Wen interessieren über 20.000 Grippe-Tote? Oder knapp 700.000 Getötete und Verletzte im Straßenverkehr 2020?

»Die außergewöhnlich starke Grippewelle 2017/18 hat nach Schätzungen rund 25.100 Menschen in Deutschland das Leben gekostet.«
»Neben der Impfung, die laut RKI die wichtigste Schutzmaßnahme darstellt, empfehlen die Experten gründliches Händewaschen mit Seife und Abstandhalten zu Erkrankten.«
»Die Experten gehen von 3,8 Millionen Arztbesuchen wegen Grippe in der vergangenen Saison [2018/2019] aus. Das ist weniger als halb so viel wie 2017/18.«
»Grippe könne aber auch tödlich sein. Spahn rief besonders ältere Menschen, chronisch Kranke, Schwangere sowie Medizin- und Pflegepersonal dazu auf, sich rechtzeitig impfen zu lassen.«
»Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen Grippe Menschen ab 60, chro­nisch Kranken, Schwangeren sowie Medizin- und Pflegepersonal. Die Impfung des medizinischen Personals dient laut RKI dem individuellen Schutz vor einer Erkran­kung, reduziert aber auch die Weiterverbreitung des Influenzavirus im Krankenhaus. Bis­herige Daten wiesen auf den immer noch zu geringen Impfschutz des Gesundheitsperso­nals hin, schreibt das RKI mit.«

– Grippewelle war tödlichste in 30 Jahren [30.09.2019, https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/106375/Grippewelle-war-toedlichste-in-30-Jahren]

Hier ein Text aus der Schweiz:

» […] wer die Grippe erwischt hat, die echte Grippe, der leidet wirklich. Vor allen, wenn er oder sie zu einer Gruppe gehört, die ein «erhöhtes Komplikationsrisiko» aufweist, wie es medizinisch heißt.

Die Grippe ist eine akute Infektionskrankheit. […] Wir haben hohes Fieber, unsere Gelenke schmerzen, alle Muskeln schmerzen, wir husten, die Brust tut weh, wir fühlen uns allgemein elend, Appetit haben wir keinen. Und das je nach Verlauf bis zu sieben Tage. Haben wir Pech und sind wir vorbelastet, resultiert vielleicht auch eine Bronchitis oder eine Pneumonie, also eine Entzündung des Lungengewebes. Das ist vor allem bei älteren Menschen der Fall. In einigen Fällen halten sich die Nachwirkungen über Wochen oder Monate, man ist ermattet, ausgelaugt, kommt nicht mehr auf Touren. Die möglichen Langzeitwirkungen von Influzenza sind bekannt und bestens dokumentiert.
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Bis zu über 300’000 Menschen suchen jedes Jahr einen Arzt aufgrund von Grippesymptomen auf. Es kann auch schlimmer kommen. Deshalb landen jedes Jahr bis zu 5000 Menschen im Spital aufgrund der Grippe. Und bis zu 1500 Menschen jährlich überleben sie nicht. Das ist der Schnitt, es gibt Jahre mit einer massiveren Grippewelle und entsprechend mehr Hospitalisationen und Todesopfern. Unterm Strich, so hält die Lungenliga Schweiz fest, erkranken jedes Jahr 5 bis 10 Prozent der Erwachsenen und sogar 20 bis 30 Prozent der Kinder an der Grippe. Der volkswirtschaftliche Schaden wird auf bis zu 300 Millionen Franken pro Jahr geschätzt.
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Einigen […] Leuten dürfte die Grippesaison 2015 in Erinnerung sein. Damals starben 2500 Menschen 2015 in der Schweiz an der Grippe. An der herkömmlichen Grippe, einer Erkrankung, die wir seit langem kennen. Darunter vor allem ältere Menschen über 65.
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In den früheren Grippe-Rekordjahren gab es […] diverse alarmierende Titelschlagzeilen. Sie berichteten von Überbelegung in den Spitälern, von knappen Intensivbetten. […] Schlägt die Grippe in einem Ballungszentrum von Risikopersonen zu, beispielsweise in einem Alters- oder Pflegeheim, so kann es dieses ziemlich schnell ausdünnen.
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Es gibt eine Impfung gegen die Grippe. Sie wird offensiv empfohlen. […] die Grippeimpfung hat nichts daran geändert, dass die Grippe eine Volkskrankheit ist. Dass man daran schwer erkranken kann. Oder sterben.
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an Grippe Erkrankte müssen oft beatmet werden. […] schon damals [2005] wurde gefordert, man solle Spitäler entsprechend aufrüsten. […] Allein für die Influenza.
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Warum waren die Grippewellen der Vergangenheit kaum Schlagzeilen wert? Obwohl man hier buchstäblich alles weiß und die Gefährlichkeit bekannt ist?
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Die über 300’000 Menschen mit Grippesymptomen pro Jahr scheinen nun […] kein Pappenstiel. […] Die Grippe greift auch gerne um sich. Wie jedes Virus.

Theoretisch wäre die aktuelle Lage ein guter Anlass, um der herkömmlichen Grippe mehr Aufmerksamkeit zu schenken. […] Wurden wir in den letzten Jahren je aufgefordert, Distanz zu halten, uns vermehrt die Hände zu waschen, Desinfektionsmittel zu verwenden, um der Grippe zu entgehen? Möglicherweise gab es mal eine Kampagne des BAG dazu, vor allem in heftigen Jahren, aber sehr viel diskreter als das, was jetzt passiert.

