Nicht nur Tiere leiden für Fleisch- und Milchprodukte; an europäischen Erdbeeren und Tomaten klebt das Leid und Blut von (Sex-)Sklavinnen.

» […] Vergewaltigt auf Europas Feldern – Welchen Preis Erntehelferinnen für unsere Erdbeeren und Tomaten zahlen
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Diese Recherche von BuzzFeed News zeigt zum ersten Mal, wie schwerwiegend und verbreitet sexualisierte Gewalt und Nötigung von Erntehelferinnen in der mediterranen Landwirtschaft ist.
Sie zeigt außerdem, dass mutmaßliche Täter fast immer straffrei bleiben und lokale Gewerkschaften und die Polizei, aber auch die verantwortlichen Behörden in Spanien nicht genug zum Schutz der Frauen beitragen. Gewerkschafter sprechen gegenüber BuzzFeed News von Sklaverei.

BuzzFeed News hat mit mehr als 100 Erntehelferinnen in Spanien, Marokko und Italien gesprochen und dazu dutzende Interviews mit Wissenschaftlern, Gewerkschaftern, Sozialarbeitern, Priestern und Menschenrechtsaktivisten geführt.

28 Frauen gaben BuzzFeed News gegenüber an, von ihren Vorgesetzten sexuell belästigt oder vergewaltigt worden zu sein. Rund 50 weiteren Frauen wurde körperliche Gewalt angetan und sie wurden bedroht.

Alle gut 100 Frauen sagten BuzzFeed News gegenüber, dass sie von ihren Vorgesetzten verbal belästigt, beschimpft und gedemütigt wurden. Nur eine Handvoll Arbeiterinnen erstattete Anzeige bei der Polizei. Keiner der mutmaßlichen Täter wurde zur Rechenschaft gezogen.

Lokale Hilfsorganisationen behaupten gegenüber BuzzFeed News, es gebe keine Probleme.

In Spanien gibt es rund um die Erntezeit einen Anstieg von Schwangerschaftsabbrüchen. Sozialarbeiterinnen vermuten, dass dies ein Hinweis auf Missbrauch sein könnte.

Die Frauen ernten vor allem Erdbeeren und Tomaten, die als „sicher und nachhaltig“ zertifiziert an deutsche Supermärkte verkauft werden.

Global GAP, das Unternehmen, das diese Zertifikate ausstellt, hat angekündigt, eine Untersuchung einzuleiten.

Deutsche Supermärkte wie LIDL sehen sich nicht in der Verantwortung.
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Rachida (50) aus Marokko, wohnt auf einer Farm in Palos de la Frontera. Sie fragt: „Sind wir für die Chefs hier Menschen oder Tiere?“
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„Wir möchten den Käufern der Erdbeeren sagen, dass sie an uns denken soll und daran, unter welchen Bedingungen wir arbeiten, was wir durchmachen und wie sehr wir leiden.“
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Der Bedarf an billigen, ungelernten Arbeitskräften in Huelva nimmt stetig zu. Kalima, Sabiha und ihre Kolleginnen kommen aus Regionen Marokkos, in denen es kaum Jobs gibt. Die Arbeit in Spanien ist für sie eine Möglichkeit, der Armut zu entkommen. Sie arbeiten von sechs Uhr morgens bis zu einer oft nur halbstündigen Mittagspause und dann oft wieder den ganzen Nachmittag bis zum Abend. Dabei verdienen sie nicht mehr als 30 Euro am Tag. Wenn das Wetter zu schlecht für die Ernte ist, werden sie nicht bezahlt. Manchmal werden sie aus völlig willkürlichen Gründen mit Arbeitsentzug bestraft, zum Beispiel für das Zerdrücken von Früchten. Diese finanzielle Abhängigkeit der Frauen nutzen die Täter aus.
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„In Huelva findet die schlimmste Ausbeutung der landwirtschaftlichen Arbeit in ganz Andalusien statt, das ist Sklaverei“, sagt er. „Behörden, die Polizei, die Arbeitsaufsicht, alle schauen in die andere Richtung.“ Seine Gewerkschaft darf die Arbeiterinnen auf den Feldern nicht besuchen. Die Farmer wissen nach kürzester Zeit, dass sich jemand auf dem Gelände befindet.
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Die Abtreibungsrate ist hoch
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„Während der Erntesaison, wenn Gastarbeiterinnen kommen, gibt es einen Anstieg bei Abtreibungen und die Mehrheit der Anfragen kommt von marokkanischen, rumänischen und bulgarischen Frauen.“ Laut Gomez gab es in Palos und dem Nachbarort Moguer im Jahr 2016 185 Abtreibungen, 90 Prozent davon wurden von Gastarbeiterinnen verlangt. Sie vermutet, dass viele Abtreibungen auf Vergewaltigungen zurückzuführen sind.
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Die italienische Zeitschrift L’Espresso schreibt im Sommer 2017, dass die Zahl der Abtreibungen in der Stadt Vittoria, einem wichtigen Anbaugebiet für Tomaten, deutlich höher ist als in vergleichbaren Städten in anderen Regionen Italiens. Und vermutlich sind die offiziellen Zahlen nur die Spitze des Eisbergs. In den Statistiken sind keine Frauen berücksichtigt, die auf illegalem Weg oder in ihrem Heimatland abtreiben.

