„Was, sagten Sie, ist unser Problem?“

» […] So gefährden wir also durch die vollendet unökonomische Umwandlung von Pflanzen und Wasser in Fleisch das Überleben unseres weltweiten Gesamt-»Stammes« – aber da der verhungernde Rest unseres Stammes außer Sichtweite wohnt, ist uns das tatsächlich weitgehend wurscht.

In Sachen CO2 kann man dieses allumfassende idiotische Drama allerdings getrost links neben dem Teller liegen lassen (sorry, Greta), denn der »Treibhaus-Effekt« unseres oben beschriebenen Treibens beschränkt sich ja nicht nur auf die CO2-Produktion. Wo karge Rinderlandschaften entstehen, ist kein Platz für Bäume.

Bäume fangen CO2, Rinder atmen CO2 aus. Und furzen en passant ausdauernd Methan, ein weitaus wirksameres Treibhausgas als CO2. Und verbrauchen neben Pflanzen auch unheimlich viel Wasser: 18.000 Liter pro Kilo Rindfleisch »auf dem Teller«. Womit wir via Hitze, Dürre, Wälderabfackeln, Leuteverhungernlassen und Gemüse in Steaks oder Tankfüllungen verwandeln am Tellerrand angekommen wären, also beim Wasserglas. »Gefühlt« eher nebensächlich, da wir hierzulande mehr als genug Wasser haben und mittels unserer dämlichen Spartasten mehr Umweltschaden als -nutzen bewirken.

Global betrachtet aber ist Wasser missionskritisch. Nicht nur wegen der 18.000-Liter-Steaks. Auf die wir natürlich verzichten müssten und sollten. Aber ebenso natürlich können wir nicht von unseren chinesischen Brüdern und Schwestern verlangen, dass die ebenfalls verzichten. Nach 50 Jahren täglich Wurst mit Gesicht unsererseits wäre das schlicht grotesk. Ebenso wie unsere unausgesprochen in allen Diskussionen mitschwingende Idee, Chinesen und Inder brauchten ja wohl keinen eigenen sparsamen Erstwagen, nachdem wir seit 1945 bereits pro Kopf eine ganze Fahrzeugflotte an Kleinwagen und SUVs gegen Schrottprämien ums Eck gefahren haben.

Und, doch, tatsächlich erfordert auch die Produktion von Autos Wasser. Sowie Stahl. Am Rande bemerkt, es lässt sich auf diesem Planeten schlicht nicht mehr genug Stahl herstellen für die gewünschten paar Milliarden weiterer Autos. Aber die Inder könnten natürlich umsteigen auf … Plastik. Und E-Motoren. Also Batterien. Der Abbau einer lächerlichen Tonne Lithium erfordert etwa 2 Millionen Liter Wasser.

Von Peter Gleick stammt der schön unschöne Satz: »Wenn der Klimawandel ein Hai ist, sind die Wasserresourcen seine Zähne.« Ein Prozent des weltweit verfügbaren Wassers ist »blaues Gold« – also trinkbar und zugänglich. Wir geben uns größte Mühe, unsere Vorräte zu reduzieren. Die UN gehen davon aus, dass 2050 eine Milliarde Menschen nur eingeschränkten Zugang zu Frischwasser haben werden. Zunehmende Dürren sind hierbei nicht »eingepreist«, ebenso wenig die nicht unwahrscheinliche Zunahme der Weltbevölkerung auf mehr als 10 Milliarden.

Vor diesem Hintergrund wird das Drama fast nebensächlich, dass auch die 99 Prozent nicht trinkbaren Wassers auf unserem blauen Planeten ein Problem darstellen, weil die sich erwärmenden Meere als CO2-Senken allmählich unbrauchbar werden. Und dass inzwischen jeder einzelne Meeresbewohner zumindest teilweise aus Nanoplastik besteht, können wir ebenfalls vernachlässigen. Bis 2050 wird eine Verdreifachung der weltweit produzierten Plastikmenge erwartet: Zu dem Zeitpunkt wird das Gesamtgewicht des Plastiks in den Meeren höher sein als das seiner Bewohner.

Was, sagten Sie, ist unser Problem? CO2? […] «

Sven Böttcher | Wir Klimalügner | aus: Die Öko-Katastrophe – Den Planeten zu retten, heißt die herrschenden Eliten zu stürzen; Herausgegeben von Jens Wernicke und Dirk Pohlmann, ISBN 978-3-96789-001-3 | 23.11.2019

Sollte sich der Urheber des hier verlinkten und zitierten Artikels durch das Posten dieser Verlinkung oder dem ganz oder teilweisen Zitieren aus dem verlinkten Artikel in seinem Urheberrecht verletzt fühlen, bitte ich um einen kurzen Kommentar und einen Beleg der Urheberschaft. Das Beanstandete wird dann unverzüglich entfernt. | Eventuelle Werbung in optischer Nähe zu diesem Artikel stammt nicht von mir, sondern vom Social-Media-Hoster. Ich sehe diese Werbung nicht und bin nicht am Verdienst oder Gewinn beteiligt.


Impressum/Datenschutz/Datensicherheit

Über Red Skies Over Paradise

»Das Leben ist nie etwas, es ist nur die Gelegenheit zu einem Etwas.» - Friedrich Hebbel
Dieser Beitrag wurde unter RSOPLink abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse hier deinen Kommentar und beachte dabei das Menü/die Seite 'Impressum/Datenschutz/Datensicherheit'. Mit dem Absenden dieses Kommentars erklärst du dich mit der Speicherung und Verarbeitung deiner Daten durch *.wordpress.com einverstanden:

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.