„In 15 Jahren dürfen demnach keine Kohle- oder auch Gaskraftwerke mehr CO2 in die Luft blasen. Autos gibt es nur noch ohne Verbrennungsmotor, Häuser werden energetisch saniert, so dass sie kaum noch Heizenergie brauchen, und die Landwirtschaft wird klimaverträglich, was unter anderem eine drastische Senkung des Fleischkonsums bedeuten würde.“

Georg Ehring :: Deutschlanfunk Hintergrund :: 05.10.2020 :: CO2-Speicherung: Wie wir das Klima reparieren könnten – vielleicht

» […] „Wenn wir so weitermachen, wie bisher? Sehen Sie die Spitze von der Quadriga? Bis dahin geht das Wasser, wenn alle Pole geschmolzen sind.“
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„Wir wissen seit über 30 Jahren, dass dringender Handlungsbedarf ist. Und die Schritte, die wir machen, sind allenfalls winzige Schritte, wenn es nicht Rückschritte sind.“
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Weil ärmere Länder es da vermutlich schwerer haben, müssen die Industrienationen eine Vorreiterrolle übernehmen
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„ […] In Deutschland sagen wir eigentlich, an 2035 geht eigentlich nichts vorbei, wenn wir verantwortungsvoll handeln möchten.“

In 15 Jahren dürfen demnach keine Kohle- oder auch Gaskraftwerke mehr CO2 in die Luft blasen. Autos gibt es nur noch ohne Verbrennungsmotor, Häuser werden energetisch saniert, so dass sie kaum noch Heizenergie brauchen, und die Landwirtschaft wird klimaverträglich, was unter anderem eine drastische Senkung des Fleischkonsums bedeuten würde.

„Das ist zwar superschwierig, das ist ein Riesen-Kraftakt, aber eigentlich führt da kein Weg dran vorbei.“
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Ohne schnelle Erfolge im Klimaschutz werden Hitzewellen und Dürren noch häufiger, Wirbelstürme noch verheerender, Überschwemmungen extremer und der Anstieg des Meeresspiegels wird sich beschleunigen.
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„ […] Alles, was die deutsche Bundesregierung bislang auf den Tisch gelegt hat, reicht nicht aus für einen fairen Beitrag Deutschlands zum Erreichen der Pariser Klimaziele.“
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„Wir haben Anlagen gebaut und diese Anlagen filtern das CO2 direkt aus der Luft. Eine Anlage können Sie sich so vorstellen, dass wir Filterboxen haben. Das sind Metallkästen, die auf beiden Seiten eine Öffnung haben, wo wir die Luft durchziehen. Und die Luft wird dann durch ein Filtermaterial gezogen, und dieses Filtermaterial entnimmt der Luft dann das CO2.“
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Das Kohlendioxid lässt sich entweder nutzen oder im Boden lagern, um es dauerhaft von der Atmosphäre fernzuhalten.
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Knapp 600 bis unter 1.000 Euro kostet die Entnahme einer Tonne CO2 aus der Luft mit der Technik von Climeworks derzeit. […] Langfristig strebt die Firma an, auf weniger als 100 Euro pro Tonne zu kommen.
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„Die einfachste ist Aufforsten. Die Bäume wachsen, binden über Photosynthese CO2. Irgendwann wachsen sie nicht mehr, also sagen wir mal nach 100 Jahren, je nachdem über welche Baumbestände wir reden, wachsen sie nicht mehr. Aber: Ich habe CO2 im Baum, im Wald gebunden, allerdings möglicherweise nicht stabil, weil der könnte ja abbrennen oder es gibt Krankheiten.“

die Welt [ist] heute von einer Vermehrung ihrer Waldbestände weit entfernt. Gerade in den Tropen wird in gewaltigem Umfang Wald abgeholzt, was die Erderwärmung noch zusätzlich anheizt.
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Möglich wäre etwa der Bau von Kraftwerken, die Biomasse verbrennen, also Holz oder Pflanzenreste. Das entstehende CO2 müsste abgeschieden und eingelagert werden. Das Kohlendioxid, das die Pflanzen für ihr Wachstum aufgenommen haben, würde auf diese Weise dauerhaft verschwinden.
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„Die Speichermöglichkeiten bestehen einerseits in den tiefen Salzwasser führenden Schichten, die eine recht weite Verbreitung haben, wo wir auch sehr große Speicherkapazitäten erwarten würden, aber wo die Unsicherheiten auch groß sind, weil diese bisher nicht erkundet wurden. Auf der anderen Seite haben wir Erdgasfelder, die zum Teil weitgehend erschöpft sind und die geförderte Erdgasmenge ist bekannt und dort kann man die Speicherkapazitäten verlässlicher abschätzen, und allein in den Erdgaslagerstätten in Deutschland, da könnten wir zweieinhalb Gigatonnen CO2 speichern.“

