Diese Schule stellt (zu) vielen anderen Schulen (und Kultusministerien) ein Armuts-Zeugnis aus:

» […] Unterricht, der nahtlos weitergeführt wird, nur eben übers Internet – das war im Marie-Curie-Gymnasium in Hohen Neuendorf möglich. Die Schule hat einen großen Vorteil: Lange vor dem Lockdown trieb ihr Leiter die Digitalisierung voran.

 

„Ich kann mich ganz genau an den Tag erinnern, als ich das meiner Klasse alles beibringen musste, an einem Tag, wie das Arbeiten mit unserem digitalen Tool, nämlich Classroom über Google funktioniert“

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„Wir haben das super gemacht, super gemeistert. Aber ich hatte das Gefühl, und genauso die Schüler hatten das Gefühl, wir verabschieden uns jetzt in eine Situation, die wir noch nie so kannten. Und es war einfach ein mulmiges Gefühl, das uns da begleitet hat.“

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Doch anders als die meisten Schulen in Brandenburg ist das Marie-Curie-Gymnasium vorbereitet. Es ist in der Lage, seinen Unterricht nahtlos weiterzuführen, nur eben über das Internet. Den Stundenplan befolgen alle Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, ganz normal weiter

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„Die größte Herausforderung war für mich tatsächlich, von eigentlich dann doch einem Tag auf den nächsten digital zu unterrichten“

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„Das stellt sich für Nicht-Lehrer vielleicht gar nicht als Problem dar. Aber es ist eben ein Unterschied, ob ich in einer Klasse stehe und 30 Gesichter Eins-zu-eins vor mir habe, in die Augen gucken kann und Reaktionen ablesen kann, auf die Aufgaben, die ich stelle oder auf das Material, das die Schüler bearbeiten müssen. Oder ob ich das alles nicht habe, weil ich getrennt bin von den Schülern. Und ich habe mich wirklich auch erstmal ziemlich überfordert gefühlt mit der Maßgabe, dass wir Unterricht nach Stundenplan machen, dass ganz normal die Fächerabfolge eingehalten werden muss, dass es klare Unterrichtszeiten gibt.“

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„Da ist mir das nochmal bewusster geworden, wie viel Glück wir eigentlich hatten mit der Vorbereitung, die mich zunächst überfordert hat. Und ich glaube, dass auch viele, viele andere, auch die Schüler – aber die dann relativ schnell – in so eine andere Form der Normalität überführt werden konnten.“

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„Ich habe einen Zettel ausgehängt, alle Informationen werden jetzt per Mail geschickt“ […] „Das war der erste Schritt. Vor zwei Jahren oder zweieinhalb Jahren, ja, im Februar werden es drei. Das war aber eben erstmal nur der Versuch, mit den Kollegen auf dem schnellen Weg Informationen auszustauschen.“

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„Wir arbeiten im gesamten Schulverwaltungsbereich mit allen elektronischen Möglichkeiten, die uns das Land zur Verfügung stellt. Und da gibt es recht leistungsstarke Programme“ […] „Das ist ‚WeBBschule‘ für die Notenverwaltung, Schülerdatenverwaltung, all sowas. Die sind geschützt, liegen auf geschützten Servern. Und wir haben ‚Untis‘ auch mit einem Messenger dabei. Die sind alle sicher zu bedienen und funktionieren gut, sind auch hinreichend stabil.“

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Es ist „G Suite for education“ und zwar die kostenpflichtige Variante, weil die den Datenverkehr in Europa hält.

