vulnerable | abc.etüden

Sonnenhut - haltlos - massieren | abc.etüden
Sonnenhut – haltlos – massieren | abc.etüden

Sie gehörte zur sogenannten vulnerablen Gruppe.
Lebenslanges Asthma, Bluthochdruck, Übergewicht, multiple Allergien, Symptome einer Autoimmunerkrankung.
Der Körper gezeichnet von zu hohen Dosen Cortison in der Kindheit.
Austherapiert sagte die Schulmedizin.


Als Corona kam, schloss sie sich ein; freiwilliger Lockdown.
Gegenwärtig waren nur noch ihre Kinder; anfangs durften sie wegen ihr, aus Rücksicht auf vorerkrankte Gruppen, zuhause, der Schule fern bleiben – bald schon wurde dieser Absatz der Corona-Verordnung gestrichen.
Sie trug die besten Masken, hatte die wirksamsten Hand- und Flächen-Desinfektionsmittel und hielt beim vierzehntägigen Einkauf gehörigen Abstand.
Sie stärkte ihr desolates Immunsystem mit Extrakten aus Sonnenhut, Echinacea in flüssiger und fester Form.


Es nützte alles nichts, der Virus war heimtückisch, unberechenbar. –


Sie ließen ihn zu ihr – als Privatpatientin hatte sie ein Einzelzimmer, die Intensivbetten waren belegt -, das Beatmungsgerät rauschte blasebalgartig, der Herzmonitor piepte leise und regelmäßig; innerlich haltlos hielt er ihre Hand und massierte zärtlich ihren Handrücken solange, bis das monotone Rauschen vom hohen Signal der Nulllinie übertönt wurde.


Die Personen und die Handlung der Geschichte sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten oder lebenden oder verstorbenen Personen wären rein zufällig.



Inspiration: https://365tageasatzaday.wordpress.com/2021/04/04/schreibeinladung-fuer-die-textwochen-14-15-21-wortspende-von-ludwig-zeidler-und-irgendwas-ist-immer/  |  Christiane  |  abc.etüden



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Über Red Skies Over Paradise

»Das Leben ist nie etwas, es ist nur die Gelegenheit zu einem Etwas.» - Friedrich Hebbel
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16 Antworten zu vulnerable | abc.etüden

  1. Pingback: Schreibeinladung für die Textwochen 16.17.21 | Wortspende von DORO|ART | Irgendwas ist immer

  2. kopfundgestalt schreibt:

    Na, die coronaleugner werden hier nicht lesen.
    Wieso Auch?
    Wie sagte mal einer, die Socken qualmen schon oder so ähnlich. Jedenfalls werden die nächsten 2 wochen schwierig.
    Und unser klimpaket, das äugt schon um die Ecke

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  3. Katharina schreibt:

    Harter Tobak. Sowas sollten einige Menschen gezwungen werden zu lesen…

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  4. Christiane schreibt:

    Das ist das, wovor wir alle Angst haben, ja. Immerhin: Sie stirbt nicht allein, und ich hoffe, es ist gut für beide … 😢
    Morgenkaffeegrüße wie eigentlich immer 🌦️☕🥐👍

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    • 4.439 Menschen sind aktuell in intensivmedizinischer COVID-19-Behandlung. Davon werden 2.478 invasiv beatmet. Intensivmedizinisch verstorben sind gestern 116. Es sind nur noch 3.104 intensivmedizinische Betten frei. Die 7-Tage-Notfallreserve hat 10.435 Betten. –

      Wobei ich nicht weiß, ob es möglich ist, außerhalb der Intensivstation zu beatmen; halte es aber bei Privatpatienten mit Einzelzimmer durchaus für möglich, sodass dort auch ein Besuch möglich ist. Auf der regulären Intensivstation dürfte eine Sterbebegleitung durch einen Angehörigen zurzeit kaum möglich sein. –

      Danke, Kaffee ist gerade durchgelaufen. Liebe Grüße, Bernd

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      • Christiane schreibt:

        Das ist mir auch aufgefallen. Ich glaube, es hängt von der Art der Beatmung ab, ob sie in der Intensivstation stattfindet.
        Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal schreibe, aber ich bin froh, dass ich mir um meine Altvorderen keine Sorgen mehr machen muss. Was ich mitbekomme, verstört mich immer öfter.
        Ich setze mir gleich den nächsten Kaffee auf. 😉☕🥐👍

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        • Diese Zeit ist eine „gute“ Zeit, den Umgang mit dem Tod zu „üben“. Die Todeszahlen durch Hitze werden in den kommenden Jahr(zehnt)en die Todeszahlen durch Infektionen weit hinter sich lassen. Mit Beginn der spürbaren Klimakatastrophe geht das Heer der geburtenstarken Jahrgänge ins vulnerable Alter über. Und wenn ich mich richtig erinnere, stiegen die hitzebedingten Todeszahlen bereits in der jüngeren Vergangenheit. Wir sollten uns mehr Gedanken darüber machen, wie wir uns auf die HItze vorbereiten als auf eine (eventuell zweifelhafte) Impfung. Der Journalist und Korrespondent Klaus Bednarz, der gerne aus Sibirien berichtete, wurde einmal gefragt, warum er denn freiwillig nach Sibirien ginge. Er antwortete, dass man sich vor Kälte gut schützen kann, vor Hitze nicht. Liebe Grüße.

