Neurologische Probleme bei COVID-19-Patienten.

» […] COVID-19 schädigt nicht nur die Atemwege. Die Erkrankung und die damit verbundene Immunreaktion können auch Schäden in Gehirn und Nervenbahnen verursachen. Dazu gibt es erste Studien. Ein Überblick über die wichtigsten bisherigen Erkenntnisse.
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Dieses Virus schädigt neben der Lunge auch viele andere Organe im Körper – vor allem auch weil es die Adern angreift und zu Blutgerinnseln führen kann. Ein Organ, das ganz besonders auf die ständige Versorgung mit frischem Blut und Sauerstoff angewiesen ist, ist das Gehirn. Kein Wunder, dass viele COVID-19-Patienten auch mit neurologischen Problemen zu kämpfen haben. Die Ärzte sprechen mittlerweile sogar von Neuro-COVID.
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Ein neurologisches Symptom scheint für eine Infektion mit SARS-CoV-2 typisch zu sein: die Beeinträchtigung von Riech- und Geschmackssinn. […] Forscher […] vermuten, […] dass SARS-CoV-2 […] nicht die Geruchsnerven selbst schädigt, sondern wahrscheinlich eher deren Hilfszellen – und die können sich regenerieren.
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In New York hat man von März bis Mai 4.500 COVID-19 Patienten begleitet und bei 13,5 Prozent von ihnen solche schweren neurologischen Symptome festgestellt [wie Schlaganfälle, epileptische Anfälle, Lähmungen und Verwirrtheit]. Wenn diese Probleme auftraten, hat das die Prognose der Patienten verschlechtert: Sie starben rund 30 Prozent häufiger, als Patienten ohne neurologische Symptome.
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Neuropathologen aus Hamburg haben […] Gehirne von 40 verstorbenen COVID-19 Patienten untersucht und das Virus in jedem zweiten Gehirn nachweisen können – vor allem im Hirnstamm, wo Nerven aus dem Körper ankommen. Tatsächlich konnten andere Ärzte an einer Patientin im MRT beobachten, wie sich im Lauf der Infektion Veränderungen entlang des Riechnervs von der Nase Richtung Gehirn ausbreiteten. […] die Neuropathologen konnten keinerlei Zusammenhang zwischen der Schwere der neurologischen Symptome und der Virenmenge im Gehirn feststellen. Das deutet darauf hin, dass SARS-CoV-2 vielleicht gelegentlich auch direkt im Gehirn Nerven zerstört, aber das scheint nicht die Hauptursache der Probleme zu sein.
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Bei manchen COVID-19-Patienten macht das Immunsystem einfach weiter, selbst wenn das Virus bereits verschwunden ist. Botenstoffe und überaktive Immunzellen führen dann zu den eigentlichen Schädigungen in der Lunge, in den Gefäßen und eben auch im Gehirn. Man sieht dann, dass die Mikrogliazellen – so etwas wie das Immunsystem im Gehirn – auch überaktiv sind. An der Charité in Berlin hat man auch die Antikörper von COVID-19-Patienten untersucht und festgestellt, dass es gelegentlich welche gibt, die tatsächlich auf Strukturen im Gehirn regieren. Auch das könnte Nerven schädigen. Generell scheint eine Infektion mit SARS-CoV-2 in der Lage zu sein, eine Neigung zu Autoimmunkrankheiten zum Ausbruch zu bringen. Man hat beobachtet, dass Patienten den Diabetes Typ 1 entwickeln – dabei greifen Antikörper die Bauchspeicheldrüse an. Oder das Guillain-Barré-Syndrom, das von Lähmungen aufgrund von Nervenentzündungen gekennzeichnet ist und häufiger in Zusammenhang mit COVID-19 beobachtet wird.
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Häufig entstehen bei COVID-19 kleine Blutgerinnsel. Die können Gefäße im Gehirn verstopfen und so kleine und auch größere Schlaganfälle auslösen.

