„Wir schulden einander etwas, weil wir dieses Leben teilen.“

» […] In der Krise begreifen die Menschen, dass sie einander brauchen, sagt der Soziologe Heinz Bude. Nur die Parteien hätten das noch nicht verstanden.
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Mit der Pandemie und dem Unwetter sind wir in der neuen Normalität auf unserem Planeten angekommen, die von erwartbaren Unerwartbarkeiten bestimmt ist.
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Leugner und Nichtleugner der niederfahrenden Ereignisse stimmen darin überein, dass der Boden des Selbstverständlichen brüchig geworden ist. […] weil wir das alle so empfinden
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Die Leute […] wollen sich nicht „Yes we can“ zurufen lassen, aber auch nicht aufs „Wir schaffen das schon“ einstimmen lassen.
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Diese Erschütterung zeigt uns, dass einem weder relativer Wohlstand noch passable Bildung Schutz bietet.
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In einer Extremwetterlage von Sturm, Niederschlag oder Hitze oder unter der Bedingung der unaufhörlichen Mutation eines toxischen Virus bedürfen, etwas altmodisch ausgedrückt, die Menschen einander als Mitmenschen.
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Wir wollen Rückkehr in ein normales Leben. Aber wenn wir ganz ehrlich sind, wissen wir, dass die Normalität, die wir dann haben werden, eine andere Normalität sein wird und neue Formen des Zusammenwirkens nötig macht.
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Das Einzige, was wir in Europa haben, bevor wir zum Museum werden, ist das Individuum als Quelle von Veränderungen und als Autorität eigener Art. Kein Militär, keine Kirche, keine Partei, sondern die Inspirationen von einzelnen könne zum Ausdruck bringen, was jetzt wichtig ist.
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Ich würde den Grünen vorhalten, dass sie […] im Augenblick merkwürdig blank und hilflos dastehen. Ein geradezu zwanghaft anmutendes positives Denken verstört sogar ihr eigene Anhängerschaft. Keine Spur von Durchatmen und Kraftsammeln.
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Jungen Erwachsenen ist heute mehrheitlich nicht Liebe, nicht Erfolg, nicht Geld, sondern Freundschaft das Wichtigste. Freundschaft ist selbstgewählte Abhängigkeit.
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Abhängigkeit nicht zu scheuen, Menschen gegenüber in Vorleistung zu gehen, die einem wichtig sind und Verlässlichkeit untereinander zu schätzen. […] Dass diese offenkundige Bereitschaft, Verpflichtungen eingehen zu wollen, von den Parteien, auch von den Grünen nicht abgerufen wird, empfinde ich in der Wahlkampfzeit als sozialmoralische Unterforderung.
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Wir schulden einander etwas, weil wir dieses Leben teilen.
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die mittlere Generation von heute
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Die haben einen Sinn dafür, dass dieser Planet, der blau genannt wurde, uns braucht und wir ihn jetzt nicht seinem unausweichlichen Schicksal überlassen können.
[…] «

Barbara Junge, Ulrike Winkelmann, Heinz Bude  ::  taz  ::  27.07.2021  ::  Soziologe Heinz Bude im Gespräch: „Das Ende des Neoliberalismus“  ::  https://taz.de/Soziologe-Heinz-Bude-im-Gespraech/!5785826/


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8 Antworten zu „Wir schulden einander etwas, weil wir dieses Leben teilen.“

  1. nandalya schreibt:

    Was mich an Menschen wie Barbara Junge, Ulrike Winkelmann und Heinz Bude „stört“, ist ihre trotz aller geäußerten Kritik vorhandene Unterwerfung, ihre Hörigkeit gegenüber dem herrschenden Narrativ. Dass sie durchaus recht haben steht außer Frage. Eine „herzallerliebste Lösung“ sehe ich aber nicht (mehr). Ich werde versuchen das in den nächsten Tagen noch ausführlicher zu formulieren.

    Gefällt 2 Personen

  2. Christiane schreibt:

    Prima Artikel. Sehr bedenkenswert.
    Das hier auch noch:
    „… dass Menschen einander Halt geben, die sich überhaupt nicht kennen, vielleicht auch gar nicht kennenlernen wollen.“
    Ist das nicht zumindest ein wichtiger Teil dessen, was wir über das Bloggen tun? Ich habe beim Lesen spontan daran gedacht.
    Mittagskaffeegrüße! :-)

    Gefällt 1 Person

  3. Leela schreibt:

    Braucht der blaue Planet uns oder nicht doch eher wir ihn?

    Gefällt 1 Person

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