Kommt beschwingt in die Nacht:

https://youtu.be/9h5DycI4Lbc

» Es ist Nacht. Und der Mond scheint über der Bourbon Street.
Menschen, Gesichter im Lichtkegel der Straßenlaternen,
der Mond.

Ich bete jeden Tag drum, dass ich stark bleibe,
weil ich weiß, dass ich das nicht tun darf, dass das falsch ist.

Und das geht schon seit Jahren weiter und weiter und weiter,
seit Jahren bin ich gefangen in diesem Leben, ich bin unschuldig,
ICH KANN NICHTS DAFÜR!!!
Ich geh doch eh schon nur noch nachts raus.

Hab einen Hut auf, dass keiner meine Augen sieht,
die Augen der Bestie im Gesicht eines Sünders mit den Händen eines Priesters.

Und sie geht Tag für Tag durch diese Straßen,
jung, unschuldig, aus reicher Familie.
Ich bin schon so oft, so viel zu oft Nacht für Nacht vor ihrem Fenster gestanden,
hab mit mir gekämpft, mit meinen Instinkten gekämpft.

Gott, was ist aus mir geworden, wie konnte das aus mir werden,
wo ich doch zu Gott bete.

Ich muss lieben, was ich vernichte und vernichten, was ich liebe.
Aber ihr werdet mich nicht sehen kommen.
Und ihr werdet meine Schritte nicht hören.
Nicht solange ein Mond scheint über Bourbon Street. «
[SWR3 Lyrix]

https://open.spotify.com/track/0Kh7i5tu9EnucdhoCQtQwL?si=64c29a09891347d0

Sting, Chris Botti: Moon over Bourbon Street | Album: The dream of the blue turtles | 01.06.1985


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mutlos | Der Dienstag dichtet

Schweigen
ist
keine
Ignoranz,
ist
keine
Ablehnung.
Im
Gegenteil.
Zu
viele
Wörter
stecken
fest.


Mein Beitrag zu Katharinas „Der Dienstag dichtet„:

https://kathakritzelt.com/2021/04/06/zusammen-der-dienstag-dichtet/Katharina  |  Dienstag ist Gedichtetag, was mich gerade bewegt


Dieser Artikel ist unter CC BY-NC-ND 4.0 lizenziert. [Teilen erlaubt mit Namensnennung – Nicht-kommerziell – Keine Bearbeitung]



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wirken faul | sind langsamer | benötigen mehr Pausen | übernehmen wenige Augaben gleichzeitig

Introvertierte wirken faul, weil sie langsamer sind, mehr Pausen benötigen und wenige Aufgaben gleichzeitig übernehmen können.

introvertiert.org

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Bleib bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget.

https://youtu.be/HxtIAMKeZVc

Johann Sebastian Bach: Bleib bei uns, denn es will Abend werden | BWV 6 – Bleib bei uns, denn es will Abend werden | 02.04.1725

https://open.spotify.com/track/5oHLDVSTy3M5mXWNAgnzvF?si=5e59508d6ba043b4

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Falsche Erinnerungen: Wie man sie wieder rückgängig macht – Interview A. Oeberst | Deutschlandfunk Forschung aktuell

Arndt Reuning, A. Oeberst [1] | Deutschlandfunk Forschung aktuell | 29.03.2021 | Falsche Erinnerungen: Wie man sie wieder rückgängig macht – Interview A. Oeberst | https://srv.deutschlandradio.de/dlf-audiothek-audio-teilen.3265.de.html?mdm:audio_id=913874

[1]: Aileen Oeberst ist eine deutsche Psychologin. (https://de.wikipedia.org/wiki/Aileen_Oeberst)


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Der Ast, auf dem wir sitzen …

» […] Die Coronakrise hat uns die bedrohlichen Auswirkungen der neoliberalen Politik im Gesundheitswesen vor Augen geführt, insbesondere die Privatisierung des ehemals staatlichen Gesundheitswesens.
… | …
Im Vergleich dazu ist der globale Süden weit weniger betroffen. Der Hintergrund ist einfach: keine Tests, keine Infizierten, keine COVID-19-Opfer. […]

Insgesamt ist die medizinische Infrastruktur in diesen Ländern materiell, personell und institutionell bereits im Normalfall unzureichend und bei einer Pandemie des COVID-19-Ausmaßes völlig überfordert.

