„stellen Sie sich die Frage, was eigentlich passiert ist, dass Phänomene des frühen Kapitalismus in seiner brachialen Form zum heutigen Alltag der Bundesrepublik Deutschland gehören“

» […] Im Jahr 1904 beauftragte Fred Warren […], der Herausgeber der sozialistischen Zeitschrift „Appeal to Reason“, einen gewissen Upton Sinclair […] damit, etwas über die Zustände in der Chicagoer Fleischindustrie zu schreiben. Sinclair machte sich auf den Weg und nahm die Union Stock Yards, eine Konservenfabrik mit 20.000 Beschäftigten, unter die Lupe.
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Er sprach mit Arbeiterinnen und Arbeitern, die vorwiegend Immigranten aus dem Baltikum waren. Was er erfuhr, war niederschmetternd. Die Bezahlung war miserabel, das Arbeitstempo höllisch, die ewige Kälte unerträglich, die Sicherheit ein Witz und die Hygiene verdiente den Namen nicht.
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Das erstellte Gutachten hatte tatsächlich Gesetze zur Folge, die sich auf die Hygienebedingungen bezogen und einiges veränderten.

Weder die lausige Bezahlung, noch die erbärmliche Unterbringung, nicht die heikle Arbeitssicherheit und auch nicht die Krankenversorgung der Arbeiterinnen und Arbeiter spielten eine Rolle.
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dass zwischen den von Upton Sinclair dargestellten Verhältnissen im Jahr 1905 und den Berichten, die momentan, im Jahr des Herrn 2020, in der Tagespresse zu lesen sind, keine sonderlich großen Unterschiede bestehen.
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stellen Sie sich die Frage, was eigentlich passiert ist, dass Phänomene des frühen Kapitalismus in seiner brachialen Form zum heutigen Alltag der Bundesrepublik Deutschland gehören.

Die dreckigen, elenden, missachteten Arbeiten werden von Menschen aus anderen Ländern verrichtet, die aus den ärmsten Ländern Europas herangekarrt, unterhalb des Mindestlohns bezahlt und wie die vorher massakrierten Schweine untergebracht werden.
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neben denen, die durch ihr direktes Handeln verantwortlich sind, sind es auch die, die die Produkte konsumieren.
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Und wenn sie [die Preise] steigen, wird vielleicht auch dem letzten Trottel deutlich, dass dieses Land zu einem Billiglohnland degeneriert ist, in dem nicht nur die Rumänen und Bulgaren aus dem Rinnstein auf all den Reichtum starren, sondern auch viele teutonische Konsumenten am Absturz balancieren, während Milliardäre und Konservenkönige lauthals ihr Leid klagen. […] «

Gerhard Mersmann :: Neue Debatte :: 25.06.2020 :: Appeal to Reason: Der Kapitalismus und das Fleisch :: https://neue-debatte.com/2020/06/25/appeal-to-reason-der-kapitalismus-und-das-fleisch/

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