Man hat uns auch nie vor Reisen in Länder mit erhöhter Grippegefahr gewarnt. Es wurde auch niemand in Quarantäne gesteckt. Die Grippe wurde als gegeben angesehen. Man kriegt sie eben. Die Impfung wurde eingeführt, danach verschwand das Thema beziehungsweise: Es wurde nur noch für die Impfung die Werbetrommel geführt. Dass die Grippe weiter wütet, ist kein mediales Thema mehr. Trotz bis zu 2500 Todesopfern pro Jahr. Es hat schlicht keinen interessiert.
[…] «

Stefan Millius  ::  Die Ostschweiz  ::  30.10.2020  ::  Wir stellen vor: Die ganz «banale» Grippe  ::  https://www.dieostschweiz.ch/artikel/wir-stellen-vor-die-ganz-banale-grippe-AWxlzGb


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10 Antworten zu Wen interessieren über 20.000 Grippe-Tote? Oder knapp 700.000 Getötete und Verletzte im Straßenverkehr 2020?

  1. nandalya schreibt:

    Während die Grippeimpfung seit Jahrzehnten erprobt ist und wenigstens zum Teil schützen kann, ist das bei den experimentellen Corona-Impfstoffen völlig unbekannt. Egal ob es sich dabei um Vektor- oder mRNA-Impfstoffe handelt. Die bisherigen Studien haben keine wirkliche Aussagekraft. Vor allem, da wir uns erst in der 3. Phase befinden und die jetzt Geimpften die Versuchskaninchen sind. Wir werden lernen, auch mit „Corona“ zu leben. Ohne Lockdown versteht sich. Falls unbekannt, Big Pharma forscht parallel an „Pillen“ gegen Corona bzw. viralen Erkrankungen. Geld dafür haben sie mit den Impfungen genug verdient.

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    • Ich verstehe es auch nicht, warum gesunde Menschen mit guter Konstitution nach der Impfung lechzen. Zumal es keine Impfung ist, sondern ein Medikament. Es kommt nicht zu einer Immunisierung, lediglich der Krankheitsverlauf wird milder. (So wie Bernd das versteht.). Vor jeder Impfung/Medikamentengabe muss es eine individuelle Nutzen-/Risikoabwägung geben.

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      • nandalya schreibt:

        Es ist schwer mich aus der Fassung zu bringen. Aber die deutsche Impfhörigkeit hat das fast geschafft. Schlimm daran, es ist ein experimentelles Medikament, das an gesunden Menschen ausprobiert wird und dessen Risiken ungleich höher sind, als die Gefährlichkeit von „Corona.“.

        Wie du bin ich auch keine Medizinerin. Okay du bist sowieso keine „in“ 😉 Spaß beiseite. Professor Bhakdi und Dr. Wodarg haben in den letzten Tagen noch einmal vor der „Impfung“ gewarnt, bzw. auf die Nutzlosigkeit hingewiesen. Vielleicht hast du die Interviews gesehen. Es gibt weltweit immer mehr Ärzte und Wissenschaftler, die das wie die beiden sehen. In England soll „Corona“ bald nur noch als saisonale „Grippe“ behandelt werden. Ja, es mag ansteckender sein, aber mit gestärktem Immunsystem, vielleicht der Gabe schon jetzt erhältlicher, vorbeugender Medikamente und der bereits in der Entwicklung befindlicher neuer „Pillen“, wird die Angst vor dem bösen Virus bald verflogen sein. In Asien schüttelt man ohnehin nur den Kopf über den Corona-Weltmeister Deutschland.

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        • Man muss noch nicht einmal andere Quellen lesen/hören/sehen. Selbstdenken hülfe. Und auch einfach einmal nachrechnen, was eine Inzidenz von 160 heruntergerechnet auf meinen Supermarkt mit 100 Konsumenten für eine „Gefahr“ dann darstellt. Klar Gruppenkuscheln verbietet sich bei jeder Grippewelle.

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  2. Anna-Lena schreibt:

    Verhaltensänderungen werden leider die wenigsten konsequent umsetzen, denn das ist eine Herausforderung, die ans Eingemachte geht. Vielen reicht, nach Corona, das „alte Leben“ zurück zu bekommen (was immer das auch war, es wird es nicht mehr geben).

    Liebe Grüße
    Anna-Lena

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    • So ist es. – Für die genannten Verhaltensänderungen braucht es Rahmenbedingungen, die durch den Bundestag und die Landtage gesetzt werden und Poltiker/innen, die diese populär machen. Das gibt es nicht mehr. Deshalb muss das politische Personal gegen unverbrauchte Menschen aus den Parteien außerhalb der Landtages ausgetauscht werden. Liebe Grüße, Bernd

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  3. sori1982 schreibt:

    Sollte dies im Zusammenhang mit der aktuellen Pandemie stehen: Keine Frage, wir dürfen C nicht unterschätzen, aber in den letzten Monaten fragte ich mich oft, ob wir nicht ein sogenanntes Dashboard für die Raucher:innen, Diabetiker:innen, Übergewichtigen und alle anderen längst bekannten, aber nicht zu unterschätzenden Krankheiten aufstellen sollen.
    Da würden wir wirklich schauen, wie körperlich krank unsere Gesellschaft längst geworden ist.

    Gefällt 3 Personen

    • Mein Reden seit Ausbruch der Pandemie: wir gehen viel zu sorglos und fahrlässig mit anderen (tödlichen) Gefahren um. Wenn der Schutz des Lebens und der körperlichen Unversehrtheit so wichtig ist, wie bei einem neuen Virus (und das ist er m.M.), dann brauchen wir jetzt eine Offensive und massive Verhaltensänderungen im Straßenverkehr und auch bei allen von dir genannten Sucht-Erkrankungen (neben den Rauchern vor allem auch die Alkohol-Trinkenden) und Volkserkrankungen. Doppelte Standards dürfen zukünftig nicht mehr zulässig sein. Liebe Grüße, Bernd

      Gefällt 3 Personen

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