Braune Bullen – Vertrauen in die Polizei? – Die Kolumnisten. Persönlich. Parteiisch. Provokant.

»  […] Als bei mir am 1.8.2015 eine sogenannte Swatting-Attacke stattfand war ich zunächst noch voller Urvertrauen in die Polizei. Das bröckelte dann schon ein wenig, als mir ein Beamter noch am selben Tag am Telefon sagte: „Sie waren doch derjenige, der sich vehement gegen eine Vorratsdatenspeicherung ausgesprochen hat.“

Erst verspürte ich ja noch so etwas wie Fassungslosigkeit, dann dachte ich ganz arglos, ach guck, bei der Polizei wird Deine Kolumne auch gelesen. Erst später und weil die Ermittlungen der Polizei (Stichwort: Staatsschutz ist eingeschaltet – das klingt immer so markig, bedeutet aber nur, dass eine spezielle Abteilung die Arbeit macht oder auch nicht) so gar nichts brachten, obwohl der Täter ja bei der Polizei angerufen hatte, machte mich das alles stutzig. Woher wusste der Täter denn, dass es auf der Wache einen Telefonanschluss gab – und vielleicht immer noch gibt –, bei dem die Rufnummer des Anrufers nicht gespeichert wird? Woher kannte der meine Privatadresse, die seit Jahren in keinem öffentlichen Verzeichnis mehr steht, nachdem ich von einem iranischen Prozessgegner mit Kontakten zum iranischen Geheimdienst in einer Familiensache mit den Worten bedroht wurde: „Sie haben mir meinen Sohn genommen, ich werde Ihnen Ihre Kinder nehmen“? Damals wäre ich in meinem unerschütterlichen Glauben an die Polizei nicht im Traum darauf gekommen, dass der Täter möglicherweise seine Informationen aus einem Polizeicomputer haben könnte oder gar selbst ein Polizist ist. Nach den Vorgängen der letzten Jahre und Monate bin ich mir da heute nicht mehr so sicher. Ich traue zunächst einmal – bis auf meinem Schwiegersohn – keinem Polizisten mehr und nahezu jedem alles zu.

 […]

Ich möchte nicht irgendwann in jedem Polizeibeamten einen bewaffneten Rechtsradikalen sehen. Dafür muss jetzt aber etwas passieren. Das Vertrauensgelaber reicht nicht. Es müssen jetzt sehr schnell Nägel mit Köpfen gemacht werden, und jeder braune Bulle muss den Stall endgültig verlassen. Ich möchte irgendwann einmal wieder in jedem Polizisten den Schutzmann sehen und nicht denjenigen, dem am liebsten wäre, wenn ich und viele andere keine Zeile mehr schreiben und sich nicht mehr für Menschenrechte von Fremden einsetzen würden.

Eine Polizei, die das Grundgesetz verteidigt, wird in dieser Zeit dringender als je benötigt. Eine Polizei, in deren Reihen Verfassungsfeinde tätig sind, ist eine elementare Gefahr für die Demokratie und jeden von uns. Das darf nicht sein. Aber nur weil es nicht sein darf, bedeutet das leider nicht, dass es nicht sein kann.

P.S.: Für die vereinigten Freunde des Hufeisens. Ich habe mir mal die Mühe gemacht und recherchiert, ob es auch linksextremistische Chatgruppen gibt und siehe da, bisher hat es so etwas nicht gegeben. Meine diesbezügliche Frage in einer großen Gruppe von Strafverteidigern und Fachanwälten für Strafrecht stieß auf großes Gelächter. Wie mag das wohl kommen? […] «

Quelle: Braune Bullen – Vertrauen in die Polizei? – Die Kolumnisten. Persönlich. Parteiisch. Provokant.


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