Es gibt noch viel zu beobachten, zu studieren.

» […] Eine Infektion mit dem Coronavirus ist mehr als nur eine Atemwegsinfektionen. Das Virus kann vielfältige Beschwerden verursachen, den Geruchs- und Geschmackssinn stören, Nieren- oder Herzprobleme auslösen, in seltenen Fällen auch eine Zuckerkrankheit oder auch neurologische Probleme. Viele Menschen, die die Infektion längst überstanden haben, klagen weiterhin über Probleme. Statistische gesehen am häufigsten seien Erschöpfungszustände, sagte Professor Clemens Wendtner, Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie, Immunologie, Palliativmedizin, Infektiologie und Tropenmedizin an der München Klinik Schwabing, im Dlf.
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Die Nieren seien sehr häufig bei einer COVID-19-Erkrankung betroffen […]. Wenn das Virus in der Nähe der Niere nachweisbar sei, steige die Wahrscheinlichkeit für akutes Nierenversagen.
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35 bis 85 Prozent der COVID-Patienten entwickeln auch Langzeitfolgen, die von der Lunge ausgehen, aber auch das Herz betreffen können. Geruchs- und Geschmacksstörungen sind nicht zu vergessen, aber auch weitere Symptome, die schwer zu greifen sind. „Brain Fog“ ist ein Begriff im englischsprachigen Raum. Die Patienten sind ein bisschen vernebelt, aber auch Depressionen können auftreten.
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Von der Statistik her am häufigsten ist ein Erschöpfungszustand, also eine Art Fatigue, oft verbunden mit einer mangelnden Belastbarkeit im Alltag. Die zweite Langzeitfolge sind Einschränkungen der Lungenfunktion, also Kurzatmigkeit insbesondere bei Belastung.
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also die Blut-Hirn-Schranke durch die Viren überwunden werden kann. Man kann Veränderungen im Hirngewebe nachweisen
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man muss ein Augenmerk auf die Patienten haben, bei denen es eben auch chronisch wird. Wir sprechen davon, wenn Symptome mehr als zwölf Wochen bestehen bleiben, dass es eine Chronifizierung geben kann
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Wir sehen […] nach vier Wochen sogenannte post-akute Beschwerden. Das heißt noch nicht, dass alle Patienten chronische Beschwerden entwickeln. Das trifft definitionsgemäß erst nach drei Monaten zu. Es gibt auch eine interessante Studie bei sehr fitten Athleten, wo 46 Prozent dieser Athleten auch Herzmuskelentzündungen, also eine Myokarditis aufwiesen.
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Auch schwankende Stimmungen sind bekannt. […] Ganz wichtig sind Psychotherapien, Gesprächstherapien […]

schauen, dass aus so einer Stimmungsschwankung nicht doch mehr entsteht wie eine Depression oder eine Angststörung.
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Remdesivir ist eine Therapie, wenn ein Patient symptomatisch ist, Sauerstoffeinbrüche hat und Lungenveränderungen im CT nachgewiesen wurden. Ist das die Indikationsstellung, würden wir das auch verschreiben. Dexamethason ist eher eine Substanz, die wir in der Spätphase unserem Patienten verordnen würden, wenn das Virus nicht mehr im Vordergrund steht, sondern die Entzündung wieder eingefangen werden müsste. […] «

Clemens Wendtner (Chefarzt der München Klinik Schwabing) im Gespräch mit Christian Floto :: Deutschlandfunk Sprechstunde :: 06.10.2020 :: Langzeitfolgen von COVID-19: „Genesung kann Wochen, sogar Monate dauern“ ::
Hören: mp3 direkt vom Deutschlandfunk abspielen oder Hören/Lesen: Webseite des Deutschlandfunks

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8 Antworten zu Es gibt noch viel zu beobachten, zu studieren.

  1. nandalya schreibt:

    Viele lesen lediglich die Meldung und schon bricht noch mehr Angst und Panik aus. Du wirfst immer nur Brocken hin, die für die meisten unverdaulich sind. Diesen Kommentar hätte ich mir ergänzend zu dem Blog gewünscht. Aber wie fast immer muss ich ihn dir aus der Nase ziehen.

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  2. nandalya schreibt:

    Es kann keine Langzeitstudien zu Covid-19 geben. Langzeit bedeutet Jahre und nicht wenige Monate. Alles was diese Ärzte beschreiben trifft auf die Influenza-, Rhino- und bereits bekannten Coronaviren ebenfalls zu.

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    • Wer lesen kann, dem werden auch die Grundrechenarten geläufig sein, und nachrechnen können, dass aktuell unter den Begriff „Langzeit“ im Zusammenhang mit COVID-19 30, 60, 90 und 180 Tage gemeint sind und uns diese Studien sicherlich noch mehrere Jahre begleiten werden.
      Von einer Impfung erhofft man sich nicht die Vermeidung einer Infektion, sondern deren milderen Verlauf.
      Was jetzt bewusst wird, ist, dass das Wissen um die Gefährlichkeit der Influenza verloren gegangen ist. Gut, dass die Risiken und Nebenwirkungen von Infektionskrankheiten nun mehr in den Fokus rücken.
      Was sind wir bereit aufzugeben, was sind wir bereit zu entschleunigen, um jährlich (zehn-)tausende unnötig an Infektionen Verstorbene zu schützen.
      Weder wird es einen allumfassenden Schutz für Alte und Risikogruppen geben, noch wird es eine uneingeschränkte Freiheit für Junge und Nicht-Risikogruppen geben.
      Wenn es nicht gelingt, einen gesundheitlichen Generationen-Vertrag zu schließen, wird es zukünftig zwischen den Generationen ungemütlich zugehen.
      Entschleunigug tut Not.

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  3. thinkabout schreibt:

    Wenn 35 bis 85 Prozent der Erkrankten mit teilweise so schweren Langzeitfolgen rechnen müssten, würde das in der öffentlichen Debatte rund um das Pflegepersonal viel mehr betont werden

    Gefällt 1 Person

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