Und wo in der akuten Coronakrise schon die reichen Staaten an ihre Grenzen stoßen, gilt dies erst recht für die Länder der Dritten Welt, inklusive Schwellenländer.

Dort findet sich nur punktuell und zugänglich allein für die Elite eine adäquate diagnostische und medizinische Infrastruktur; nur für diese Privilegierten reichen auch die Mittel zur Beschaffung der notwendigen, stark umkämpften Ausrüstung auf dem Weltmarkt.
… | …
Schon in der Vergangenheit zeigte sich die produktivistische Landwirtschaft mit Monokulturen und genetisch veränderter Massentierhaltung hoch anfällig für Tierseuchen. Auch die negativen Auswirkungen des massiven Einsatzes von Pharmaka auf das menschliche Immunsystem, inklusive wachsender Resistenzen, sind bekannt.
… | …
Im speziellen Fall von COVID-19 geht es um den weltweiten Handel (Schmuggel) mit wilden Tieren. Mit einem Schätzwert von 7 bis 23 Milliarden US-Dollar belegt er den vierten Platz der weltweiten Handelsströme.
… | …
Durch den Eingriff des Menschen überschneiden sich dessen Lebensräume zunehmend mit denen von Tieren und Pflanzen. Die natürlichen Milieus der verschiedenen Arten wurden zu Land zu 75 Prozent, zur See zu zwei Drittel modifiziert, wenn nicht zerstört. Die fortschreitende Durchdringung und private Aneignung von bis dahin weitgehend unberührter Natur zwecks kommerzieller „Inwertsetzung“ bedroht die Biodiversität, engt typische Biotope ein, zwingt ihre Bewohner zur Migration in Dörfer und Städte und erleichtert so die Übertragung von Keimen.
… | …
Epidemien sind ein systemischer Faktor unserer Gesellschaftsordnung und Lebensweise geworden. Nicht anders als bei Wirtschaftskrisen sind allein Zeitpunkt des Ausbruchs, Schwere und Verbreitung unsicher.
… | …
im Bestreben nach Kostenreduzierung war die Produktion von Medikamenten in internationale Wertschöpfungsketten ausgelagert worden, im konkreten Fall vor allem nach China und Indien. Ebenfalls aus Kostengründen hatte man etwa in Frankreich die früher eingelagerten 1,3 Milliarden Atemschutzmasken auf 170 Millionen reduziert und die einheimische Produktion auslaufen lassen.
… | …
Ein internationaler Wettbewerb um Lieferzeiten und Mengen wurde entfesselt, die Preise explodierten, nichtmarktmäßige Mittel wurden eingesetzt.
… | …
Die Privatisierung des ehemals staatlichen Gesundheitswesens zog eine generelle Kommerzialisierung der medizinischen Versorgung nach sich. Börsennotierte Klinikverbünde mit über 100 000 Mitarbeitern und mehreren Milliarden Umsatz setzten auch das staatliche Gesundheitssystem unter Kostendruck. In der Folge wurden Bettenzahl und/oder Personal drastisch reduziert. Verschärft wurde die Situation noch unter dem Druck der Austeritätspolitik, wie sich heute in den von der Coronaepidemie besonders betroffenen Ländern Italien und Spanien zeigt. In der aktuellen Krise, in der rund 40 Prozent der Infizierten im Krankenhaus behandelt werden müssen, davon ein Viertel auf Intensivstation, hat der strukturell induzierte Mangel – angefangen bei Schutzkleidung bis hin zur Intensivbehandlung – nicht nur für die Patienten, sondern auch für das ärztliche und das Pflegepersonal tragische Folgen.13
… | …
sind es speziell die Jüngeren, deren Lebensperspektiven langfristig bedroht sind.

