„Bei dem derzeit eingeschlagenen Weg werden unsere Enkel eine hochgradig verarmte Welt erben.“

Wie stellte das Bundesverfassungsgericht vergangene Woche fest [1] (in meinen Worten): Unsere heutige Maßlosigkeit und Gier verletzt die Grundrechte/Freiheitsrechte der zukünftig Lebenden, also unserer Kinder/Kindeskinder. Machen wir ungehindert so weiter (Wahlparole seit Jahrzehnten: Weiter so!) zerstören wir die Lebensgrundlagen unserer Nachgeborenen.

» […] Die jährlich gesammelte Insektenmasse ist innerhalb der vergangenen 27 Jahre um mehr als 75 Prozent geschrumpft.
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warnten vor einem massiven Sterben von Fluginsekten.

Die Auswertung der Daten und die Publikation der Ergebnisse liefere den Beleg, dass der Schwund nicht nur einzelne Standorte betreffe, sondern „wirklich ein größerflächiges Problem“ sei […]

Die jährliche Gesamtmasse an wirbellosen Tieren habe im Mittel um rund 76 Prozent abgenommen. Am stärksten sei der Rückgang mit knapp 82 Prozent in der Mitte des Sommers, wenn am meisten Insekten herumsummen. „Ein Schwund wurde bereits lange vermutet, aber er ist noch größer als bisher angenommen“
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„Insekten machen etwa zwei Drittel allen Lebens auf der Erde aus. Wie es scheint, machen wir große Landstriche unbewohnbar für die meisten Formen des Lebens, und befinden uns gegenwärtig auf dem Kurs zu einem ökologischen Armageddon. Bei dem derzeit eingeschlagenen Weg werden unsere Enkel eine hochgradig verarmte Welt erben.“
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Als mögliche Ursache für den Insektenschwund führten die Wissenschaftler Klimafaktoren, zunehmende landwirtschaftliche Nutzung und sogenannte Lebensraumfaktoren an.
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Einen Zusammenhang zwischen der intensivierten Landwirtschaft und dem Insektensterben sei nach Ansicht der Wissenschaftler naheliegend.
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Der zunehmende Einsatz von Düngern und Pflanzenschutzmitteln sowie die ganzjährige Bewirtschaftung spielten vermutlich eine Rolle […]

sehe in der Intensivierung der Landwirtschaft eine plausible Ursache für den „dramatischen Insekten-Rückgang“

Entscheidend sei dabei auch, dass sich bei großen Feldern häufig nur wenige schmale Feldränder, Hecken und Gehölze befänden, die Insekten als Habitate nutzen könnten.
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stellten die Autoren der Studie fest, dass der Insektenschwund größer ist als bisher angenommen – und einen verheerenden Effekt haben könnte.

Der Verlust der Insekten wirke sich kaskadenartig auch auf andere Lebewesen aus und habe weitreichende Folgen für die Ökosysteme insgesamt.
[…] «

ZEIT ONLINE, dpa, vk  ::  ZEIT ONLINE  ::  18.10.2017  ::  Insektensterben: „Ein ökologisches Armageddon“  ::  https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2017-10/insektensterben-fluginsekten-gesamtmasse-rueckgang-studie

Wie wäre es, fingen wir einfach mal an (die ersten Schritte gehen):

– in der nächsten Wohnung nur 20 bis 30qm pro Person zu beanspruchen

– das Auto immer öfter stehen zu lassen, am Ende schaffen wir es ab

– nicht mehr zu fliegen

– und ersetzten Fleisch durch die mittlerweile leckeren (aber anders schmeckenden) Alternativen

– und erzsetzen Milchprodukte durch die mittlerweile leckeren (aber anders schmeckenden) Alternativen

– Produkute ohne Plastikverpackung zu kaufen (z.B. zum Händewaschen ein Stück Seife)

– Leitungswasser zu trinken, statt Flaschenwasser

– Flugobst und -gemüse liegen zu lassen und heimisches Obst und Gemüse zu essen

– regionale Bio-Produkte zu essen

… (der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt)

Es ist kein Verzicht, es ist eine Umstellung, eine Umgewöhnung auf Alternativen. Mann nennt das auch Anpassungsleistung an veränderte Umweltbedingungen. Überleben wird nur, wem das gelingt.

