„Wer die Verfasstheit führender Medien und herrschende Diskurse kritisiert, darf deren Fehler nicht spiegeln, sondern muss es auf jeder Ebene und in jedweder Hinsicht zumindest besser zu machen versuchen.“

» […] Das Magazin Rubikon ist mit Elan als Alternativmedium angetreten. Seither sieht sich die Leitung zunehmend von einer „Diktatur“ bedroht. Wer Kritik übt oder die Reihen verlässt, gilt als Nestbeschmutzer
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Längst schon ist bei Rubikon ein weiterer, weniger öffentlich ausgetragener Trend zu verzeichnen. Autoren haben die Mitarbeit beendet, vielen ist die Enttäuschung über den Kurs der Redaktion anzumerken. Was einst scheinbar als gemeinsames Projekt begann, sei zusehends zentral gesteuert worden, schildern ehemalige Mitarbeiter. Das wirkt sich auch auf die Inhalte aus.
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haben die Publizistin Daniela Dahn, der Psychologe Rainer Mausfeld, der Politologe und Soziologe Hans See und der ehemalige UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Ernährung, Jean Ziegler, mit dem Dokument ihren Austritt aus dem Rubikon-Beirat bekannt gegeben.
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„Leider sehen wir jedoch eine solche Funktion durch einige Entwicklungen des Rubikon sowohl inhaltlicher als auch editorialer Art gefährdet.“ Man habe versucht, diese Position im Magazin abzubilden, dies sei jedoch abgelehnt worden.
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dass sich die Rubikon-Leitung umzingelt sieht. Von „Zensur“ ist da die Rede, von „Manipulation“, „schrecklichem Sterben“, „politischen Erdbeben“, „Bürgerkrieg“, „Diktatur“, „Überwachung“, „globaler Neuordnung“ und „Revolution“.
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Man habe Wernicke „in der Vermittlung seiner Entscheidungen als autoritär“ erlebt, heißt es in der Austrittserklärung von Dahn, Mausfeld, See und Ziegler: „So als billige er dem Beirat nur die Funktion eines Aushängeschildes und Werbeträgers zu.“
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An der Abwanderung von Autoren und Unterstützern beim „Magazin für die kritische Masse“ hat Wernicke offenbar einen erheblichen Anteil.
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„Es trotzdem zu wagen, gegen die widrigen Umstände und gleichzeitig gegen den Strom schwimmen zu wollen, ist eine große Anstrengung, die nicht viele in Kauf nehmen.“
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Was man im Sinne des Projektes Rubikon kritisieren muss, ist die Weigerung, diese notwendige Debatte, also auch den Widerspruch dazu, selbst zu führen.
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„Ich halte die Trennung von Geschäftsführung und Redaktion für absolut notwendig. Das ist bei Rubikon nicht der Fall, weil alle Entscheidungen über Wernicke laufen. Es fehlt Transparenz.“
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„Der von uns wahrgenommene hohe Grad an Selektivität, eine nicht selten mangelnde analytische Sachlichkeit sowie schrille Töne in der Darstellung bergen nach unserer Überzeugung die Gefahr, dass aus dem Rubikon selbst ein komplementäres Mainstream-Medium wird, das gleichsam mit umgekehrtem Vorzeichen die kritisierten Eigenschaften der Mainstream-Medien wiederholt.“
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Wer die Verfasstheit führender Medien und herrschende Diskurse kritisiert, darf deren Fehler nicht spiegeln, sondern muss es auf jeder Ebene und in jedweder Hinsicht zumindest besser zu machen versuchen. Ansonsten landet jedes alternative Medium in der selbstgestellten Falle. In der Gegeninformationsfalle.
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Harald Neuber  ::  Telepolis  ::  07.06.2021  ::  Im Kriegsjournalismus  ::  https://www.heise.de/tp/features/Im-Kriegsjournalismus-6063717.html?seite=all


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3 Antworten zu „Wer die Verfasstheit führender Medien und herrschende Diskurse kritisiert, darf deren Fehler nicht spiegeln, sondern muss es auf jeder Ebene und in jedweder Hinsicht zumindest besser zu machen versuchen.“

  1. Xeniana schreibt:

    Verhältnisse bejahen statt zu negieren und so versuchen Veränderungen in Gang zu setzen. Aber wie gesagt man diese Verhältnisse…

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  2. nandalya schreibt:

    Was hindert die Autoren daran etwas eigenes auf die Beine zu stellen? Allerdings wäre es schade, wenn der Rubikon verschwindet. Auch wenn ich nicht immer ganz der Meinung dortiger Autoren bin, das Magazin ist eine absolute Bereicherung der Szene. Aber noch gibt es KenFM und Broder.

    Gefällt 1 Person

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