Auch wenn auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene Billionen an Finanzmitteln für Unternehmen bereitgestellt werden, sind massiv steigende Verarmung, Arbeitslosigkeit und Unternehmensinsolvenzen unvermeidlich – umso mehr, je länger Kontakt- und Ausgangssperren in Kraft, Geschäfte geschlossen und Produktionen unterbrochen sind.
… | …
Bis zu 75 Prozent der Menschen in den 47 ärmsten Entwicklungsländern mit einem jährlichen Pro-Kopf-Einkommen von unter 1 025 US-Dollar haben noch nicht einmal Zugang zu fließendem Wasser und Seife, obwohl Händewaschen zu den absolut notwendigen antiviralen Schutzmaßnahmen gehört.
… | …
Auffälligstes Merkmal nach Ausbruch der Pandemie war der ausgeprägte Nationalismus, wenn nicht gar Subnationalismus. Eine allgemeine „Rette sich, wer kann“- und „Alle gegen alle“-Haltung machte sich breit. […]

Mag das Virus auch noch so global sein, die Grenzen wurden geschlossen.

Statt der Gemeinschaft wurde der Ausländer als bedrohlicher „Anderer“ wiederentdeckt, vor dem die eigene Bevölkerung zu schützen und im Kampf gegen die Seuche mit allen Mitteln zu bevorzugen sei.
… | …
In den USA finden sich nationalistische Züge der Ausgrenzung und bevorzugten Materialbeschaffung medizinischen Gerätes auf Kosten der Alliierten. Angefangen beim Einreiseverbot bis zur Blockierung von Exporten und Umleitung beziehungsweise Last-Minute-Aufkauf von Bestellungen nutzen sie ihre überlegenen Macht- und Finanzmittel aus. Die Grundprinzipien von Solidarität, Gleichheit und Vertragstreue im internationalen Handel, von allgemeinen Menschenrechten gelten nur, wenn sie dem nationalen Interesse dienen.
… | …
Die im Zuge der aktuellen Epidemie berichtete Nichterfassung von arabischen Bürgern in Israel oder die besondere Konzentration der Sicherheits- und Gesundheitsbehörden auf Roma in der Slowakei mögen extrem sein, reihen sich aber in ein Grundschema ein, das in der EU gegen Immigranten besonderen Ausdruck gefunden hat und sich aktuell im Aufnahmestopp von Geflüchteten aus den übervölkerten Lagern in Griechenland (und Italien) ebenso spiegelt wie umgekehrt in der erlaubten Rekrutierung von Asylbewerbern als Erntearbeiter unter Aussetzung aller Kontakt- und Reiserestriktionen.
… | …
Nicht wenige kritische Stimmen […] fürchten eher eine langfristige Aushebelung der bürgerlichen Rechte.

In der Tat wurden im Namen der Seuchenbekämpfung historisch hart erkämpfte bürgerliche Freiheitsrechte, etwa die Versammlungs- und Bewegungsfreiheit, in bislang unvorstellbarem Ausmaß eingeschränkt. Ein Verstoß wird mit Bußgeldern, im Wiederholungsfall gar mit Gefängnis bestraft. Erinnerungen an Zeiten schlimmster Diktatur und Krieg werden wach. Von Medien, Wissenschaft und Politik unisono als wünschenswert und absolut notwendig eingefordert, hat die Öffentlichkeit den Ausnahmezustand im Namen der eigenen Gesundheit und des Schutzes von Menschenleben akzeptiert und legitimiert.

