„Sich mit Lebendigkeit und Mut anzustecken ist eine gelungene Lebendimpfung in diesen Zeiten.“

» […] Im Kitaalltag ist mit der Zeit eindrücklich wahrzunehmen, wie sich die Kinder ganz langsam, schleichend von ihrem Selbst trennen und im wahrsten Sinne des Wortes eingehen. Sie entwickeln sich zu Wesen, die immer mehr funktionieren und sich verlieren, die den Fokus nur noch im Außen haben und nicht mehr auf ihren Bedürfnissen und ihren vielfältigen Fähigkeiten. Die Anbindung an das jedem Menschen innewohnende Vertrauen und die tiefe Liebe zu sich selbst wie auch mit anderen Lebewesen im Miteinander leben zu wollen ist unter diesen Umständen kaum oder auch gar nicht möglich. Unsere gesellschaftliche Haltung zum Leben und frühkindliche Prägung entscheiden inzwischen, was sich wann wie entwickeln darf oder auch nicht.
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Diesen auf allen Ebenen stattfindenden Anpassungsprozess an die immer monotoner, liebloser, lebloser, einsamer werdende, funktionierende, kontrollierende und trennende Gesellschaft nehme ich in den letzten Jahren bei vielen Menschen wahr.
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Mir mein Verhalten, meine Ängste bewusst zu machen, damit ich nicht in dieser strukturellen Gewalt des herrschenden Politik- und Finanzsystems meine Lebendigkeit, mein Vertrauen schleichend verliere, ist für mich gerade lebensnotwendig.
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Dass Normierungen und Vorgaben immer enger wurden und noch stets werden, die die natürliche und individuelle Entwicklung einschränken, verschwindet dabei aus unserem Bewusstsein.
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Die einen verstehen die anderen nicht mehr.
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Die internationale Wissenschaft macht uns seit Jahren auf ein rasantes Artensterben in der Natur aufmerksam, einen immensen Verlust an Lebensvielfalt. Aus meiner Sicht gibt es dazu in unserem Menschsein und -werden, im Miteinanderleben eine parallele Entwicklung.
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Im Jahr 2020 konnten wir eindrücklich erleben, wie das derzeitige Politik- und Finanzsystem auf die Menschheit mit immenser struktureller Gewalt Einfluss nimmt und wirkt. Es hat sich seit Jahren gut darauf vorbereitet. Es ist ihm gelungen, den größten Teil der Menschheit von sich abhängig zu machen. Die aufgebauten Gewaltstrukturen sind fähig, unser Leben immer weiter einzuschränken und anzupassen, das zeigen sie uns eindrücklich. Es gibt keine Bereitschaft, sich im Dialog mit anders Wahrnehmenden und Wissenden auszutauschen. Massiv wird die Verbreitung von Informationen dieser „Andersdenker“ verhindert. Sie wollen Anpassung, Gehorsam, Unterwerfung und uns glauben machen, dass ihre Weltanschauung die einzig richtige für unser aller Leben ist.
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ist es […] an der Zeit, sich von diesen zerstörerischen Machenschaften zu trennen.
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Es braucht Zufluchtsorte, Lebensinseln auf der Welt, in denen die Menschen unabhängig von diesem strukturellen Gewaltsystem leben und sich erinnern können.

Es braucht gelebte Alternativen an der Basis. Es braucht Menschen, die bereit sind, im Miteinander ihre Fähigkeiten und Gaben zu teilen, um sich so wieder ein gelingendes Leben zu ermöglichen. Wir brauchen kleine dezentrale, vielfältig miteinander kommunizierende, arbeitende Lebenseinheiten, die sich vernetzen und austauschen mit anderen Lebensorten.

In der Natur gibt es dazu viel zu entdecken. Jeden Tag erlebe ich, wie sich durch den Zusammenschluss von individuellen Lebensformen das Leben unterstützt und schützt.
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Es braucht ein Erinnern an das und Verbinden mit dem, was wir bereits verloren haben, was uns zur Verfügung steht und was uns lebendig und gesund macht.

Sich mit Lebendigkeit und Mut anzustecken ist eine gelungene Lebendimpfung in diesen Zeiten.
[…] «

Maria Eing  ::  RUB|KON  ::  19.01.2021  ::  Die wiedergefundene Menschlichkeit  ::  https://www.rubikon.news/artikel/die-wiedergefundene-menschlichkeit


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»Das Leben ist nie etwas, es ist nur die Gelegenheit zu einem Etwas.» - Friedrich Hebbel
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Eine Antwort zu „Sich mit Lebendigkeit und Mut anzustecken ist eine gelungene Lebendimpfung in diesen Zeiten.“

  1. gkazakou schreibt:

    „wie sich die Kinder ganz langsam, schleichend von ihrem Selbst trennen und im wahrsten Sinne des Wortes eingehen….“ Solche Sätze, so still, so schrecklich. Warum hört sie denn niemand`und schreit: Halt!

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