Während die Bewohner von Villabajo noch damit beschäftigt sind, zu prüfen, ob eine Maskenpflicht grundgesetzwidrig ist, sind die Bewohner von Villarriba schon dabei, die Klimakatastrophe zu mildern.

» […] Wenn Bürgerinnen und Bürger selbst über den Kurs der Regierung entscheiden, sind ihre Vorschläge überraschend radikal. Das Tempo runter auf maximal 110 Kilometer pro Stunde, keine Inlandflüge mehr und in Kantinen soll künftig immer Veggie-Day sein. Diese Aufzählung ist keine Wunschliste einer Umweltorganisation, sondern der Wille des französischen Volkes. Oder zumindest eines repräsentativen Teils davon: vom Bürgerrat.
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Ende Juni hat der französische Bürgerrat 149 Empfehlungen zum Klimaschutz verabschiedet. […] Das temporäre Gremium besteht aus 150 zufällig ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern. Dabei wurde auf eine demografisch möglichst repräsentative Auswahl von Jungen und Alten, Männern und Frauen, urbanen und nicht-urbanen Bürgern sowie Mitgliedern verschiedener Bildungs- und Vermögensstände und Migrationshintergründe geachtet.
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Die erarbeiteten Massnahmen sollen den CO2-Ausstoss Frankreichs bis 2030 um 40 Prozent reduzieren.
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Die Ratsmitglieder sind beispielsweise dafür, eine Kerosinsteuer zu erheben und den Neu- und Ausbau von Flughäfen zu verbieten.

Inlandflüge soll es ab 2025 gar nur noch geben, wenn es auf der betreffenden Strecke keine Alternativen gibt.

Die private Nutzung von Autos soll durch Anreize reduziert werden, alle Gebäude sollen bis 2040 energetisch saniert sein.

Werbung für klimaschädlichere Produkte wie SUVs oder Fleisch soll untersagt werden.

Produkte, die in Frankreich verkauft werden, sollen zwingend reparierbar sein und Plastik schon ab 2023 umfassend recycelt werden.

Firmen, die hohe Dividenden ausschütten, sollen künftig einen Teil davon zum Klimaschutz abtreten.

die Tempo-110-Vorlage schaffte es mit 60 Prozent Zustimmung […] knapp ins Papier

Bedürftige [sollen] beispielsweise Gutscheine für lokales Bio-Essen bekommen. Finanziert werden soll der Wandel durch eine Reichensteuer.

Der Schutz der Umwelt soll in der französischen Verfassung verankert werden.

Der Rat möchte dazu zusätzlich den Straftatbestand des «Ökozids» einführen.

Der Bürgerrat empfiehlt ausserdem das Wirtschafts- und Handelsabkommen CETA der Europäischen Union mit Fokus auf Umweltziele neu zu verhandeln.
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Die vom Klima-Bürgerrat erarbeiteten Punkte sind nur Vorschläge. Nicht darauf einzugehen kann sich der französische Präsident Emmanuel Macron aber politisch kaum leisten.
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Macron hat am 30. Juni bereits angekündigt, dass er 146 der 149 Vorschläge des Klimarates ins Parlament einbringen möchte.
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Der erste Bürgerrat, der sehr weitreichende Ideen auf den Weg brachte, war eine «Citizens Assembly» in Irland. Ihre Vorschläge sorgten 2015 dafür, dass im katholischen Irland die «Ehe für alle» durch ein Referendum legalisiert wurde. […] «

Daniela Gschweng :: ZE!TPUNKT :: 07.07.2020 :: Keine Inlandflüge mehr, nur reparierbare Produkte und jeden Tag «Vegi-Tag» – In Frankreich haben Bürger und Bürgerinnen weitreichende Vorschläge zum Klimaschutz vorgelegt. Sie möchten für das Klima sogar die Verfassung ändern. :: https://www.zeitpunkt.ch/keine-inlandfluege-mehr-nur-reparierbare-produkte-und-jeden-tag-vegi-tag

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2 Antworten zu Während die Bewohner von Villabajo noch damit beschäftigt sind, zu prüfen, ob eine Maskenpflicht grundgesetzwidrig ist, sind die Bewohner von Villarriba schon dabei, die Klimakatastrophe zu mildern.

  1. gkazakou schreibt:

    die Bürger werden eben weniger von Lobbyisten korrumpiert als die Regierungen.

    Gefällt 2 Personen

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