Keinesfalls verpassen!

17 gewonnene Filmpreise [s. IMDb] u.a. für den besten Dokumentarfilm.

Ein rumänischer Musik-Club geht 2015 in Flammen auf, der aufgrund seiner Sicherheitsmängel nie hätte öffnen dürfen. Korruption machte es möglich.

Es sterben 27 Besucher des Musik-Clubs.

Die Brandopfer werden in Kliniken eingewiesen, in denen es vor multiresistenten Keimen nur so wimmelte. Weil die Desinfektionsmittel verdünnt wurden. Sie wurden so verdünnt und falsch etikettiert im Ausland zu Wucher-Preisen gekauft von den dafür Zuständigen im Krankenhaus. Sie waren korrupt und bekamen dafür Geld vom Hersteller der Desinfektionsmittel, der diese zuvor an seine Scheinfirma im Ausland zu Dumping-Preisen verkaufte. Die Differenz strich der Hersteller einerseits als überhöhten Gewinn ein, andererseits schmierte er davon die Käufer. Landesweit.

In den Krankenhäusern sterben danach noch weitere 37 Besucher des Musik-Clubs; u.a. an Vernachlässigung in der Pflege, durch Verweigerung der Verlegung in geeignetere Krankenhäuser und an multiresistenten Keimen (aus offenen Brand-Wunden kriechen Maden/Würmer).

Kontrollen? Fehlanzeige. Europa im 21. Jahrhundert.

Nachdem eine Sport-Zeitung die Skandale aufdeckte, starb der Hersteller unter mysteriösen Umständen (offiziell: Selbstmord durch Auto-Unfall), die rumänische Regierung wurde gestürzt, der neue Gesundheitsminister ließ den Dokumentarfilmer an seiner Seite filmen.

„Ein explosiver Dokumentarfilm über die unerträglichen Lügen und die tödliche Korruption nach einem Brand in einem Bukarester Nachtclub.“ schreibt der MDR

„Selten zuvor wurde die Rolle des Journalismus im Aufdecken von Korruption so überzeugend dramatisch dargestellt wie in Kollektiv in dem Alexander Nanau die Ermittlungen in Echtzeit begleitet.“ schreibt das Toronto International Film Festival.

„Man erfährt Dinge […], die man nie wissen wollte.“ schreibt epdFilm, und weiter „das ist echter Stoff zum Fürchten“, „dieser bis ins Mark erschütternde Film, bei dem man den Blick aber kaum mehr abwenden kann, [wurde] gerade erst bei den europäischen Filmpreisen als Bester Dokumentarfilm ausgezeichnet“.

Nach dem Film fing ich an, zu überlegen, ob und wie so etwas in Deutschland möglich wäre.
[Bereits 1987 schrieb der ehemalige Chef-Reporter des Bayerischen Rundfunks, Dagobert Lindlau, über „Der Mob: Recherchen zum organisierten Verbrechen“. Schon damals infiltrierte die Organisierte Kriminalität (OK) Deutschland und Behörden schauten weg oder waren hilflos.]

Hier der Link zum Direkt-Streamen in der Mediathek des MDR: https://odgeomdr-a.akamaihd.net/mp4dyn2/1/FCMS-1ba09433-0828-4b26-a215-0632fa06674b-be7c2950aac6_1b.mp4

Hier Link zur Webseite des MDR: https://www.mdr.de/tv/programm/sendung907632.html

Hier der Link zum Streaming-Tipp von epdFilm: https://www.epd-film.de/tipps/2020/streaming-tipp-collective


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Über Red Skies Over Paradise

»Das Leben ist nie etwas, es ist nur die Gelegenheit zu einem Etwas.» - Friedrich Hebbel
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2 Antworten zu Keinesfalls verpassen!

  1. tomfmr schreibt:

    Zuerst habe ich „Dokumentarfilm“ im Titel überlesen und gedacht, heftige Geschichte, nur ein bisschen zu dick aufgetragen, mit zu vielen Opfern…

    Gefällt 1 Person

    • Die Fiktion wird fast immer von der Realität überholt. Und diese Ereignisse schreien geradezu danach noch fiktional verfilmt zu werden (nach einer wahren Geschichte). Eine Mini-Serie wie Chernobyl würde ich mir wünschen. – MIch würde es nicht überraschen, wenn solche Ereignisse in Rumänien lediglich die kleine Spitze eines Eisberges darstellten. Die Organisierte Kriminalität lenkt längst die Zeitläufte. VG, Bernd

      Gefällt 1 Person

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