„Die ökologische Landwirtschaft bietet die notwendige Bandbreite an Lösungen für alle Elemente des ‚Zero Hunger Challenge‘.“

» […]  Knapp eine Milliarde Menschen hungert, eine weitere Milliarde leidet an Mangelernährung. […] Alle fünf Sekunden verhungert ein Kind unter zehn Jahren, […] jedes Jahr sterben mehrere Millionen Kinder in diesem Alter an schweren Mangelerscheinungen. […] Hunger ist weltweit die mit Abstand häufigste Todesursache. Die Landwirtschaft scheint vor einer wahren Herkulesaufgabe zu stehen, um in Anbetracht der steigenden Weltbevölkerungszahl den Hunger zu besiegen.
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„Die ökologische Landwirtschaft kann äußerst produktiv sein. (…) Neben ihrer Fähigkeit, die Ernte in einigen Regionen auf spektakuläre Weise zu erhöhen, ist die ökologische Landwirtschaft die bestmögliche Antwort auf den Klimawandel.“
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In Malawi konnte die Pflanzung dieses Baumes in einem Maisfeld die Ernte mindestens verdoppeln. […] Ein Bericht für das UN Millennium Projekt geht davon aus, dass gerade in unfruchtbaren Gegenden Afrikas die Agro-Forstwirtschaft den Ertrag verdoppeln oder sogar verdreifachen könnte.

Die Push-Pull-Technologie ist eine biologische Antwort auf die massiven Ernteverluste durch Schädlinge oder unerwünschte Beikräuter […] Ein aktueller UN-Bericht aus dem Jahr 2015 spricht von 100 000 Kleinbauern, die mittlerweile die Push-Pull-Technik in Ostafrika anwenden. Die Maisernte konnte dadurch verdoppelt und manchmal sogar verdreifacht werden.
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93 Prozent der Fälle zeigten eine Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit, eine Zunahme des vorhandenen Trinkwassers in Trockenzeiten sowie der Biodiversität und der Speicherung von CO2. […] Eine Reihe weiterer Studien bestätigt, dass ökologische Landwirtschaft eine deutlich bessere Energieeffizienz als die industrielle Landwirtschaft vorweisen kann. Zudem speichert sie bedeutend mehr CO2.
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die Art der Landwirtschaft bestimmt auch die Qualität der Nahrungsmittel und damit die Gesundheit des Menschen. Zudem hängen die Menge und Qualität des Wassers und der CO2-Speicherung sowie der Zustand des Bodens entscheidend von der agrarischen Wirtschaftsweise ab.
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Die Entdeckung des indischen Wirtschaftswissenschaftlers Amartya Sen im Jahr 1962, dass der Ertrag umso höher ist, je kleiner die Anbaufläche ist, wurde in Studien zahlreicher weiterer Länder bestätigt.
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Die Hinwendung zur kleinbäuerlichen Landwirtschaft ist auch ein Schritt in Richtung Nahrungssouveränität der Entwicklungsländer. Nahrungssouveränität, also die Fähigkeit eines Landes, selbst ausreichend Nahrungsmittel zu produzieren und zu ernten, ist nicht mit dem oftmals formulierten Ziel der Nahrungssicherheit gleichzusetzen – dieses zielt einzig darauf ab, dass die Bevölkerung eines Landes ausreichend zu essen hat, unabhängig von der Herkunft der Nahrungsmittel. Nahrungssouveränität würde zum Beispiel für Afrika bedeuten, wieder Selbstversorger zu werden, wie es ein Großteil des Kontinents bereits Ende der 1960er Jahre war.
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In den ersten fünf Jahren bringt die ökologische Landwirtschaft weniger Erträge ein. Danach ist sie aber ebenso ertragreich wie die industrielle Landwirtschaft. In Trockenzeiten ist die ökologische Landwirtschaft jedoch erfolgreicher. Insgesamt ist die Bodenqualität der ökologischen Landwirtschaft besser, sie verbraucht 45 Prozent weniger Energie, produziert 40 Prozent weniger Treibhausgase und ist unterm Strich deutlich profitabler als die industrielle Landwirtschaft.
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Sein Fazit ist, dass Techniken der nachhaltigen Landwirtschaft die Ernte um durchschnittlich 79 Prozent erhöhen. […] Dank ökologischer Landwirtschaft ist die Weizen- und Reisernte in Indien um 70 Prozent und die Zwerghirseernte in Äthiopien ebenfalls um 70 Prozent gestiegen.
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Die Metastudie kommt zu dem Ergebnis, dass in Industrieländern bei den meisten Anbauarten die ökologische Landwirtschaft leicht geringere Erträge erzielt als die industrielle. In Entwicklungsländern hingegen erlaubt die ökologische Landwirtschaft eine Steigerung der Erträge
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Wenn die besten Techniken der ökologischen Landwirtschaft eingesetzt werden, sind die Erträge je nach Feldfruchtart 5 bis 13 Prozent geringer als bei der industriellen Landwirtschaft. […] Da aber bereits heute für zwölf bis 14 Milliarden Menschen Nahrungsmittel zur Verfügung stehen, könnte die ökologische Landwirtschaft die Menschheit ernähren und gleichzeitig Umwelt und Klima schützen.
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„Die ökologische Landwirtschaft bietet die notwendige Bandbreite an Lösungen für alle Elemente des ‚Zero Hunger Challenge‘.“

Derzeit wird nur knapp ein Prozent der weltweiten Ackerflächen biologisch bestellt.
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ANDREAS von WESTPHALEN  ::  Hintergrund  ::  15.03.2016  ::  Die Welt ernähren, ohne sie zu zerstören (Ein Plädoyer für ökologische Landwirtschaft)  ::  https://www.hintergrund.de/wirtschaft/weltwirtschaft/die-welt-ernaehren-ohne-sie-zu-zerstoeren/


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