Es braucht einen kollektiven Lernprozess – Lernen aus Fehlern – um die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts bewältigen zu können.

» […] Eine Kultur, in der alle alles richtig zu machen behaupten, kann entweder nur tief zerstritten oder komplett anästhesiert sein, beides ist unproduktiv. Besonders dann, wenn die größte Herausforderung des 21. Jahrhunderts darin besteht, unseren wirtschaftlichen Stoffwechsel auf ein anderes, nicht zerstörerisches Wirtschaftssystem zu bauen, aber niemand weiß, wie das gehen soll.

Es ist eine Lebenslüge der Wachstumswirtschaft, dass mit der sogenannten Dekarbonisierung die Probleme schon gelöst seien – wenn der Umfang des Stoffwechsels weiter wächst, wächst auch die Zerstörung weiter.
Wie aber eine natural befriedete Wirtschaft und Gesellschaft aussieht, mit der wir durch das 21. Jahrhundert kommen, weiß kein Mensch.
Um das wissen zu können, braucht es einen kollektiven Lernprozess, der vor allem durch Lernen aus Fehlern vorangetrieben werden kann.

Das autonom fahrende Auto: ein Fehler, weil es den Individualverkehr fortschreibt.

Die Digitalisierung von Infrastrukturen: ein Fehler, weil es die Verletzlichkeit der Infrastrukturen erhöht.

Die Externalisierung von Kosten: ein Fehler, weil es andere für die Zerstörungen aufkommen lässt, von denen man selbst profitiert.

Das Streben nach Kosteneffizienz: ein Fehler, weil das Resilienz verhindert.

Die Homogenisierung von Kultur: ein Fehler, weil es die größte soziale Produktivkraft, nämlich Differenz, zerstört.
[…] «

  • Harald Welzer, tazFUTURZWEI, Aus A folgt, dass A falsch war – Warum Fehler gut sind, 08.12.2020, Seite 13, https://taz.de/!p5099/

Über Red Skies Over Paradise

»Das Leben ist nie etwas, es ist nur die Gelegenheit zu einem Etwas.» - Friedrich Hebbel
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