Die Selbstverliebtheit unserer Sprache.

» […] Könnte es sein, dass mit dem Siegeszug des fotografischen Selfies auch die Selbstverliebtheit unserer Sprache zugenommen hat?

Diese Frage beantwortet eine Untersuchung des Informatikers Mor Naaman von der Cornell University. Er analysierte dafür mehrere tausend Twitter-Botschaften – und fand einen ähnlichen Trend, wie ihn Jahre zuvor sein Kollege Dunbar entdeckt hatte. Bei vier von fünf Teilnehmern handelte es sich um sogenannte „Meformer“, also um Menschen, bei denen viele der Tweets von dem betreffenden Nutzer selbst sprachen und von dem, was er oder sie gerade so dachte, trieb und erlebte. Immerhin ein Fünftel der Nutzer zeigte hingegen ein ganz anderes Kommunikationsverhalten: Sie sprachen vor allem über Dinge, die irgendwo draußen in der Welt passierten. Diese „Informer“ hatten im Durchschnitt deutlich mehr Freunde und Follower auf Twitter. Ihre Nachrichten fanden also ein größeres Publikum. Was wir selbst denken und erleben, das mag für uns persönlich besonders spannend sein. Für unsere Mitmenschen ist es das aber offenbar nicht.
[…] «

Jochen Metzger, Psychologie Heute, 09.10.2020, „Gesellschaft – Ich! Ich! Ich!


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4 Antworten zu Die Selbstverliebtheit unserer Sprache.

  1. Wortverloren schreibt:

    Ich weiß nicht… da kann ich nur teilweise Recht geben. Mich interessiert tatsächlich vor allem der Inhalt eines Beitrages. Aber mich interessiert auch, was der Autor des Beitrages für persönliche Erfahrungen zu dem Thema gemacht hat. Oder was seine Gefühle/Gedanken dazu sind. Meist auch wer der Autor ist. Was mich gar nicht interessiert sind typische Influencer, die sich hauptsächlich über ihren Körper definieren oder Produkte verkaufen wollen. Aber vielleicht verstehe ich auch einfach nur nicht, was an einem Foto toll ist auf dem z.B. eine junge Frau vor dem Kühlschrank steht und ihre Hose bis unter die Arschbacken runtergezogen hat und diese nun der Kamera entgegen streckt…

    Gefällt 1 Person

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