„Wir haben uns nicht ausgesucht, so zu sein, wie wir sind. Wir können uns aber aussuchen, was wir daraus machen.“

„Nur der Blick nach innen kann die äußeren Kämpfe entspannen. Das wirksamste Mittel gegen den Krieg ist die heilsame Kapitulation vor den innerseelischen Feinden, die da heißen: Minderwertigkeit, Unsicherheit, Entfremdung und Angst“

Hans-Joachim Maaz

» […] Viele haben Angst unterzugehen, wenn sie dieses Spiel der Leistungsgesellschaft, des Systems nicht mitspielen.

Doch was bedeutet ein Leben jenseits des alltäglichen Hamsterrades wirklich?
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Die Last, der Leistungsdruck, unter dem er jahrzehntelang gelitten hatte, fiel von ihm ab, als er es wagte, innezuhalten und seine eigenen Wege zu gehen.

Seither begegnet er seinen Mitmenschen anders.

Aber viele Menschen können oft nicht mit sich allein sein. Sie haben keine Beziehung mehr zu sich selbst.
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Wir Menschen richten unseren Planeten zugrunde: Plastikabfälle im Meer, Abholzung der Urwälder, Chemikalien in Flüssen, grausame Massenschlachtung von Tieren, Kriege gegen unsere eigenen Brüder und Schwestern … Die Liste ließe sich lange fortsetzen. Wir alle kennen sie zur Genüge.
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Der Erde ginge es besser ohne uns, so eine weitverbreitete Meinung. Schließen sich diejenigen, die das sagen, selbst in diese Gattung mit ein? Ist es nicht absurd, unlogisch und gegen jedes Naturgesetz, dass ein Lebewesen die eigene Ausrottung befürwortet?
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„Wenn du Mitglied einer Rasse bist, der Rasse Mensch, und du siehst, was sie als Gesamtheit auf diesem Planeten veranstalten, unbewusst meist, und du kannst nichts anderes als zu sagen, ‚ich gehöre ja dazu‘ … Also ich möchte den ökologischen Rucksack, den ich über die letzten sechzig Jahre angesammelt habe, nicht sehen.“
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der Tsunami der Zerstörung [ist] einfach zu gewaltig, als dass wir uns als Einzelwesen erfolgreich dagegenstemmen könnten.

Aber, was das System und seine Vertreter, was die seelenlose Bagage, die uns jeden Tag in die Fresse haut, nicht weiß, ist, was Leben ist. Sie wissen nicht, was das Leben ist. Und das ist unser Vorteil. Wir wissen es.“
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Was bedeutet Leben für uns?

Wissen Menschen, die ihren Alltag in ebendiesem System abarbeiten wie eine Maschine, was Leben ist?

Fühlen sie sich lebendig?
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Stammt die Verachtung vieler Menschen für die Menschheit als Ganzes nicht aus dem eigenen Nichtfühlen, Nichtleben? Ist es nicht an der Zeit, dass wir einen Zusammenhang zwischen Umweltschutz und Menschenliebe herstellen? Zwischen mangelnder Liebe für uns als Individuum beziehungsweise als Spezies und der Zerstörung unseres Lebensraumes?

Für mich liegt die Zerstörungswut der menschlichen Rasse als Ganzes in ihrer Abgeschnittenheit von den eigenen Gefühlen begründet.
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jeder Einzelne von uns erlitt in seiner Kindheit durch seine eigenen Eltern und deren Abgeschnittenheit von ihren Gefühlen große Verletzungen. Ein Schmerz, der dazu führte, dass auch wir uns von unseren Gefühlen abschneiden mussten. Das ist vielleicht vereinfacht ausgedrückt und betrifft einige stärker als andere, doch ich beobachte es bei vielen Menschen in meinem Umfeld. Jeder von uns reagiert vielleicht anders darauf: Einige können ganz gut damit leben, indem sie verdrängen und sich permanent mit Arbeit, Unterhaltung und Konsum ablenken. Andere dagegen können das eher nicht und verfallen in Depressionen, Süchten, erliegen der Gier oder dem Machtstreben.
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„Die Verhältnisse sind immer auch ein Ausdruck des Seelenlebens der Mehrheiten. Die Innenwelt ist verantwortlich für die Gestaltung der Außenwelt. Was innen nicht vorhanden ist, kann außen nicht entstehen. Aber was innen verborgen ist und dort nicht wahrgenommen wird, stellt sich im Außen dar. Wer keine Liebe erfahren hat, kann keine Beziehungen aushalten und gestalten […]. Früh erlittene Gewalt lässt die ehemaligen Opfer zu Tätern werden oder zu bemüht Friedfertigen, die ihre Friedensbotschaft dann oft radikal oder militant durchsetzen wollen. Für alle späteren Verhaltensweisen lassen sich frühe Quellen finden“
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In unserer „harten“ Version sind wir gefühllos und zerstörerisch, doch der Kern des Menschen — unsere natürliche Menschlichkeit — will und kann mit allen anderen Wesen im Einklang leben.
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Das Gros von uns möchte nicht an der Zerstörung teilnehmen. Auch wenn wir als Teile dieses Systems eine gewisse Mitverantwortung tragen, liegt der Ausweg nicht darin, uns selbst zu verteufeln, sondern darin, den Schmerz und die Trauer über die in unserer Kindheit erfahrenen Verletzungen wieder zuzulassen und auszuleben, unsere harte Schale dadurch nach und nach zu durchbrechen, uns selbst als Individuum und Menschheit anzunehmen und durch das Zulassen der Trauer und der Schmerzen Frieden in unserem Inneren zu schaffen, der sich dann im Außen zeigen wird.

