„Die Geldverbrennung ist eine mögliche Antwort des Bürgers auf die Suizidgesellschaft.“

Wer hat ein finanzielles Interesse an meinem Konsumverhalten?

Inwieweit geht mein Lebensstandard auf Kosten der Dritten Welt?

Trägt er zur Umweltzerstörung bei?

Benütze ich, was ich habe?

Brauche ich, was ich benütze?

Was ist lebensnotwendig und was überflüssig?

Auf was kann verzichtet werden?

» […] Solange wir nach Reichtum streben, wird es Ungerechtigkeit geben, denn Geld- und Grundbesitz sind nur das Symptom eines menschlichen Makels — der Habgier, die zu Zwist, Betrug, Ausbeutung, Unterdrückung und Krieg führt.
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Heute bevölkern 7,3 Milliarden Menschen den Planeten. 4,8 Milliarden leben in der südlichen Hemisphäre, Hunderte Millionen unter unwürdigen Bedingungen. Laut Weltbank kontrollieren die 500 mächtigsten transnationalen Konzerne 52,8 Prozent des Weltbruttosozialprodukts. Die 85 reichsten Milliardäre besitzen genauso viele Vermögenswerte wie 3,5 Milliarden Menschen, das heißt der ärmste Teil der Menschheit. Alle fünf Sekunden stirbt ein Kind an Hunger oder den Folgen chronischer Unterernährung, obwohl die Erde in der Lage wäre, 12 Milliarden Menschen ausreichend zu ernähren.

Der neoliberale Kapitalismus hat eine „kannibalistische Weltordnung“ (Jean Ziegler) geschaffen, die nicht nur einzelne Menschen vernichtet, sondern auch die Natur, die Biosphäre des Menschen. Indem wir skrupellos die Ressourcen des Planeten plündern, die Umwelt zerstören und das Klima aufheizen, bereiten wir die Endlösung der Menschheit vor.

Der entfesselte Kapitalismus ist ein dystopischer Kapitalismus. Auch hierzulande beschert er uns eine monetäre Klassengesellschaft: Den 20 Prozent Armen, die mit dem Existenzminimum oder mit noch weniger auskommen müssen, stehen zehn Prozent Reiche gegenüber. Die reichsten fünf Prozent besitzen mehr als die Hälfte des gesamten Vermögens. […]

Tatsächlich mästen die Oberen ihre Bankkonten. Im Chor schreien sie nach Wohlstand und Sicherheit — sprich: nach sozialer Ausbeutung in Billiglohnländern und Arbeitslosigkeit in Deutschland.
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Im Neoliberalismus ist das Geld der Gott der Waren und der Gott der Menschen, die zu Waren degradiert werden.
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Die hemmungslose Bereicherung hat eine hohe Verschuldung der Dritten Welt zur Folge.

Die Besessenheit, Kapital zu vermehren, macht nicht Halt vor Menschenrechtsverletzung und Mord.

Die Habgier hortet Flucht- und wäscht Drogengeld. Alles wird käuflich: Fauna, Flora und menschlicher Lebensraum ebenso wie Vorrechte, Machtpositionen und die Gesinnung von Menschen.

Geld ist das folgenschwerste Symptom menschlicher Entfremdung vom Ursprung. Im Streben nach Geld und Eigentum verlieren wir, was uns menschlich macht — die Lust am Geben und Teilen.
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Der Zins ist der Kredit, den wir bei der Umwelt aufnehmen, um unsere Technologien zu finanzieren, die sie zerstören. Zins und Zinseszins sind das Blut der Erde.

Das Wirtschaftswachstum ist ein Etikettenschwindel. Was wächst, ist die Anzahl der Infarkt- und Drogentoten im Norden und der Epidemie- und Hungertoten im Süden. Was wächst, ist die Ausrottung von Pflanzen- und Tierarten. Was wächst, sind Abfallberge und Plastikinseln. Was wächst, sind CO2- und Ozonwerte. Was wächst, ist die Hitze.

Aus der Wohlstandsgesellschaft wurde die Konsumgesellschaft, die das wahllose Verbrauchen zu ihrem obersten Prinzip ernannt hat.

Aus der Konsumgesellschaft ging die Risikogesellschaft hervor, die für noch mehr Profit auch massive Nachteile, Verluste und Schäden in Kauf nimmt. […]

Auf Wohlstand, Konsum und Risiko folgt der ökologische Selbstmord. Wir leben in einer Suizidgesellschaft.

Rettung liegt im Loslassen. […] so finden wir das Glück nicht im Besitz, sondern im Verzicht.

Aufgeben, Gehenlassen, Abschied-nehmen bedeutet Freiheit — Festhalten, Fesseln, Sammeln heißt Gefangenschaft. […]

Die Bereitschaft zum Verzicht ist eine Voraussetzung für Glück.

Das Geld ist unser beliebtester Fetisch und ein großes Tabu. Im Gegensatz zu anderen Dingen des täglichen Gebrauchs besitzt es die Aura der Unantastbarkeit, der Unzerstörbarkeit. Wäre es aber wirklich unantastbar und unzerstörbar, erwiese sich die menschliche Freiheit als Illusion. Die Abhängigkeit vom Geld kann durch einen bewussten Akt des Verzichts überwunden, die persönliche Freiheit durch freiwillige Beschränkung errungen werden.
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Das Geld ist der Treibstoff der Menschheit und als solcher das große Ja. Der „magischen“ Geldvermehrung liegen pseudo-religiöse Rituale zugrunde.
[…] «

Peter Fahr  ::  RUB|KON  ::  20.02.2020  ::  Das Feuerzeichen  ::  https://www.rubikon.news/artikel/das-feuerzeichen


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Eine Antwort zu „Die Geldverbrennung ist eine mögliche Antwort des Bürgers auf die Suizidgesellschaft.“

  1. Tom schreibt:

    Die Verschuldung Indonesiens ist eine Folge indonesischer Habgier! Man will hier alles, was man in den entwickelten Ländern auch hat – nur schneller und ohne eigene Anstrengung. Der pauschale Blick auf dieses Phänomen führt zu nichts.

    Gefällt 1 Person

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