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          • Christiane schreibt:

            Momentan halte ich die schnellen/großen Temperaturschwankungen für gefährlich für den Organismus – nicht nur für den der Älteren.
            Ich fürchte, dass du recht hast, aber momentan denke ich nicht so weit. Was gibt es denn, was mensch (also der*die Einzelne) jetzt bereits machen kann?

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          • https://ipu-ev.de/postkarte/

            Die Initiative Psychologie im Umweltschutz hat diese schöne Postkarte entworfen:

            Wir sollten damit beginnen, weniger Fleisch zu essen, um zum Ziel zu gelangen, uns pflanzlich zu ernähren.
            Wir sollen damit beginnen, sparsamere Autos zu fahren, um zum Ziel zu gelangen, kein eigenes Auto mehr besitzen zu müssen.
            Keine Flugreisen mehr.
            In der nächsten Wohnung wohnen wir auf weniger als 30qm pro Person, mit dem Ziel in einer Wohnung zu wohnen mit weniger als 20qm pro Person.
            In unseren Hauhalten brennen keine Glühlampen mehr, stattdessen LED-Lampen.
            Wir stellen unseren Einkauf nach und nach (wo es möglich ist) auf plastikverpackungsfrei um.
            Wir verzichten auf Flugobst und -gemüse; leider gehört dazu auch Kaffee und Kakao (nicht nur wegen des Fluges, sondern vor allem wegen des ressourcenintensiven Anbaus).
            Wir trinken Leitungswasser statt Flaschenwasser.
            Für Getränke und Speisen to go haben wir unsere eigenen Becher, Teller, Bestecke im Rücksack/Handtasche.
            Geschafft habe ich bisher: autofrei zu leben, mich pflanzlich zu ernähren, auf weniger als 20qm zu leben, nicht zu fliegen, LEDs leuchten, trinke Leitungswasser, im Rucksack Becher, Geschirr und Besteck für eine to-go-Versorgung, to be continued

            Am wirksamsten: nicht mehr die Parteien wählen, die in den Landtagen und im Bundestag sitzen, sondern stattdessen die dann nicht mehr kleinen Umweltschutz- und Tierschutzparteien. Und Nicht-Wähler* gehen wählen und machen es ebenso. Die anderen Parteien hatten seit Ende der 1970er Jahre ihre Chance und haben sie vertan, sie wirken überdeutlich fremdbestimmt von den Lobbyisten der dem Umwelt- und Naturschutz am weitesten entfernt Stehenden.

            [Und ich halte es nicht für abwegig, wenn später in den Geschichtsbücherrn stehen wird, dass es Corona deshalb gab, um die alles überollende weltweite Klimaschutzbewegung ausbremsen zu können. Die Chronologie und die Wirkung der Ereignisse ist schon frappierend.]

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          • Christiane schreibt:

            Sagen wir mal so, auch ich glaube, dass Corona für Verschiedenes verdammt nützlich ist … :-|

            Konkrete Frage: Ich ersetze bereits alte Glühbirnen durch LEDs, wenn sie kaputtgehen. Aber was mache ich mit den heilen Glühbirnen, die ich noch gehortet habe, gibt es für die noch eine nützliche Verwendung? Bei mir gehen Birnen selten kaputt, ich habe noch einige Vorräte, und eigentlich widerstrebt es mir, etwas wegzuschmeißen, was noch völlig funktionsfähig ist …

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          • Ein Zyniker würde dir antworten: packe ein Care-Paket für die Dritte oder Vierte Welt, die verwenden so was noch (machen wir ja auch mit unseren ausrangierten Gebrauchtwagen). Ernsthaft: verwenden bis sie kaputt sind. Ich habe auch noch Glühbirnen, aber nur als stille Reserve oder Museumsstücke, wenn sie mich überleben. Wenn du deinen Strom zu 100% aus nicht-fossiler, nicht-atomarer Energie beziehst, kannst du die doch ruhigen Gewissens benutzen.

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      • kat. schreibt:

        Beatmet werden kann nur auf Intensiv Stationen. Aber im Sterbeprozess darf Besuch kommen, auch bei covid Patienten. In der Regel ist das möglich. Wenn es, individuell nach Klinik und Personal, möglich ist. Liebe Grüße Katrin

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