Zugleich ist eine Stärkung der Exekutive auf Kosten des Parlamentes, der Regierung auf Kosten der Opposition zu beobachten.
… | …
Der Einsatz moderner Technologien wie Handy und Drohne zur Gesichtserkennung, Identifikation von Infektionen, Verfolgung von Kontaktpersonen und Überwachung der Einhaltung der Vorschriften zur „sozialen Distanzierung“ wird mit derselben Begründung – der besserer Eindämmung der Epidemie – von der Mehrheit der Bürger hingenommen.
… | …
Die in diesen Tagen aus Afrika und Indien berichteten gewaltsamen Übergriffe der Sicherheitskräfte bei der Durchsetzung von Shutdown und Quarantäne mögen noch als Auswüchse in Dritte-Welt-Ländern mit fragilen demokratischen Ordnungen abgetan werden; schwerer wiegt da schon die Instrumentalisierung der Coronaepidemie zur institutionellen Ermächtigung der Regierung Ungarns mit unbefristeten Sondervollmachten. Sie kann nunmehr „wegen der aktuellen Gefahrenlage“ per Dekret ohne Zustimmung des Parlamentes und rechtlich unbefristet regieren, die Verbreitung von (undefinierten) „Fake News“ strafrechtlich verfolgen. Anders als im (europäischen) Ausland wird die Entwicklung in Ungarn selbst eher begrüßt.
… | …
Die schon vor Ausbruch der Epidemie sich stellenden Probleme – Wachstumsschwäche und Staatsverschuldung, Finanzialisierung, wachsende Ungleichheit, Digitalisierung und Beschäftigung, Bevölkerungswachstum, Entwicklung im globalen Süden, Migration, Demokratie und Populismus, Krise des internationalen Systems inklusive Hegemonialkonflikt zwischen den USA und China und schließlich die Klima- und Umweltkrise – haben sich weiter zugespitzt. Schritte zu ihrer Lösung werden durch die aktuelle Situation weiter verzögert, die materiellen und finanziellen Spielräume angesichts der astronomischen Hilfspakete drastisch eingeschränkt. Gleichzeitig wird die gesellschaftliche Spaltung und Polarisierung weiter zunehmen.

Langfristig wichtigstes, seit Jahrzehnten verschlepptes globales Problem ist die Klimafrage. Das Zeitfenster zum Übergang in eine dekarbonisierte Wirtschafts- und Lebensweise, um einen Anstieg der Erderwärmung auf 1,5 bis 2 Grad zu begrenzen, schließt sich: Dieses Jahrzehnt entscheidet die Zukunft.

Die Coronaepidemie wurde bereits weiter oben im neoliberalen Kontext verortet und als Symptom des instrumentell-zerstörerischen Umganges mit der Natur betrachtet.
… | …
Ob und inwieweit sich eine solche alternative Ordnung umsetzen lässt, hängt von den sozialen Kämpfen, Verschiebung der Kräfteverhältnisse zwischen den Klassen und Interessen ab. Denn die genannten Strukturmaßnahmen sind in ihren Nutzungsmöglichkeiten grundsätzlich ambivalent und vom gesellschaftspolitischen Kontext abhängig.

So erlauben sie angesichts einer Wirtschaftskrise gepaart mit wachsender Ungleichheit, verbreiteter Verarmung und Verunsicherung auch die Etablierung eines autoritären Staates mit nationalistischer Ideologie und Politik. Die Grundsteine dafür sind im Gefolge der Gesundheitskrise schon gelegt.
[…] «

JOHN P. NEELSEN [1]  ::  Hintergrund – Das Nachrichtenmagazin  ::  25.05.2020  ::  Von der Gesundheitskrise zum gesellschaftspolitischen Umbruch: In welche Zukunft gehen wir?  ::  https://www.hintergrund.de/politik/welt/in-welche-zukunft-gehen-wir/

[1]: John P. Neelsen ist Professor für Soziologie an der Universität Tübingen. Seine Spezialgebiete sind: Entwicklungsländer, Südasien, Nord-Süd-Beziehungen, politische Ökonomie, Kapitalismus und Umwelt, Menschenrechte. Er ist Mitglied im wissenschaftlichen Beirat von ATTAC und Vertrauensdozent der Rosa-Luxemburg Stiftung.