Das ist etwa so viel, wie Deutschland derzeit in drei Jahren ausstößt.
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„Wir haben natürliche CO2-Lagerstätten auch in Deutschland, in denen dieses CO2 seit zehn bis 20 Millionen Jahren in der Erde ist. Aber für Klimaschutzzwecke reicht es wahrscheinlich, wenn wir sagen können: Der größte Teil des CO2 wird zehntausend Jahre im Boden bleiben, und wenn er dann nur langsam entweicht, können die natürlichen Kohlenstoffsenken das CO2, das entweichen würde, auch wieder aufnehmen.“
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Bürgerinitiativen wehrten sich gegen Endlager für CO2.
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Unkonventionelle Techniken im Klimaschutz werden gebraucht.
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„Eine Möglichkeit wäre, dass die Länder, die einen größeren Anteil an der Verursachung des Klimawandels haben, die mehr Treibhausgase ausgestoßen haben und noch ausstoßen werden, auch für einen größeren Teil ihrer Beseitigung aufkommen müssen. Die andere Möglichkeit wäre, dass wir auf den Reichtum der Länder schauen. Die Reicheren müssten dann einen größeren Teil der Lasten tragen.“
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„Es ist ziemlich klar, dass die großen Emittenten, also China, die USA und die EU, moralisch zum großen Teil für die Entfernung des CO2 aus der Luft in diesem Jahrhundert verantwortlich sind, zumindest solange sie nicht sehr viel mehr für den Klimaschutz tun.“
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„Die Anrechnung von CO2-Speicherfunktionen von Wäldern und Böden reicht nicht aus, es kann den Umbau der Wirtschaft nicht ersetzen. Es ist auch keine Ergänzung, denn gerade wegen der Klimakrise nimmt diese CO2-Speicherfunktion von Wäldern weltweit ab. Weltweit stehen die Wälder in Flammen, sie ächzen unter der Klimakrise. Der Waldschutz ist wichtig, aber die Emissionen müssen auch real sinken.“
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„Also, CO2-Entnahme aus der Atmosphäre ist eine Reparaturtechnik, in gewisser Weise. Technisch effizienter und sinnvoller ist es natürlich, sie gar nicht erst zu emittieren. Das ist vielleicht der erste zentrale Punkt. Wenn Sie sie aber nun emittiert haben, weil es nicht anders geht – Landwirtschaft, Prozessemissionen aus der Industrie sind da ein Sorgenkind – dann muss man irgendwann tatsächlich darüber reden, wie man im Zweifelsfall auch aus der Atmosphäre diese Emissionen wieder entfernt. Dazu gibt es einige Forschungen auch im Ausland. Und im Grundsatz ist das richtig und gut, dass das beforscht wird.“
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„Was aber nicht passieren darf, und den Eindruck haben wir manchmal, dass wir das als Alternative diskutieren. Es ist keine Alternative, sondern es ist etwas, was obendrauf kommt, wenn wir mit der Minderung der Treibhausgasemissionen nicht dort hinkommen, wo wir hinmüssen, nämlich ganz nah an die Treibhausgasneutralität dran. Tatsächlich ist aber immer erst mal an der Quelle anzusetzen und hinterher die Reparatur vorzunehmen. So würde ich das zusammenfassen.“
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„Wir haben ja die Debatte auch bei der Atomkraft immer wieder gehabt. Es wurde erzählt, wie sicher das Ganze sei, wie sicher die Endlagerung sei. Und beim CCS gibt es ähnliche Problematiken. Man weiß nicht, wie das aus Gesteinsschichten entweichen kann, man weiß nicht, welche tektonischen Verschiebungen es geben kann und ähnliche Sachen. Das heißt: Es soll ja da langfristig gespeichert werden, aber genauso wie bei der Atomkraft bezweifeln wir auch hier, dass es da so etwas gibt wie eine sichere Endlagerung.“
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„Die CO2-Entnahme aus der Luft, aber auch die CO2-Speicherung, sind vielleicht keine Alternativen zum aktuellen Klimaschutz. Wir müssen weiterhin natürlich die Reduktion von Treibhausgasen in den Vordergrund rücken, aber sie sind eine notwendige Ergänzung, wenn wir wirklich Klimaneutralität, CO2-Neutralität, Treibhausgasneutralität, umsetzen wollen.“
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Georg Ehring  ::  Deutschlanfunk Hintergrund  ::  05.10.2020  ::  CO2-Speicherung: Wie wir das Klima reparieren könnten – vielleicht  ::  https://www.deutschlandfunk.de/co2-speicherung-wie-wir-das-klima-reparieren-koennten.724.de.html?dram:article_id=485277


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