„Expertinnen und Experten schauen sich schon um, was momentan im Süden oder Südosten Europas für Baumarten wachsen“

» […] In den Hochlagen normalerweise, in den Alpen zum Beispiel. Da wird die Fichte hoffentlich auch noch länger vorkommen, aber im Tiefland, wo sie flächendeckend in den letzten Jahrhunderten angebaut wurde, da wird sie sicherlich in den nächsten Jahrzehnten und Jahrhunderten verschwinden.
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Ich schätze, wir müssen uns im Tiefland einfach von ihr verabschieden. Wenn wir den Klimawandel jetzt nicht noch irgendwie in letzter Sekunde gedreht bekommen und ihn aufhalten können, dann wird das sonst leider nichts.
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Fast jeder Dachstuhl unserer Häuser ist aus Fichte gebaut. […] Es gibt verschiedene Ideen, welche Baumarten denn infrage kommen könnten, dieses Nadelholz der Fichte zu ersetzen. Da werden die Tanne und die Douglasie genannt.
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Und das kann natürlich grundsätzlich mit jeder Baumart passieren, deswegen ist das große Rezept, was momentan gefahren wird: Wir mischen das Ganze einfach so stark durch, dass selbst wenn ein Käfer kommt, dass der nicht den ganzen Bestand auffrisst, sondern es eben nur einzelne Bäume trifft.
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wenn wir jetzt anfangen, Mischkulturen zu pflanzen und Mischwälder zu etablieren, dann dauert das 120, 150, 200 Jahre, bis wir da ein Ergebnis sehen.
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Es sind weniger die Temperaturen, sondern es ist vor allen Dingen der fehlende Regen. In Kombination mit der Temperatur macht es dann eben vielen Baumarten, zum Beispiel momentan der Fichte, komplett den Garaus, aber vor allem ist es eben das fehlende Wasser.
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Ob wir tropische Baumarten brauchen, so weit ich noch nicht gehen, aber Expertinnen und Experten schauen sich schon um, was momentan im Süden oder Südosten Europas für Baumarten wachsen und überlegen, ob man die vielleicht nicht auch hier versuchsweise oder beigemischt auch anpflanzen könnte. […] «

Maike Wanders (Schutzgemeinschaft Deutscher Wald) im Gespräch mit Georg Ehring :: Deutschlandfunk :: 03.08.2020 :: Waldschäden durch Trockenheit: „Wir müssen uns von der Fichte im Tiefland verabschieden“ ::

Hören:
https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2020/08/03/fichten_in_deutschland_vor_dem_aussterben_interview_mit_dlf_20200803_1136_39e1639c.mp3

Lesen: https://www.deutschlandfunk.de/waldschaeden-durch-trockenheit-wir-muessen-uns-von-der.697.de.html?dram:article_id=481681

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2 Antworten zu „Expertinnen und Experten schauen sich schon um, was momentan im Süden oder Südosten Europas für Baumarten wachsen“

  1. Ja, so ist das, Bäume pflanzt man nicht für die Gegenwart, sondern für die Zukunft.

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  2. gkazakou schreibt:

    Ich finde,dass die reinen Fichtenwälder sowieso ein Graus sind. Industrieholzanlagen. Es wird Zeit, den deutschen Wald zurückzubringen, der fast überall Mischwald war. Laubbäume sind auch klimatisch viel anpassungsfähiger, wegen ihrer langen Wachstumspausen, in denen sie Kraft (und Chlorophyll) in den Wurzeln sammeln. Attika tB war im Altertum mit Eichenwäldern bedeckt, heute leider auch fast nur noch mit den brandgefährlichen Pinien.

    Gefällt 1 Person

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