„Wir schaffen es tatsächlich, 50 Jahre Diktatur im Osten und damit mehr als drei Millionen Opfer wegzureden, und das ist schon schwer auszuhalten“

Michael Köhler, Ines Geipel (Schriftstellerin, Publizistin und Hochschullehrerin – https://ogy.de/vadu) :: Deutschlandfunk Interview :: 03.10.2020 :: 30 Jahre Deutsche Einheit – „In meinen Augen ist das ein falscher Frieden“

» […] „Diese Doppelhelix – Geschichte der Bundesrepublik, Geschichte der DDR, Nachkriegsgeschichte, Geschichte nach ‚89 – in einem Gedächtnis zusammenzubringen, da müssen wir uns schon ziemlich strecken.“
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Die Menschen im Land seien bräsig und selbstgenügsam in der ganzen Debatte geworden.
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„Wozu brauchen wir immer diesen ‚Schuld-Westen‘? Der kann tun und lassen, was er will, er ist immer schuld. Und die Ostdeutschen sind immer die Opfer.“ Sie sieht darin eine Dysbalance, die gerade nicht zu einer Idee von Einheit führen kann.
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„Warum haben wir so viel Energien in diesem Land, die vor allem auf Negativbindung, Destruktion gehen, und nicht zu sagen: ‚Leute, das sind 30 Jahre. Keiner wusste, wo das ganz Projekt hinläuft, und jetzt stehen wir da, schauen uns an und sind erschrocken, wie fremd wir uns plötzlich wieder geworden sind‘“
[…] «

Michael Köhler, Ines Geipel (Schriftstellerin, Publizistin und Hochschullehrerin – https://ogy.de/vadu)  ::  Deutschlandfunk Interview  ::  03.10.2020  ::  30 Jahre Deutsche Einheit – „In meinen Augen ist das ein falscher Frieden“

https://www.deutschlandfunk.de/30-jahre-deutsche-einheit-in-meinen-augen-ist-das-ein.694.de.html?dram:article_id=485192


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9 Antworten zu „Wir schaffen es tatsächlich, 50 Jahre Diktatur im Osten und damit mehr als drei Millionen Opfer wegzureden, und das ist schon schwer auszuhalten“

  1. nandalya schreibt:

    Hinzu kommt, dass es das wieder vereinte Deutschland fertigbrachte, die SED in den Bundestag einziehen zu lassen. Das solltet ihr dringend aufarbeiten, dann gäbe es einige Probleme weniger. Man stelle sich vor, der NSDAP wäre das gelungen.

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    • Der Bundestag muss m.E. alle politischen Richtungen/Meinungen abbilden dürfen. Und mir ist eine LINKE lieber, die Kommunisten und Marxisten offen beherbergt, als solche Parteien, wie die CDU/CSU, die die Blockflöten der ehem. DDR lautlos und unsichtbar integrierte.

      Der NSDAP war es im weitläufigen Sinne tatsächlich gelungen: hohe Nazis kamen in den ersten Bundesregierungen nach dem Krieg zu Amt und Würden, formten maßgebend z.B. die Rechtsprechung.

      Die CDU/CSU war ihnen gerne ein neues Zuhause.

      Nazi-Jäger wurden in Deutschland selbst zu Gejagten.

      Die Dunstwolke der Nazis war nie weg und ist bis heute da. Nazis agieren heute viel geschickter und im Hintergrund, die Fäden haltend.

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      • nandalya schreibt:

        Mir ist bekannt, wo die Gesinnungsgenossen der Nazis in Deutschland saßen. Auswärtiges Amt, BKA, in allen Parteien – auch bei den Grünen – gab es noch welche. Das hören die aber nicht so gern.

        Ich sehe bzw. habe nie die von dir beschriebene Dunstwolke der Nazis gesehen. Verblendete Ideologen schon, aber primär von der sogenannten „linken Fraktion.“ Man könnte sich nun noch trefflich darüber streiten, was die Nazis wirklich waren. Eigentlich nationale Sozialisten.

        Nazis, Bernd, halten schon lange keine Fäden mehr in der Hand. Kommunisten schon. Bzw. sie glauben es. Auch die werden, wie Hitlers Nazis, letztlich vom „Kapital“ gelenkt. Aber die im Dunkeln sieht man bekanntlich nicht.

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  2. Xeniana schreibt:

    Ich finde man könnte es genau so sehen, 30 Jahre. Aber eben dreissig Jahre die aufgearbeitet gehören ohne Schuldzuweisungen. Die Idee der SDr war gut ( in meinen Augen( Funktioniert hat es nicht, die angewendeten Techniken zurBildung des neuen Menschen haben relativ umfassend versagt. Aber vieles bildete eben auch ein wirkliches Gegengewicht zu einer rein auf Profit erwirtschaften den Gesellschaft in der Mensch nur in seiner Rolle als Konsument sählt

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    • Die Idee war gut.
      Leider haben die Mächtigen, die Herrschenden, diese Idee zu ihrem eigenen Vorteil pervertiert.
      Es wird der Tag kommen, an dem der Kapitalismus entweder implodiert oder explodiert, wo diese Ideen wieder aufgegriffen und weiterentwickelt werden.

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      • nandalya schreibt:

        Die wie du sie nennst Herrschenden, lieber Bernd, sind euch / uns stets mehrere Schritte voraus. Das heißt nun nicht, dass sie unfehlbar sind! Ganz im Gegenteil machen sie dabei eine Menge Fehler, die dann richtig teuer werden. Über den Kapitalismus kann man geteilter Meinung sein. Es würde der Masse helfen ihn richtig zu verstehen. Der libertäre Ansatz kann dabei helfen. Ich fürchte aber, dass es zu spät ist und die Würfel gefallen sind. Die Welt(wirtschaft), wird zur Zeit abgewickelt und ein neues System implementiert. China ist dabei die Vorlage, in Australien, Frankreich und Italien probt „der Westen“ was alles geht.

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  3. Xeniana schreibt:

    Mir würde es sehr helfen, wenn du deine Meinung dazu noch einmal genauer darstellen könntest

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    • »Ich weiß, dass ich nicht weiß.«
      »Das, was wir nicht wissen (können), sollten wir auch nicht behaupten zu wissen …«

      Der geteilte Artikel/die geteilte Sendung soll weder meine Meinung spiegeln, noch eine Anti-These zu meiner Meinung sein.
      Ich finde das Gesagte für hörens- und bedenkenswert.

      Ich fand es 1989/1990 überheblich, wie die Handelnden der BRD mit den Handelnden der DDR umgingen.
      Gefühlt wurde Willy Brandts Satz, „es wächst zusammen, was zusammen gehört“, mit Füßen getreten, gefühlt wurden „die Ost-Deutschen“ überrumpelt und vereinnahmt.
      Wachsen ist ein allmählicher Prozess, der das Gute, auch das Schlechte, die Gewohnheiten, die Alltäglichkeiten, die Infrastruktur, aus beiden Welten verbindet, im besten Fall vereint.
      Auch fehlt mir eine Verfassung, die in einer Volksabstimmung von allen Menschen angenommen wird.
      Andererseits zeigten die Wahlen, dass sich die Deutschen in einem einig waren und bis heute sind: wer verspricht,

      dass es blühende Landschaften geben wird,
      dass es keine Zumutungen geben wird,
      dass Besitzstände gewahrt bleiben,
      dass es allen besser und niemandem schlechter geht,

      wird gewählt.
      Realisten wie Oskar Lafontaine hatten da keine Chance.

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