Unterm Strich ist es also wahrscheinlich weniger das Virus selbst, das für Probleme im Gehirn sorgt, sondern indirekte Schadensprozesse. Diese laufen im ganzen Körper ab, aber auf die das Gehirn besonders empfindlich reagiert. Das erklärt zum Teil auch die schlechtere Prognose beim Auftreten von schweren neurologischen Symptomen: Die sind einerseits selbst eine Herausforderung für Patient und Arzt, aber auch ein Anzeichen dafür, dass die Krankheit weit fortgeschritten ist.
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Für die Neurologen war auch wichtig, dass viele Medikamente für neurologische Krankheiten, also etwa für eine Multiple Sklerose, das Immunsystem dämpfen und daher wahrscheinlich von Vorteil bei einer SARS-CoV-2-Infektion sind.
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Viele der Long-Covid-Patienten berichten zum Beispiel von Müdigkeit und Konzentrationsstörungen, von einem geistigen Nebel, der das Denken schwer macht. Bei einem Online-Intelligenztest haben Forscher des Imperial College London herausgefunden, dass Menschen nach einer überstandenen SARS-CoV-2-Infektion im Durchschnitt schlechter abschneiden, als Vergleichspersonen im gleichen Alter und Beruf. […] «

Volkart Wildermuth :: Deutschlanfunk Forschung aktuell :: 06.11.2020 :: Neuro-COVID: Wie SARS-CoV-2 das Nervensystem schädigt ::

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https://www.deutschlandfunk.de/neuro-covid-wie-sars-cov-2-das-nervensystem-schaedigt.676.de.html?dram:article_id=487121

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9 Antworten zu Neurologische Probleme bei COVID-19-Patienten.

  1. nandalya schreibt:

    Influenza schädigt nicht nur die Atemwege. Die Erkrankung und die damit verbundene Immunreaktion können auch Schäden in Gehirn und Nervenbahnen verursachen. Dazu gibt es Studien.

    Der alleinige Fokus auf Covid-19, ist bewusste Panikmache.

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    • Gehäufte und schwere neurologische Manifestationen bei Influenza-Infektionen

      https://infekt.ch/2014/04/gehaeufte-und-schwere-neurologische-manifestationen-bei-influenza-infektionen/

      Wir haben auf Influenza unterreagiert und sie verharmlost. Warum?

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      • nandalya schreibt:

        Die Influenza-Nebenwirkungen kenne ich. Mit dem von dir eingestellten Beitrag trägst du aber mit zur „Corona-Panik“ bei. Ich fände es besser, wenn man die Symptome beider Erkrankungen gegenüber stellt. Aber offensichtlich ist das nicht gewollt, wie sollte man sonst einen unnötigen Lockdown rechtfertigen, um die politische Agenda durchzuziehen.

        Haben „wir“ unterreagiert? Viren, Bakterien gehören schon immer zu unserem Leben. Manche sterben daran. Ändern wird daran auch eine Impfung oder ein Lockdown nichts.

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        • Ich bin nicht bereit, für den real existierenden Kapitalismus tausende (weltweit millionen) Grippe- oder Covid-Tote oder Individual-Verkehrs-Tote oder Luftverschmutzungs-Tote oder Hitze-Tote hinzunehmen. Wir brauchen den Umbau zu einer anderen Ökonomie, wir brauchen Entschleunigung. Es kann nicht sein, dass wir diese Tote schulterzuckend als Kollateral-Schäden hinnehmen. Wir haben die Möglichkeiten Menschen vor unnötigem Tod zu bewahren; dies ist wichtiger als die Umverteilung von Kapital von unten nach oben und wichtiger als jeder Krieg in der Welt.
          Wir sind gefährlich nah dran an der Einstellung, dass immunschwache Menschen „lebensunwertes Leben“ sind. Dem ist energisch zu widersprechen.

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          • nandalya schreibt:

            Impfungen helfen weder gegen Influenza noch gegen „Corona.“ Es gibt mit z. B. Ivermectin genügend Medikamente, die gegen Viren helfen. Auch Hydroxychloroquin in geringen Dosen hilft. Aber mit einer Impfung verdient Big Pharma zig mal mehr, als mit den billigen, altbekannten Medikamenten, deren Nebenwirkungen man schon kennt. Die der mRNA-Impfung dagegen nicht. Aber jeder darf sich gern die steigenden Todeszahlen nach der Corona-Impfung anschauen, um eine Idee zu bekommen.

