Hyperhedonie V: Child in time (Kind der Zeit)

Deep Purple spielten im August 1972 in Japan Konzerte und veröffentlichten im Dezember des Jahres die Essenz als Doppel-LP. Den Kritiken, auf wikipedia festgehalten, ist nichts hinzuzufügen:

» Robert Pöpperl-Berenda schrieb in dem deutschen Magazin ‚Rock Hard‘ folgendes Review: „Die Mutter aller Livealben […]! Was Purples Haus- und Hof-Engineer Martin Birch […] mit Equipment, das heute nicht einmal mehr Homerecording-Standard erreicht, gezaubert hat, ist nie übertroffen worden. […] Das Gros der Aufnahmen stammt von der Show in Ōsaka am 16. August 1972. […] Höhepunkt ist natürlich Child in Time, das in dieser Version jedem Satelliten, der unser Sonnensystem verlässt, beigelegt werden sollte. Aliens hätten dann eine klare Vorstellung von der bestmöglichen Musik, die sie auf unserem Planeten finden können. […] «

» Jürgen Roth und Michael Sailer schrieben in dem Buch Deep Purple, die Geschichte einer Band: Made in Japan besticht durch seine „instrumentale Raserei“, der „epischen Breite und Dichte der dargebotenen Stücke“ und gilt als „Idealbild, Summe und Vollendung der Siebziger-Jahre-Hard-Rock-Idee“. «

Ich kann mich an diesem Album niemals satt hören. ‚Highway star‘ pumpt meinen Körper voll Adrenalin und bei ‚Child in time‘ richten sich alle Härchen auf und Gänsehaut flutet die Hautoberfläche.
Ein Radio-Moderator meinte einmal, Ian Gillans „Gesang“ in diesem Song entspricht dem Ur-Schrei (der Rockmusik).

Und es ist viel wert, wenn Rock-Gitarristen und -Organisten/Pianisten eine klassische Musik-Ausbildung genossen haben.

Entstanden ist ‚Child in time‘ 1969 in einer Stimmung, die geprägt wurde vom Kalten Krieg und der atomaren Bedrohung. Auch hier: zeitlos; wir warten bis heute auf den Querschläger. Wir, die WählerInnen, fallen den die politische Macht Missbrauchenden nicht in den Arm, wir legitimieren sie sogar alle vier Jahre. Die schießenden Blinden haben sich derweil vervielfacht.

Ich hoffe, du bist nicht anhedonisch [1] und kannst diesen Song genauso genießen, wie ich:

» Süßes Kind,
Mit der Zeit wirst du die Linie erkennen,
Die Linie, die gezogen ist
Zwischen Gut und Böse.

Schau auf den Blinden,
Der auf die Welt schießt.
Die Kugeln fliegen,
Oh, sie fordern Tribut.

Wenn du böse gewesen bist,
Oh Herr, ich wette, das warst du,
Und du nicht getroffen wurdest
Vom umherfliegendem Blei,

Dann schließe besser deine Augen,
Ooohhhh, neige dein Haupt
Und warte auf den Querschläger.

Ich will dich singen hören. «

Das Video lässt sich leider nur direkt auf youtube abspielen: hier

Deep Purple
Child in time

[1]: https://www.psychologie-heute.de/leben/40758-wenn-musik-kalt-laesst.html


Impressum/Datenschutz/Datensicherheit

Über Red Skies Over Paradise

»Das Leben ist nie etwas, es ist nur die Gelegenheit zu einem Etwas.» - Friedrich Hebbel
Dieser Beitrag wurde unter RSOPHyperhedonie, RSOPmusic abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Hyperhedonie V: Child in time (Kind der Zeit)

  1. nandalya schreibt:

    Made in Japan ist nun mal gut. Deep Purple kenne sogar ich.

    Gefällt 1 Person

Hinterlasse hier deinen Kommentar und beachte dabei das Menü/die Seite 'Impressum/Datenschutz/Datensicherheit'. Mit dem Absenden dieses Kommentars erklärst du dich mit der Speicherung und Verarbeitung deiner Daten durch *.wordpress.com einverstanden:

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.