In Italien ist die Ausbeutung von Erntehelfern ein Geschäft krimineller Organisationen wie der Mafia. Illegale Vermittler – sogenannte caporali – beschaffen den Unternehmen billige Arbeitskräfte, kontrollieren sie und kassieren Geld für Essen, sowie Transport und Unterkunft.

In Apulien werden rund 40.000 Italienerinnen und 18.000 Gastarbeiterinnen in der Landwirtschaft ausgebeutet. Das schreibt die italienische Gewerkschaft FLAI-CGIL.
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„Auf den Feldern gibt es keine Solidarität und keine Zeugen.“
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„Sicherlich fünf von zehn Arbeitgeber in unserer Region belästigen Arbeiterinnen auf den Feldern“, sagt Rosaria Capozzi, ehemalige Direktorin von „Progetto Aquilone“, die von Gewalt betroffene Frauen unterstützt.

BuzzFeed News hat 2016 und 2017 mit 40 betroffenen Erntehelferinnen in Sizilien und Apulien gesprochen. Alle Frauen bestätigen, dass sexuelle Belästigung und Vergewaltigung durch Vorgesetzte ein massives Problem sei, das man aber nur schwer vor einem Gericht beweisen könne. Zwei der Frauen, mit denen BuzzFeed News gesprochen hat, hatten ihre Vergewaltigung bei der Polizei angezeigt. Ihre Aussagen wurden von Sozialarbeiterinnen unterstützt. Trotzdem wurden ihre Vorgesetzten juristisch nicht belangt.
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„Es ist fast unmöglich, Missbrauch den Strafverfolgungsbehörden zu melden. Arbeiterinnen glaubt man nicht so leicht und vor allem ist es nicht möglich, ausreichend Beweise für einen Prozess zu sammeln“, sagt Emanuele Bellassai, eine italienische Sozialarbeiterin, die bereits mehrfach für misshandelte rumänische Frauen bei der Polizei ausgesagt hat.
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Missbrauch ist in der marokkanischen Landwirtschaft weit verbreitet. Für den Norden des Landes, wo hauptsächlich Erdbeeren angebaut werden, hat die Menschenrechtsorganisation „Solidarische Hände“ (Mains Solidaires) vor einigen Jahren fast 2000 Verstöße gegen das marokkanische Arbeitsgesetz notiert, darunter mehr als 100 Fälle von Beleidigung und ungerechtfertigter Bestrafung und zwei Fälle von Vergewaltigung. Die Organisation Shaml dokumentierte in Gesprächen mit Landarbeitern insgesamt 855 Fälle sexueller Gewalt, von Belästigung bis Vergewaltigung. […] «

Pascale Mueller, Stefania Prandi | BuzzFeed | 30.04.2018 | Vergewaltigt auf Europas Feldern | https://www.buzzfeed.com/de/pascalemueller/vergewaltigt-auf-europas-feldern

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Der Ball der Mühle „Galette“

Le bal du moulin de la Galette

Falls das Video im Reader nicht gespielt wird: https://www.youtube.com/watch?v=hdm8JGqNRN8

Calogero


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Einer von Zweihundertfünzig.

Es begann damit, dass seine Augen brannten, juckten, tränten, sich seine Lidspalten verengten und die Bindehaut rot leuchtete.

abc.etüden | Abweichung, unabwendbar, verengen

abc.etüden | Abweichung, unabwendbar, verengen

Dann setzten Schnupfen und Husten ein; er fühlte sich verheult, verrotzt und verschwollen.

Mit den Hals- und Kopfschmerzen kam das Fieber.

Sein Hausarzt stellte eine Abweichung von fast plus vier Grad seiner Körpertemperatur von der Normaltemperatur fest und schüttelte angesichts dieses schweren grippalen Infektes ungläubig seinen Kopf.
Eiswickel waren angesagt.