[1]: » Wer meine Kolumnen regelmäßig liest, weiß, dass ich recht viel von der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts halte. Mit dem Beschluss zum Klimaschutzgesetz hatte ich allerdings in dieser Form und Deutlichkeit nicht gerechnet. Es ist ein richtiger Umwelthammer und es zwingt die Politik dazu, endlich auf die Forderungen der jungen Leute von Fridays for Future einzugehen und die Folgen des Klimawandels nicht auf unsere Enkel und Urenkel abzuschieben.

Der Beschluss hat 270 Randnummern. Ich bin immer wieder erstaunt, wie einzelne Kommentatoren, einen solchen Brocken bereits am selben Tag kommentieren können. Schließlich muss man das erst mal lesen, dann verstehen und dann auch noch was halbwegs Kluges dazu schreiben. Ich kann das nicht, ich brauche da schon ein, zwei Tage für.

Also schauen wir mal, was das Bundesverfassungsgericht da entschieden hat.
[…] «

Das BVerFFFG | Die Kolumnisten


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7 Antworten zu „Bei dem derzeit eingeschlagenen Weg werden unsere Enkel eine hochgradig verarmte Welt erben.“

  1. frau frogg schreibt:

    Es tut sich endlich etwas! Wird auch langsam Zeit! Dass jeder von uns mit kleinen Beiträgen zu einer Veränderung beitragen kann, halte ich allerdings für problematisch. Die einen halten es ja schon für einen Beitrag, wenn sie statt mit einem Diesel-SUV mit einem Tesla-SUV herumfahren. Die anderen ziehen um und haben dann sehr wohl weniger Wohnfläche als vorher, aber doch mehr Energieverbrauch, weil sogar die Sonnenstoren mit Strom betrieben sind. Es braucht ein gründliches Umdenken auf allen Ebenen, und ich weiss nicht, wie das gehen soll.

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    • Wenn jede/r der 80 Millionen Deutsche oder 750 Millionen Europäer einen Schritt in die Richtung der Nachhaltigkeit und Ressourcenverbrauchreduzierug ginge, wäre das ein klitzekleiner Schritt für jede/n Einzelne/n aber bereits ein großer Schritt für das Überleben der Menschheit. Und der erste Schritt ist der Wichtigste, er verändert die Richtung und das Bewusstsein. Das wird nicht ohne Auswirkung auf die zukünftige Rahmen-Gesetzgebung bleiben. Solange Politiker/innen Angst haben müssen, wiedergewählt zu werden, weil sie den Wähler*n vielleicht aufs Füßchen treten könnten, solange Politiker/innen nur zögerlich entscheiden.

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  2. gkazakou schreibt:

    Insekten und Menschen müssen sich keinesfalls ausschließen. Es kommt nicht daruaf an, wieviel ein Mensch verzehrt oder als Wohnfläche benutzt, sondern WIE er das tut. Ich sehe hier immer noch Bauern, die mit Roundup sämtlichen Bewuchs unter den Olivenbäumen und natürlich auch die Insekten töten, obgleich sie genauso gut das Gras mähen könnten. Tun sie aber nicht, weils wohl bequemer ist, oder billiger, oder was weiß ich. Freie Flächen gibts hier in Masse, auch für grasende Herden, aber Unverstand und Trägheit gibt es auch in Massen, leider.

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    • Erst wenn uns die Folgen unseres zügellosens und gierigen Wohnens, Essens, Reisens, Lebenshaltung bewusst werden, werden wir auch verstehen, warum Fauna und Flora verschwinden. Wenn uns das nicht bewusst wird und wir daraus keine einschneidenden Verhaltensänderungen ableiten, wird die Natur uns die Lebensgrundlagen entziehen und dafür sorgen, dass der größte Parasit verschwindet oder soweit reduziert wird, dass ein Überleben des Gesamt-Systems gesichert ist.

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      • gkazakou schreibt:

        Dem kann ich nicht zustimmen. Die meisten Menschen würden das sehr wohl verstehen, aber was sollen sie tun, wenn sie sich nur ein Hähnchen bei Lidl leisten können? Die hiesigen Bauern, aber auch viele Kleinstproduzenten essen, was sie selbst ganz traditionell und umweltgerecht anbauen, Nur was sie auf em Markt anbieten, ist vergiftet. Das Problem sind die 5% ganz oben, die den meisten keine andere Wahl lassen, als das vergiftete, unmenschlich herangezüchtete, mit genmanipuliertem Futter aufgezogene, massengeschlachtete Zeug zu produzieren, zu verkaufen und zu kaufen.

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  3. Christiane schreibt:

    2017!!!!! Ich glaube nicht, dass die Zahlen inzwischen besser sind, oder?

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