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Wir essen und leben wohl, / in rechten Osterfladen; / der alte Sauerteig nicht soll / sein bei dem Wort der Gnaden.

https://youtu.be/HxtIAMKeZVc

Johann Sebastian Bach: Wir essen und leben wohl | BWV 4 – Christ lag in Todes Banden | 1707/1708

https://open.spotify.com/track/5oHLDVSTy3M5mXWNAgnzvF?si=5e59508d6ba043b4

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Amtsärzte: Wir brauchen einen konsequenten Lockdown! | Deutschlandfunk Kultur Interview

Ute Teichert [1] | Deutschlandfunk Kultur Interview | 31.03.2021 | Amtsärzte: Wir brauchen einen konsequenten Lockdown! | https://srv.deutschlandradio.de/dlf-audiothek-audio-teilen.3265.de.html?mdm:audio_id=914477

[1]: Ute Teichert ist eine deutsche Medizinerin und Fachärztin für Öffentliches Gesundheitswesen. Sie leitet seit 2014 die Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen in Düsseldorf und ist seit 2010 Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes e. V.


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Der Mensch beweise, dass er gar nicht in der Lage sei, Gott zu spielen.

» […] Jedes Bild ist ihm gut genug, meint Philip Gröning, der ein paar tausend Bilder aus den sozialen Netzwerken gesammelt hat. Diese Bilder hat er einer Künstlichen Intelligenz gegeben. Und die hat daraus neue, nie gesehene Räume konstruiert.
… | …
Was sieht die Kamera, was mit bloßem Auge nicht zu erkennen ist? Wo beginnt eigentlich die Fiktion, wenn doch die wirklichen Körper und die wirklichen Stimmen in wirklichen Räumen das Material des Kinos sind? Und zeigt sich die Kunst des Inszenierens wirklich darin, dass der Regisseur nach totaler Kontrolle strebt – oder geht es im Gegenteil darum, die Dinge geschehen und die Konflikte eskalieren zu lassen, während die Kamera läuft?
… | …
Welche Möglichkeiten sich aber mit der unfassbaren Rechenleistung und Lernfähigkeit einer Künstlichen Intelligenz eröffnen, für eine Sparte, die Kunst ist und Nichtkunst zugleich – und so neu, dass sie noch keinen Namen hat: Das zeigt Grönings Projekt „Phantom Oktoberfest – Oktoberfest Phantom“ […]. Gröning hat Tausende Bilder vom Münchner Oktoberfest aus den sozialen Netzwerken herauskopiert, aus den geläufigen, aber auch aus chinesischen und russischen; und die Künstliche Intelligenz hat daraus das Innere einiger Festzelte konstruiert.
… | …
So formt das Programm gewissermaßen ein Bild der Masse, ein weiches, amorphes, rosafarben schillerndes Ding, dem man nicht zu nahekommen darf, sonst sieht man nur noch Punkte, Kreise, keine Kontur: den visuellen Mittelwert des Rausches, des Glücks, der Entgrenzung der vielen. Scharf und plastisch sind nur die unbelebten und die unbewegten Dinge, die Säulen, Schilder, Leuchter. Und da, wo keine Kamera hingeschaut hat, wo nichts war, das für die Erinnerung gerettet, für die Follower gepostet werden musste, da ist der Raum nur leer und schwarz. Wer sich da hineinbewegt und sich irgendwann umdreht, sieht das Bierzelt der Erinnerung, diesen Raum zweiter Ordnung, aus der Entfernung flimmern und glitzern wie einen bunten Sternennebel in einem Weltraumfilm.
… | …
Der Mensch, wenn er mit Hilfe der besten Computer jedes nur denkbare Bild, jeden imaginierten Schauplatz bauen kann, beweist dabei, dass er gar nicht in der Lage ist, Gott zu spielen. Er imitiert ihn nur, und er imitiert ihn schlecht. Diesen Bildern fehlt das Unberechenbare, das Unbeherrschte und Unverstandene. Und es fehlen der Widerstand des Materials, der Eigensinn der Objekte, die Sperrigkeit des Vorgefundenen, gegen welches die Kunst des Erfindens und Inszenierens sich behaupten könnte.
… | …
Jedes Foto für sich mag von den Vorlieben und dem Geschmack des Fotografen zeugen; aber wenn tausend Fotos und Videos von der Künstlichen Intelligenz verarbeitet werden, dann entsteht etwas, das nicht real ist und auch nicht ausgedacht, ein Massenselbstporträt gewissermaßen, das mit bloßem Auge nicht zu erkennen wäre.
Man wünscht sich, dass Grönings Projekt nur der Anfang wäre. Dass es weiterginge mit dieser Inversion fotografischer Bilder. Dass es so normal wie ein Kinobesuch wäre, durch solche Räume zu spazieren. Wenn man Glück hat, begegnet man dort sich selbst.
[…] «

