„wir müssen nicht das Klima retten, sondern uns“

Christiane Florin, Eckart von Hirschhausen :: Deutschlandfunk Tag für Tag :: 17.05.2021 :: Eckart von Hirschhausen zum Klimawandel: „Lasst uns eine letzte Grillparty auf dem ganzen Globus veranstalten“

» […] habe natürlich auch einen Blick auf die ganzen konfessionellen Krankenhäuser, die mit die größten Arbeitgeber sind, inklusive aller Pflegeeinrichtungen – warum gibt es da immer noch Billigfleisch? Warum hat die Kirche als einer der größten Landbesitzer in diesem Lande nicht ganz klare ökologische Vorgaben für alles, was sie verpachtet? Und, und, und. Da ist noch Luft nach oben. Schön, dass wir darüber sprechen können.
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Nein, das ist nichts Abstraktes, das ist etwas sehr, sehr Konkretes. Und jede Phase unseres Menschseins ist davon direkt gesundheitlich auch betroffen. […] Das lässt keinen spurlos.

Ein Kind, was heute geboren wird, ist ja im Jahr 2050 erst 29 Jahre alt, möchte dann vielleicht Vater oder Mutter werden, wäre im Jahr 2100 dann gerade in dem Alter, Großeltern zu werden. Wenn man sich das klarmacht, dann wird es viel konkreter als wenn man über Szenarien von 2050 und 2100 so abstrakt spricht. Also es ist Zeit, wirklich diese konkrete Gefahr zu benennen und zu sagen: Wir sind die erste Generation, die das so unmittelbar auch spürt – und die letzte, die wirklich darüber entscheidet, ob diese Erde für Menschen bewohnbar ist. Die Klimakrise ist ein medizinischer Notfall.
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Auf der anderen Seite bin ich sehr optimistisch, weil in den letzten drei Jahren sich mehr getan hat als in den letzten 30 Jahren gefühlt.
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Wir können nicht die Lasten den nächsten Generationen einfach so aufs Auge drücken. Wir müssen jetzt handeln.
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nennt sich in der Umweltpsychologie „Der aufgeklärte Verschmutzer“, dass die, die am meisten über ihr Umweltbewusstsein reden, oft den höchsten CO2-Abdruck haben. Das hängt an Bildung, das hängt an Ressourcen, hängt an Geld. Wer mehr Geld hat, macht auch meistens mehr Konsum.
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Ich glaube, das Gegengift könnte sein, dass wir weniger verbrauchen, wenn wir wissen, was wir wirklich brauchen.
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keine Panik, aber Priorität! Das ist das, was ich auf allen Kanälen sagen will. Diese Dringlichkeit haben viele Menschen noch nicht kapiert. Und auch die gesundheitlichen Folgen: Im Klimakabinett war der Gesundheitsminister gar nicht mal vertreten.
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die Hälfte der Klimaerwärmung hängt an der perversen Fleischproduktion, an den ganzen Lieferketten. Der Regenwald wird abgeholzt für Sojaanbau. Das wird dann hier in die Tiere reingedrückt. Dann entsteht 20 Liter Gülle – auf gut Deutsch Scheiße – dafür, dass wir ein Kilo Fleisch haben. Das ist total destruktiv.
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Was ist uns wirklich nahegegangen?
Was fehlte uns?
War es das Shopping-Erlebnis oder war es die menschliche Nähe?
War es das „In-den-Arm-nehmen-Können?
War es das gemeinsame Singen, was ich auch sehr schätze?
War es positive Gemeinschaftserlebnisse?
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Kultur hat den großen Wert, dass wir ein gutes Leben nicht automatisch mit Ressourcen-Verschwendung koppeln müssen. […]
Wo wollen wir denn hin als Gesellschaft?
Wir brauchen jetzt eine positive Vision, die Lust macht auf die Veränderung.
[…] «

Christiane Florin, Eckart von Hirschhausen  ::  Deutschlandfunk Tag für Tag  ::  17.05.2021  ::  Eckart von Hirschhausen zum Klimawandel: „Lasst uns eine letzte Grillparty auf dem ganzen Globus veranstalten“  ::  https://www.deutschlandfunk.de/eckart-von-hirschhausen-zum-klimawandel-lasst-uns-eine.886.de.html?dram:article_id=497230

Eckart von Hirschhausen: „Mensch, Erde! Wir könnten es so schön haben“
dtv Sachbuch, 528 Seiten, 24 Euro


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3 Antworten zu „wir müssen nicht das Klima retten, sondern uns“

  1. nandalya schreibt:

    „… die Hälfte der Klimaerwärmung hängt an der perversen Fleischproduktion, …“

    Echt jetzt? Nun ist Hirschhausen auch noch Klimaexperte. 🙄

    Ich habe kein Problem damit, dass er diesen Unsinn von sich gibt. Aber ich habe ein Problem damit, wenn Menschen solche Aussagen glauben und ihm kein Journalisten-Darsteller widerspricht. Über Ressourcenverschwendung kann man allerdings reden.

    Gefällt 1 Person

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