            Die Globalisten, Bernd, die zeigen zur Zeit ihr wahres Gesicht. Während „wir“ Masken tragen müssen, die eigentlich ein Maulkorb sind, fielen sie bei der globalen Elite.

            Niemand möchte die eigenen Großeltern „umbringen.“ Bin „ich“ erkältet, bleibe ich ihnen fern. So einfach ist das.

            Wir werden in den nächsten Jahren keine andere Ökonomie sehen. Es sei denn, dass die Menschen weltweit aufstehen und die Globalisten zum Teufel jagen. Das wird schwer und kann nur Stück für Stück geschehen. Wir müssen dieses weltweite Netz zerschlagen. Den „Strang“ Merkel, den „Strang“ Biden, etc. Damit sind den Eliten die ausführenden Organe genommen, aber sie haben immer noch zu viel Geld. Der nächste Schritt muss eine Enteignung, Zerschlagung von Big Tech / Pharma etc. sein. Der sogenannte „Deep State“ muss weg.

            Nun könnte man vermuten, dass auch das nur ein Plan der Eliten ist, um uns in Sicherheit zu wiegen. Dem stimme ich zu. Wir müssen immer einige Schritte weiter oder sogar um die Ecke denken. Aber das wird zur Zeit durch die „Plandemie“ verhindert.

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    • Grippeschutz-Impfung:

      »Insgesamt sind die Impfquoten in den empfohlenen Zielgruppen in Deutschland zu niedrig. Dies gilt besonders für medizinisches Personal und Schwangere. Auch die Zielvorgaben der Europäischen Union, wonach eine Impfquote von 75% bei älteren Menschen vorgesehen ist, werden in Deutschland nicht annähernd erreicht.«

      https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Impfen/Influenza/FAQ17.html

      Warum gibt es dann keine Abstandsverpflichtungen, Hygiene-Anordnungen und Mund-Nasen-Schutz-Pflicht bei Influenza?

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      • nandalya schreibt:

        Du weißt, wie effektiv eine Influenza-Impfung ist? Im Durchschnitt 20% nach einem Monat. Danach nimmt der Schutz kontinuierlich ab.

        Warum sollte es eine Pflicht geben Masken zu tragen? Schau nach Japan oder China. Dort werden sie freiwillig ohne Zwang getragen. An den Influenza-Erkrankungen und Todeszahlen ändert das nichts. Fazit: Masken machen keinen Sinn, was ca. 50 Studien beweisen. Aber die liest niemand, da sie das Corona-Narrativ untergraben. Man hört lieber auf einen Lauterbach, der täglich seinen Schwachsinn verbreiten darf.

        Mit der altbekannten Grippe, war kein Geld mehr zu verdienen. Das man in den 2000er Jahren mehrfach versucht und ist gescheitert. An … Trommelwirbel … Professor Bhakdi und Dr. Wodarg. Beide Male war Drosten der „Viren-Entdecker.“ Mit „Corona“ haben die Globalisten ihre Chance erkannt, ihre wirtschaftliche Agenda durchzudrücken. Wer es nicht glauben will, ein Blick auf die USA ist ein Augenöffner. Die WHO gab kurz nach dem Amtsantritt des nicht gewählten Bidens bekannt, dass die PCR-Tests oft falsch positiv sind, die ersten Lockdowns in den USA purzeln und und und …

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        • Es geht immer „nur“ um Risiko-Minderung (nicht -Vermeidung). Eine Maske und eine Impfung allein machen es nicht: ein Mix verschiedener Maßnahmen und ein Gefahren-Bewusstsein verringern das Risiko, dass unnötig Menschen sterben.

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          • nandalya schreibt:

            Meine Rede! Aber dafür braucht es keinen Zwang, keinen Lockdown und keine Beiträge, die einseitig vor neurologischen Schäden durch Covid-19 warnen.

            Was wäre, wenn du z. B. diese Diskussion oder eigene Überlegungen bezüglich „Corona“, Influenza und Kapitalismus als Beitrag bringst? Hast du Angst, dass dir dann weniger Leute folgen, du gar als Verschwörungstheoretiker oder Corona-Leugner giltst? Musst du nicht. Jeder darf seine Meinung haben. Aber Angst sollte niemals das Bewusstsein lähmen.

            Gefällt 1 Person

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