Claudius Seidl  ::  Frankfurter Allgemeine Zeitung  ::  16.10.2020  ::  Kino und KI: Die Bilder und ihr Gegenteil  ::  https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kino/philip-groenings-phantom-oktoberfest-oktoberfest-phantom-16994285.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2


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Der Wolken, Luft und Winden, gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.

https://youtu.be/HxtIAMKeZVc

Johann Sebastian Bach: Befiehl du deine Wege | BWV 244 – Matthäus-Passion | 15.04.1729

https://open.spotify.com/track/5oHLDVSTy3M5mXWNAgnzvF?si=5e59508d6ba043b4

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Vollkommen Irrational? Durchseuchungskurs? See you 2022? Strenger Lockdown? Verbummelte Zeit?

“Ich habe immer mehr das Gefühl, dass die Eindämmung der Pandemie oder auch nur die objektive Auseinandersetzung mit Daten bei einigen Politikern nie das Ziel war, nur die Frage, wie man das jetzt irgendwie laufen lassen kann, ohne hinterher verantwortlich gemacht zu werden.” […] “ […] anders kann man sich aktuell vollkommen irrationale Entscheidungen nicht erklären.”

Die deutsche Virologin Isabella Eckerle bei einer Pressekonferenz in Bern, https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_89778822/virologin-eckerle-rechnet-mit-politikern-ab-eindaemmung-war-nie-ziel-.html

„Wir haben noch nie ein einheitliches Ziel formuliert. Was ist das Ziel? Die Intensivstationen nicht zu überlasten? Das ist ein ziemliches bescheuertes und absolutes falsches Ziel“, kritisierte die Leiterin des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung. Außerdem habe das zu nichts geführt. Hohe Todeszahlen und Dauer-Lockdown würden beweisen: „Wir haben den schlechtesten Weg gewählt.“ Dabei hätten Experten frühzeitig vor den gefährlichen Corona-Varianten gewarnt. Ihr hartes Urteil über die Lockerungen in Zeiten steigender Fallzahlen: „Was wir jetzt hier machen, ist ein Durchseuchungskurs.“

Virologin Melanie Brinkmann am 01.04.21 bei Markus Lanz, https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_89774780/virologin-bei-markus-lanz-was-wir-hier-machen-ist-ein-durchseuchungskurs-.html

„Es ist eine fatale Kommunikation, weil es einfach nicht eintreffen wird. Es ist immer schlecht, etwas zu versprechen, wenn man schon weiß, das kann man gar nicht erreichen. Dann enttäusche ich natürlich die Bevölkerung“, warnte Brinkmann. „Die Wahrheit ist, dass wir im Sommer mit dieser Pandemie nicht durch sind.“ Ihre Prognose: „Diese Pandemie wird uns nächstes Jahr auch noch beschäftigen.“ Dabei seien Ärzte und Pflegekräfte bereits am Ende ihrer Kräfte: „Die können nicht mehr.“

Virologin Melanie Brinkmann am 01.04.21 bei Markus Lanz, https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_89774780/virologin-bei-markus-lanz-was-wir-hier-machen-ist-ein-durchseuchungskurs-.html

Die Professorin von der Technischen Universität Braunschweig forderte einen wieder strengeren Lockdown sowie flächendeckende Tests in Betrieben und Schulen, damit die Zeit bis zu einer breitangelegten Impfkampagne überbrückt werden kann: „Es bringt doch nichts, die Zahlen hochgehen zu lassen. Ich möchte aus diesem Dauer-Lockdown herauskommen.“

Virologin Melanie Brinkmann am 01.04.21 bei Markus Lanz, https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_89774780/virologin-bei-markus-lanz-was-wir-hier-machen-ist-ein-durchseuchungskurs-.html

Eckerle sagte außerdem, dass Ende Dezember und Anfang Januar klar gewesen sei, was für ein Problem mit der Variante B.1.1.7. auf uns zu komme. „Die Zeit, sich da rechtzeitig vor der 3. Welle zu schützen, wurde dann verbummelt. Jetzt klopft die Realität an“, schrieb sie auf ihrer Twitter-Seite. […] “Ich halte es für wahrscheinlich, dass Schulschließungen wieder notwendig werden, wenn die dritte Welle in den nächsten Wochen an Fahrt aufnimmt.”

