Meine Serien-Highlights des Jahres 2020 (Top Ten).

Hier, in der Reihenfolge der Begeisterung:

  • Tales from the Loop

Diese Serie hat mich verzaubert. Großes Kino. Fürs Auge. Fürs Herz. Auch für den Verstand.

„Tales from the Loop ist eine US-amerikanische Science-Fiction-Fernsehserie, die auf der gleichnamigen Graphic Novel des schwedischen Künstlers Simon Stålenhag basiert. Die Serie spielt zu einer unbestimmten Zeit im Dorf Mercer im US-Bundesstaat Ohio. Unter dem Dorf befindet sich eine unterirdische Forschungseinrichtung, das Mercer Center for Experimental Physics (MCEP), auch The Loop (schwedisch: Slingan) genannt. Die Einflüsse des Loops und der dort durchgeführten Experimente führen im Dorf zu merkwürdigen Begebenheiten, die das Thema der Serie bilden.“

„Das Zusammenspiel von Darstellern, visueller Inszenierung und der Storys ist wunderbar charmant und anrührend, melancholisch und liebevoll wird man immer tiefer in die dramatische Geschichte der Charaktere hineingezogen, die lauter überraschende Wendungen zu bieten hat.“

Mein Serien- und Film-Highlight des Jahres.

Kritik: https://www.moviejones.de/kritiken/tales-from-the-loop-kritik-5904.html#:~:text=Kritik%20Tales%20from%20the%20Loop&text=Das%20Zusammenspiel%20von%20Darstellern%2C%20visueller,%C3%BCberraschende%20Wendungen%20zu%20bieten%20hat.

 

  • Homecoming

Aber nur die erste Staffel aus 2018 (sparen Sie sich die zweite Staffel).

„Im Zentrum der Handlung steht Heidi Bergman, die 2018 als Beraterin in einem Programm der privaten Einrichtung Homecoming arbeitet. Das ihr zu verstehen gegebene Ziel des Programms ist es, posttraumatisch belastungsgestörten US-Soldaten bei der Wiedereingliederung in das zivile Leben zu helfen. Bergmans Arbeit wird vor allem am Beispiel des ehemaligen Soldaten Walter Cruz geschildert.“

Julia Roberts spielt Heidi Bergman und Stephan James spielt Walter Cruz. Es ist eine Freude beiden zuzusehen. Bei Julia Roberts schauspielerische Fähigkeiten kann ich nie richtig einschätzen. Doch sie sucht sich Rollen aus, bei denen ihre Ausstrahlung zum Tragen kommt. Und wie sie strahlt. Als Zuschauer hat man einen kleinen Wissensvorsprung und es ist fesselnd mitzuerleben, wie Julia Roberts dem Geheimnis langsam auf die Spur kommt. Und das Ende der ersten Staffel unterläuft glücklicherweise die Erwartung des Zuschauers, vielleicht aber auch nur meine.

Details (Spoiler-Warnung): https://de.wikipedia.org/wiki/Homecoming_(Fernsehserie)

Kritik: https://www.sueddeutsche.de/medien/homecoming-serie-julia-roberts-amazon-1.4194265

 

  • Dark

Dark entdeckte ich in diesem Jahr anlässlich der Veröffentlichung der dritten Staffel und ich schaute von Beginn an und war von der ersten bis zu letzten Einstellung fasziniert.

Die Macher Baran bo Odar und Jantje Friese kannte ich bereits vom Film „Das letzte Schweigen“, der mich beeindruckte.

„Die Handlung der Serie spielt in der fiktiven deutschen Kleinstadt Winden, in der zunächst das Verschwinden zweier Kinder für Aufsehen sorgt, in der Folge jedoch die düsteren Geschichten, Geheimnisse und Verwandtschaften von vier eng miteinander verbundenen Familien aufgeklärt werden, die durch eine komplizierte Aneinanderreihung von Zeitreisen und anderen Verschwörungen über Generationen miteinander verbunden sind. Im Laufe der Serie wird der Ursprung dieser Verbindungen und die philosophischen Implikationen von Zeit und deren Konsequenzen für das menschliche Leben behandelt.“

Ich habe mir alle 26 Folgen an vielen Tagen hintereinander angesehen und war und bin immer noch tief beeindruckt. Diese Serie umfasst nahezu alle Genres. Sie sollten sich die Serie nur am Stück anschauen, wenn Sie in stabiler psychischer Verfassung sind; ansonsten schauen Sie lieber klassisch: jede Woche eine Folge.

Das Einzige, was ich ein klein wenig negativ anmerken muss, ist, dass man der dritten Staffel zu wenig Zeit gegeben hat. Der Inhalt hätte ruhig ein paar Folgen mehr vertragen.

PS: Nach den drei Staffeln „Twin Peaks“ ist das die zweite Serie, bei der ich mit Papier und Bleistift vorm Bildschirm gesessen habe, um mir die Beziehungsgeflechte zu verbildlichen.

