-3 | 23.11.2019

Sollte sich der Urheber des hier verlinkten und zitierten Artikels durch das Posten dieser Verlinkung oder dem ganz oder teilweisen Zitieren aus dem verlinkten Artikel in seinem Urheberrecht verletzt fühlen, bitte ich um einen kurzen Kommentar und einen Beleg der Urheberschaft. Das Beanstandete wird dann unverzüglich entfernt. | Eventuelle Werbung in optischer Nähe zu diesem Artikel stammt nicht von mir, sondern vom Social-Media-Hoster. Ich sehe diese Werbung nicht und bin nicht am Verdienst oder Gewinn beteiligt.


Impressum/Datenschutz/Datensicherheit

Über Red Skies Over Paradise

»Das Leben ist nie etwas, es ist nur die Gelegenheit zu einem Etwas.» - Friedrich Hebbel
Dieser Beitrag wurde unter RSOPLink abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu „Viel zu komplex.“

  1. nandalya schreibt:

    Vielleicht würde es der Welt und uns allen helfen, die Kaste der Politiker durch vernünftig denkende Menschen zu ersetzen. Nur so eine Idee.

    Gefällt 1 Person

Hinterlasse hier deinen Kommentar und beachte dabei das Menü/die Seite 'Impressum/Datenschutz/Datensicherheit'. Mit dem Absenden dieses Kommentars erklärst du dich mit der Speicherung und Verarbeitung deiner Daten durch *.wordpress.com einverstanden:

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.