 

[…] „Das ist ein Komplettangebot verschiedener Tools, will ich sie mal nennen – oder Apps, wie man so sagt – und gibt die Möglichkeit, dass wir digitale Inhalte hochladen können. Schüler können sie runterladen, die können sie bearbeiten, können sie wieder hochbringen. Wir können sie kommentieren, es gibt Kalenderverwaltung, es gibt als Zugang eine Mail-Adresse

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„Es bleiben trotzdem Graubereiche“ […] „Aber was Fakt ist, ist, dass es so stabil ist und so einfach, dass innerhalb kürzester Zeit nahezu alle Lehrkräfte in der Lage sind, es zu bedienen.“

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Natürlich sei er sich der Gefahren bewusst, die ein Google-Produkt mit sich bringe

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„Und mit diesen ganzen Zustimmungen zusammen haben wir ein Szenario entwickelt. Das haben wir einem Rechtsanwalt zur Prüfung gegeben“ […] „Aus dieser Prüfung heraus haben wir unsere eigene Nutzungen abgeleitet.“ Auf diese Weise lasse sich mit diesem Programm nahezu sicher arbeiten. „Wir erziehen die Schüler dazu, dass sie dort keine Klarnamen verwenden, sondern nur ihre Pseudonyme. Es gibt keine Leistungsbewertung und auch keine Leistungserhebung in dem ganzen System. Aber wir kriegen den Unterricht nach Hause.“

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„Natürlich stimmt das, dass das eine Datenkrake [Software von Google] ist“, sagt er. „Aber wenn ich Schüler daran gewöhne, dass sie bei einer Software alles reinschreiben können, was sie wollen, weil es sowieso sicher ist, vermeintlich sicher ist, dann ignoriert das den Sachverhalt, dass manches Problem vor dem Computer sitzt und nicht drin. Und wenn wir unsere Schüler daran gewöhnen, dass sie extrem sparsam und extrem vorsichtig mit dem umgehen, was sie ins Netz stellen und im Netz kommunizieren, dann finde ich das schon ganz gut.“

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„Die Lehrer haben gesagt, dass können sie sich vorstellen. Und dann habe ich so Listen gemacht, To-Do-Listen für Lehrer, für Schüler, für Eltern. Habe das an die Eltern kommuniziert, was wir brauchen. Dass wir, wenn die Schule geschlossen wird, arbeitsfähig sind. Das war noch vor dem Wochenende, und am Sonntag kam dann die Ansage, okay, Schule wird geschlossen. Sie haben zwei Tage Zeit zur Vorbereitung.“

 

Das seien dann die zwei Tage gewesen, in denen geprüft worden sei, ob alle Schüler mit Passwörten versorgt waren. „Haben alle einen Rechner, haben alle einen Internetzugang?“

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Die Schülerinnen und Schüler haben, bis auf wenige Ausnahmen, bereits Computer und Internetzugänge. Bei einigen hilft die Schule aus. Sie leiht Geräte aus, hat ein funktionierendes System, mit dem auch Schülerinnen und Schüler mit schlechtem oder gar keinem Internet an den Lernstoff kommen.

 

Nach Angaben des Brandenburger Bildungsministeriums haben alle Schulen sogenannte Medienentwicklungspläne erarbeitet und in den letzten Monaten Lernmanagementsysteme entwickelt. Im Schuljahr 2020/2021 arbeiten von den rund 850 Schulen im Land 500 mit der Schulcloud Brandenburg.

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„Wir haben im Shutdown angefangen, Musikfilme zu schneiden oder Videoprojekte zu machen. Und jetzt danach haben wir auch wieder angefangen. Oder wir haben noch ein kleineres Projekt gemacht mit einem Werbespot  – wir sollten einen eigenen Werbespot entwickeln. Und da ist das auch nochmal zur Geltung gekommen, das Schneiden und Audio, Tonaufnahmen und soetwas. Das nehme ich auf jeden Fall mit. Ich denke, dass ich das auch nochmal in Zukunft machen werde. In irgendeiner Form.“

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„Ich gehe sowieso in Richtung Informatik, IT-Wirtschaftsinformatik“ […] „Bei Informatik allgemein geht es auch um das Programmieren, und das hatten wir auch jetzt im Shutdown. Das habe ich jetzt einfach noch weiterentwickelt.“ Er habe im Fach Informatik ein paar Webseiten gebaut. „Das mache ich jetzt auch noch, einfach, weil es mir Spaß macht.“ […] «

Annika Jensen  ::  Deutschlandfunk Kultur Länderreport  ::  30.11.2020  ::  Digitalisierung im Schulunterricht: Dieses Gymnasium ist für den Lockdown gewappnet  ::

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