Details (Spoler-Warnung): https://de.wikipedia.org/wiki/Dark_(Fernsehserie)

Kritik (Spoiler-Warnung): https://www.prisma.de/news/Dark-Kritik-zur-3.-Staffel-Deutsche-Netflix-Serie-endet-furios,26473294

 

  • Too old to die young

Trigger-Warnung: Gewalt!

Ein Serien-Meisterwerk der Langsamkeit (viele langsame 360-Grad-Wendungen der Kamera). Anders lässt sich die gezeigte und erahnte Gewalt wohl nicht aushalten. Nicht Gewalt um der Gewalt willen. Kein Ausleben von Voyeurismus. Ich kann mir gut vorstellen, dass es mittlerweile viele Orte auf dieser Welt gibt für die das Gezeigte Vorbild war.

„In „Too Old to Die Young“ spielt Miles Teller einen jungen Polizisten des LAPD, der beginnt, sich in Selbstjustiz zu üben und die brutalsten Verbrecher, die Pädophilen und Vergewaltiger der Region umbringt.“

„Nicolas Winding Refn liefert mit der zehnteiligen und rund dreizehnstündigen Miniserie Too Old to Die Young eine ohne Zweifel einmalige und nur schwer aus dem Kopf zu bekommende Produktion ab, die sich kategorisch der Einordnung als Film oder Serie verweigert und mit denselben sperrigen wie elegischen narrativen und inszenatorischen Strukturen daherkommt wie die Filme des dänischen Regisseurs. Die persönliche Vorliebe für dessen Arbeit wie auch die Lesart des Gezeigten bedingen gravierend, ob man sich für dieses Unterwelt-Epos begeistern kann oder es als selbstverliebtes Machwerk verurteilt. Ich für meinen Teil wusste vieles zu schätzen an dieser eigenwilligen Herangehensweise, doch die zunehmend repetitiven Züge und das irgendwann nur noch ermüdend wirkende Geschehen ließen mich zunehmend das Interesse verlieren.“

Ich habe von der ersten bis zur letzten Minute gebannt und reglos auf den Bildschirm gestarrt. Höchstwertung. Wie gesagt, geeignet, wenn Sie Gewaltdarstellungen ertragen und Langsamkeit (wie z.B. die ersten Minuten von „Spiel mir das Lied vom Tod“) mögen.

 

  • Gangs of London

Trigger-Warnunge: Gewalt!

Dachte ich bei „Too old to die young“, es könnte keine Steigerung der Gewalt geben, wurde ich im Laufe des Jahres von „Gangs of London“ eines besseren belehrt.

Die Serie lässt erahnen, wie es unter unserer bürglicher Fassade zugeht. Wie Städte in Einflussspähren organisierter Kriminalität aufgeteilt und immer wieder neu verteilt werden, wie die organisierte Kriminalität versucht, sich des legalen Business‘ zu bedienen.

„Die Sky-Serie „Gangs of London“ weidet sich neun Teile lang in expliziter Gewalt. Dabei kommentiert sie den entfesselten Kapitalismus äußerst virtuos.“

„Weil dem genretypisch männlichen Cast zudem ein paar tiefgründig starke Frauen wie Michelle Fairley zur Seite stehen, die als Frau des gleichermaßen früh getöteten Clanführers Eddard Stark eine ähnlich tragende Figur von „Game of Thrones“ verkörperte, ist „Gangs of London“ also weit mehr als selbstverliebter „Torture Porn“. Zwischen den Schmerzensschreien kommentiert jeder Gewaltexzess die wachsenden Abgründe einer entgrenzten Gesellschaft, die sich ihrer Errungenschaften sehenden Auges entledigt. Der Menschenschlachter im Folterkeller – mit etwas dunkler Fantasie ist es Donald Trump ohne Checks & Balances.“

Kritik: https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/sky-serie-gangs-of-london-bandenkrieg-der-menschenschlachter/26021066.html

 

  • Liebe, jetzt!

Eine Corona-Reihe.

„Die sechs Filme sind äußerst kurzweilig, was nicht nur eine Frage der Länge von jeweils rund 20 Minuten ist. Sie erzählen sechs gänzlich unterschiedliche Liebesgeschichten: Mal leben die Paare in räumlicher Distanz, mal zusammen, aber unfreiwillig, und mal wollen sie sich trennen, was aber wegen der Krise nicht möglich ist. Die Besetzung ist zum Teil sehr namhaft, wobei ein weiterer Reiz in der Tatsache liegt, dass die Paare vor der Kamera auch im wirklichen Leben miteinander liiert sind.

Kritik: http://www.tittelbach.tv/programm/reihe/artikel-5558.html

Die sechs Filme wirken wie leicht aus dem Ärmel geschüttelt. Es macht Spaß und gute Laune, den Paaren bei ihren Dialogen und Situationen während ihres Lockdowns zu folgen.

Ein schöner Kontrast zu den drei vorstehenden düsteren Serien.

 

  • Bosch

Eine Polizeiserie. Mittlerweile in der siebten Staffel. Jede Staffel erzählt von einem anderen Verbrechen/Verbrecher. Die Hauptrolle wirkt authentisch und sympathisch. Die Figuren entwicklen sich über alle sieben Staffeln. Die Jazz-Musik macht Laune auf mehr Jazz-Musik.