Die deutsche Virologin Isabella Eckerle bei einer Pressekonferenz in Bern, https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_89778822/virologin-eckerle-rechnet-mit-politikern-ab-eindaemmung-war-nie-ziel-.html

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Auch wenn wir alle 4 Jahre die gleiche Politik wählen, werden wir auf Dauer von den negativen Folgen dieser Politik nicht verschont werden. Niemand.

Die Konsequenz kann nur sein, Parteien zu wählen, die in den Parlamenten nicht vertreten sind.

Änne Seidel, Anna Mayr (Redakteurin im Hauptstadtstudio der ZEIT in Berlin) :: Deutschlandfunk Interview :: 09.08.2020 :: Armut in Deutschland: „Wir müssen das Nichtarbeiten enttabuisieren“ :: https://www.deutschlandfunk.de/armut-in-deutschland-wir-muessen-das-nichtarbeiten.694.de.html?dram:article_id=482024

» […] Elend sei ein Zustand, in den man unverschuldet gerate, in dem man alleingelassen sei und aus dem man sich nicht befreien könne.

In genau dieser Situation sieht Mayr viele Arme und Arbeitslose in Deutschland – und die Verantwortung liegt ihr zufolge beim System.

„Durch die Agenda 2010 ist Verelendung geschaffen worden.“

Hartz IV, die damit zusammenhängenden Sanktionen, die Art, wie Kinder abgesichert würden, all das sei darauf angelegt, dass Leute so sehr verelenden, dass man Angst vor ihrem Zustand habe.

Es gebe keine ernsthaften Anstrengungen, Betroffene aus dieser Lage rauszuholen
… | …
„Das Wichtigste in unserer Gesellschaft ist ja Arbeit. Und genau dieser Fokus auf die Arbeit macht die Arbeitslosen zu Außenstehenden.“

In der Projektionsfläche des Arbeitslosen sähen wir aufgrund dieses Stigmas „die schlimmstmögliche Version von uns selbst“ und wollten damit nichts zu tun haben.
… | …
„Wir müssen in unserer Gesellschaft daran arbeiten, das Nichtarbeiten zu enttabuisieren.“
… | …
„Wenn man jemanden von finanziellen Möglichkeiten abschneidet, dann schneidet man ihn in dieser Gesellschaft, die auf Geld beruht, automatisch auch von gesellschaftlichen Möglichkeiten ab. Deswegen glaube ich, dass eine Anhebung des Arbeitslosengelds das Erste und Allerwichtigste ist, was man tun muss“
… | …
„Ich glaube, dass dieser Staat es sich leisten könnte, mehr Arbeitslosengeld zu verteilen. Und dann kann man über alles Weitere nachdenken.“
[…] «

Änne Seidel, Anna Mayr (Redakteurin im Hauptstadtstudio der ZEIT in Berlin)  ::  Deutschlandfunk Interview  ::  09.08.2020  ::  Armut in Deutschland: „Wir müssen das Nichtarbeiten enttabuisieren“  ::  https://www.deutschlandfunk.de/armut-in-deutschland-wir-muessen-das-nichtarbeiten.694.de.html?dram:article_id=482024


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Ruht wohl und bringt auch mich zur Ruh.

https://youtu.be/HxtIAMKeZVc

Johann Sebastian Bach: Ruht wohl, ihr heiligen Gebeine | BWV 245 – Johannes-Passion | 07.04.1724

https://open.spotify.com/track/5oHLDVSTy3M5mXWNAgnzvF?si=5e59508d6ba043b4

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