Wenn wir uns als Spezies lieben und voller Mitgefühl verstehen lernen wollen, warum „wir“ so handeln, uns als verletzliche Lebewesen erkennen, die wir als Teil der Natur sind, dann finden wir ganz natürlich zu einer Lebensweise zurück, die sich wieder in den Lebensraum Erde einbettet.
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„Wenn wir uns mit dem Leben intensiv verbinden, in Liebe jedem gegenüber, nicht nur jedem Menschen gegenüber, sondern jedem Tier, jeder Pflanze, dann entsteht in uns selbst eine Energie und eine Kraft, die automatisch ausstrahlt auf andere. Und je mehr solcher Wesen heranwachsen, also Bewusstheit, desto größer ist die Wirkung auf andere, (…) und diese Cluster verbinden sich irgendwann miteinander und bilden ein Kollektivbewusstsein.“
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wir werden gleichzeitig Zeuge — und da sollten wir die Augen offenhalten — eines Umbruchs, wie es ihn in der Menschheitsgeschichte noch nie gegeben hat, mit der Möglichkeit, dass die Menschheit dabei draufgeht. Und zwar in den nächsten hundert Jahren.
[…] «

Elisa Gratias  ::  RUB|KON  ::  06.09.2019  ::  Aus Liebe zum Menschen – Dirk C. Fleck und Jens Lehrich unterhalten sich über die Spezies Mensch und einen möglichen Ausweg aus ihrem zerstörerischen Verhalten.  ::  https://www.rubikon.news/artikel/aus-liebe-zum-menschen


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4 Antworten zu „Wir haben uns nicht ausgesucht, so zu sein, wie wir sind. Wir können uns aber aussuchen, was wir daraus machen.“

  1. frau frogg schreibt:

    Dann ist die Frage: Wie finden wir das wieder, dieses Verhältnis zu uns selbst? Ich finde es durchaus denkbar, dass wir innerlich in einer starken Disharmonie zur Welt und zum Leben stehen. Aber das hat viel mit der Moderne zu tun, mit dem Lebensstil, dem wir uns verschrieben haben. Was hilft? Meditieren? Religion? Oder einfach nicht mehr Auto fahren und dauernd aufs Handy schielen und er Rest ergibt sich von allein? Ich weiss es nicht.

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    • Ich halte den Weg dorthin für weniger problematisch. Das Erkennen ist das Problem. Was dann hilft, ist individuell. Mir hilft Meditation. Anderen mag der Glaube helfen, das Zusammensein in Gemeinschaft. Zu entschleunigen ist auch eine Möglichkeit. Reize reduzieren.

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  2. Christiane schreibt:

    Wie recht er hat und wie schwer das oft ist. 🤔
    Sonntagmorgenkaffeegrüße – guten Morgen! 😁🌤️☕🍩🌼👍

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    • Da die Milliarden Schattenkinder ihr impulsives Handeln nur selten erkennen und so überwinden können, Bedarf es einer gemeinsamen Anstrengung, derjenigen, die diesen Zustand überwunden haben, den Schattenkindern ihre Verhaftung in den Verletzungen ihrer Kindheit bewusst zu machen, und aufzuzeigen, dass diese Verletzungen geheilt werden oder zumindest vernarben können. Danke. Genau, ein zweiter Kaffee täte gut, liebe Grüße, Bernd

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