Die Serie basiert auf den Romanen von Michael Connelly, der auch an den Drehbüchern mitgewirkt hat. Daher die Stimmigkeit der Figuren und der Locations.

Gute Unterhaltung über dem durchschnittlichen Niveau deutscher „Tatorte“.

Ich freue mich bereits auf die achte Staffel.

 

  • Le Bureau des légendes

Die Legenden sind die gefälschten Lebensläufe von Mitarbeitern des französischen Auslandsgeheimdienstes. Ein Agenten-Thriller immer auf Augenhöhe der Zeit und des technisch Machbaren, das wir uns gar nicht vorstellen wollen und können. Die Serie ist spannend, politisch, emotional und die Liebe kommt nicht zu kurz. Mittlerweile in der fünften Staffel.

„Die Serie widmet sich aktuellen Themen wie dem Aufstieg von ISIS im Nahen Osten, Spionageabwehr, dem Kampf gegen den Terror oder dem Krieg in Syrien. Hauptfigur ist der Geheimagent Guillaume Debailly, welcher nach sechsjährigem Einsatz aus Syrien in seine Heimat zurückkehrt. In den folgenden Staffeln wird weiter auf seine Erlebnisse eingegangen und die Arbeit beim DGSE weiter erläutert.“

Auch hier freue ich mich bereits auf die sechste Staffel.

 

  • Fargo

Die Anthologie-Serie zum gleichnamigen Film-Klassiker

Details (Spoiler-Warnung): https://de.wikipedia.org/wiki/Fargo_(Fernsehserie)

Dieses Jahr die vierte Staffel.

Krimi, Drama, Schwarze Komödie, skurrile Figuren, skurrile Dialoge, skurrile Situationen. Immer gut, immer kurzweilig. Synonyme für skurril: absonderlich, befremdlich, bizarr, eigenartig, komisch, possenhaft, schräg, seltsam, verschroben.

Wenn Sie diese Eigenschaften mögen, sei Ihnen diese Serie ans Herz gelegt.

Die vierte Staffel fällt gegenüber den drei vorhergehenden etwas ab, was aber auch der Gewöhnung geschuldet sein kann.

Die Folgen, die Noah Hawley, der Gründer der Serie, allein geschrieben hat, sind die besseren.

 

  • Hot girls wanted: Turned on

Gestern hatte ich Ihnen die Dokumentation „Hot girls wanted“ bereits empfohlen. Dies ist die Doku-Serie dazu. Kein Breittreten des Films, sondern ein Erweitern.

„Die Dokuserie beschäftigt sich mit dem Dating-Verhalten von Nutzern von Apps für Mobile Dating, wie z. B. Tinder und Grindr. Die sechsteilige Anthologie berichtet, wie das Internet Sex und Beziehungen von heute bestimmt. Es werden Personen vorgestellt, die ihren Lebensunterhalt mit Sex vor der Kamera verdienen; „Produzentinnen, die weibliche Fantasien verfilmen“ und Normalbürger, die Liebe und Sex übers Internet suchen.“

Sehr berührend die Folge, in der ein Porno-Konsument „seine“ Porno-Darstellerin real trifft; sie besucht ihn (sie zeigte ihm über Jahre alles vor der Kamera übers Internet, ihr Freund sitzt daneben, er der „Freier“ zahlt über Jahre ein kleines Vermögen). Über diese Jahre sind sie auch ins Gespräch gekommen und eine virtuelle Freundschaft hat sich entwickelt. Leider endet die Folge mit ihrem Abflug nach dem Besuch. Ich hätte gerne erfahren, ob und wie dieser Besuch die beiden verändert hat.

Keine Trigger-Warnung: die Doku zeigt keine Gewalt oder Pornografie.

Das Virtuelle verdrängt die Scham.

 

Diese Serien sind nicht nur sehenswert, sie sind hervorragend.


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Über Red Skies Over Paradise

»Das Leben ist nie etwas, es ist nur die Gelegenheit zu einem Etwas.» - Friedrich Hebbel
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2 Antworten zu Meine Serien-Highlights des Jahres 2020 (Top Ten).

  1. nandalya schreibt:

    Von Bosch hatte ich die ersten beiden Staffeln gesehen und die Serie danach „vergessen.“ Danke für die Erinnerung. Über deine Trigger-Warnung zur Gewalt in Serien musste ich schmunzeln. Vermutlich haben wir ein anderes Verständnis davon, was Gewalt betrifft. 😉

    Wir lesen uns 2021 wieder. Komm gut an oder rüber.

    Gefällt 1 Person

    • #Erinnerung Gerne. #TriggerWarnung Bei der Warnung denke ich nicht an mich, sondern an die LeserInnen in Erinnerung an Diskussionen zu Triggern in fiktiven Kurz-Geschichten. Da gibt es ganz kleine Hürden, dir wir uns nicht vorstellen können. #Jahreswechsel Danke, ihr auch. Liebe Grüße, Bernd

      Gefällt 2 Personen

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