„Weltweit gesehen speichern Feuchtgebiete etwa doppelt so viel Kohlendioxid wie alle Wälder zusammen“

» […] Immer mehr Gewässer enthalten zu wenig Sauerstoff aber zu viele Nährstoffe aus der Landwirtschaft, oder sie drohen auszutrocknen. Forscher und Forscherinnen warnen vor den Auswirkungen und fordern Klimaschutzmaßnahmen.
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„Wenn es zum kompletten Sauerstoffschwund kommt, dann ist für Fische, die dort leben – und das ist der Fall bei der Fontanemaräne – schlicht überhaupt kein Lebensraum mehr vorhanden. Das heißt, dieser Fisch, der nur im Stechlinsee vorkommt, würde aussterben. Und da sind wir, glaube ich, sehr nah dran.“
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Weil weniger kaltes Wasser nach oben kommt [im Herbst und Frühjahr], ist das Oberflächenwasser des gesamten Sees in den vergangenen Jahren zwei Grad wärmer geworden. So wie in vielen Seen auf der Erde.
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absolute synchrone Entwicklung [bei mehreren Hundert Seen weltweit], sehr starkes Indiz für einen großräumigen Prozess in dem Klimawandel
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„Wir haben in den letzten zehn Jahren massive Anstiege der Konzentration [Phosphorgehalt] bekommen im Freiwasser. Seit 2010 eine Vervierfachung – also das sind wirklich gigantische Steigerungsraten.“

Enthält ein Gewässer viel Phosphor, vermehren sich dort Bakterien, Algen, Pilze und winzige Krebstiere stärker. Dieses Plankton trübt das Wasser und sorgt dafür, dass der Sauerstoffgehalt weiter sinkt. Fachleute sprechen von Eutrophierung, auch das eine typische Folge der Klimakrise.
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„Wir haben ein Wasser-Quantitätsproblem als erstes. Und das äußert sich zum Beispiel dadurch, dass Feuchtgebiete austrocknen, dass Auengebiete austrocknen. Wir haben ein Qualitätsproblem. Zum Beispiel Sauerstoffzehrung in Seen, in Fließgewässern. Das schädigt auch Organismen. Und damit haben wir drittens auch ein Problem für die Organismen und für die Biodiversität.“
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Auch die Fischbestände schrumpfen – und damit die Nahrungsgrundlage für Millionen Menschen. Deshalb fordern die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in ihrem „World Climate Statement“ konsequente Schritte, um den Kohlendioxid-Ausstoß zu senken.
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„Kleine Fließgewässer trocknen teilweise aus. In den großen Fließgewässern haben wir eben dieses Problem, dass diese Anbindung an die Auen, also an die wichtigen seitlichen Lebensräume, die mit dem Gewässer verbunden sind, dass die beeinflusst sind. Und auch das Eutrophierungsproblem, das ist das, was wir tatsächlich in Fließgewässern beobachten. Der Rhein ist ein typisches Beispiel.“
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„Wir haben eine Verzögerung im System. Wir haben Dürrejahre, haben aber dann keine richtige Erholung. Und schlittern wieder ins nächste Dürrejahr rein. Das heißt, wir müssen uns tatsächlich auch anpassen an den Klimawandel. Wir müssen sehr genau identifizieren: An welchen Stellen können wir Gewässerökosysteme entlasten?“
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die Menschen [haben] […] Gewässersysteme stark verändert: Gräben gebaut, um Feuchtgebiete trockenzulegen […]. Felder überdüngt, sodass zu viele Nährstoffe ins Wasser geschwemmt werden. Flüsse begradigt und damit zum Austrocknen von Auen beigetragen. Vieles davon muss rückgängig gemacht werden
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„Wenn wir es wieder schaffen, mehr Feuchtgebiete zu schaffen, die Auen in den Fließgewässern zu erhalten, dann können wir mehrere Ziele gleichzeitig erhalten. Zum einen ist das positiv für die Biodiversität in den Fließgewässern. Weil ein konstanterer Wasserfluss oder ein geringeres Risiko des Austrocknens dort vorherrscht. Auf der anderen Seite ist das aber auch sehr positiv für den Bodenschutz.“
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Weltweit gesehen speichern Feuchtgebiete etwa doppelt so viel Kohlendioxid wie alle Wälder zusammen. […] «

Sven Kästner :: Deutschlandfunk Kultur, Zeitfragen :: 20.10.2020 :: Gefährdete Gewässer: Die Wissenschaft schlägt Alarm ::
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