Doch die Krankheit schritt unabwendbar ihrem Höhepunkt entgegen.

Am zwölften Tag rötete sich der Rachen sehr stark.

Zwei Tage später waren sie da: Flecken hinter den Ohren, immer größer werdend, sich binnen eines Tages über den gesamten Körper ausbreitend, ineinanderfließend; das zwischenzeitlich gesunkene Fieber stieg zu neuen Höhen auf.

Nach drei Wochen war er tot – gestorben an einer, hinter den Symptomen der Masernerkrankung, nicht erkannten Lungenentzündung.

Er war einer von ca. 250 Erwachsenen, die in Deutschland jährlich an Masern erkranken und einer von zwei bis drei daran jährlich Sterbenden.

 

Die Personen und die Handlung der Geschichte sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten oder lebenden oder verstorbenen Personen wären rein zufällig.

Inspiration: https://365tageasatzaday.wordpress.com/2019/06/02/schreibeinladung-fuer-die-textwochen-23-24-19-wortspende-von-werner-kastens/

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»Geschichte ist uns die Erinnerung, um die wir nicht nur wissen, sondern aus der wir leben.« [1]

» […] Geschichtsbewusstsein […] ist Teil unserer Menschlichkeit, ja mehr noch: die Voraussetzung dazu.
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Erst wenn man etwa die Geschichte der Flüchtlinge und Migranten in ihrer Komplexität und Tiefe versteht, werden die Betreffenden in ihrem Schicksal erkennbar.

Und erst dann können wir Vorurteile abbauen, uns einfühlen und ihnen wirklich gerecht werden.

Geschichtsbewusstsein führt zum Verstehen, Verstehen wiederum zu einem besseren Umgang: mit uns selbst, mit den anderen, mit der Welt.

Geschichtsbewusstsein befördert nicht weniger als die Humanität in einer Gesellschaft. […] «

Martin Hecht, Versunken in Geschichtslosigkeit, Psychologie Heute, 05/2019, Seite 31 ff

[1]: Karl Jaspers


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Introvertierte sind pünktlich. …

» … Es ist ihnen unangenehm, wenn andere Menschen auf sie warten müssen. «

– introvertiert.org


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„Die Saat einer verwahrlosten Politik fängt gerade erst an zu keimen.“

» […] Wie viel intellektuelle Verwahrlosung braucht es, um als SPD-Politiker durch die Blume den Menschen Rassismus vorzuwerfen, die durch ihr zivilgesellschaftliches Engagement die Folgen der Armut lindern, die von eben jenen Politikern selbst massiv verursacht wurde? Die Eliten schließen die Augen vor den Folgen ihrer Politik und prügeln nun ausgerechnet auf diejenigen ein, die den letzten Kitt unserer Gesellschaft zusammenhalten. Der von Gabor Steingart jüngst geprägte Begriff „Elitenverwahrlosung“ trifft es wohl ganz gut. Wir sollten […] uns […] die Eliten vornehmen, deren Verwahrlosung immer offensichtlicher wird.
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Seit Beginn der Flüchtlingskrise warnen die NachDenkSeiten bereits davor, dass es ohne einen massiven politischen, gesellschaftlichen und finanziellen Kraftakt am unteren Ende der Gesellschaft zu einem Verdrängungswettbewerb zwischen den „alten Armen“, den Hartz-IV-Opfern und Armutsrentnern, und den „neuen Armen“, den gestrandeten Migranten und den Flüchtlingen, kommen wird.
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moderne Armenspeisungen wie die Tafeln schöpfen ja nicht aus dem Vollen, sondern müssen die Missstände verwalten, die von der Politik verantwortet werden. Genau darum ist auch besonders schäbig, wenn ausgerechnet die Politiker, die für die katastrophalen Rahmenbedingungen mitverantwortlich zeichnen, sich nun von einem erhobenen moralischen Standpunkt aus als Kritiker eben jener Helfer vor Ort hervortun, die ehrenamtlich die Folgen der gänzlich unmoralischen Politik zu mildern versuchen.
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Sie war es, die der Presse eben die Außenpolitik mit einem jungen, sympathischen Gesicht verkauft hat, die maßgeblich dazu beigetragen hat, dass nun arme Rentner und Alleinerziehende mit Flüchtlingen um Essensreste streiten müssen.
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Der Mann, der die Politik mitverantwortet hat, die Rentner, Alleinerziehende und Migranten zu Hungernden gemacht hat, findet es nun „schade“, dass es zu Verteilungskämpfen unter den Opfern der Agenda-Politik kommt? Der Mann, dessen Politik so etwas wie die Tafeln erst nötig gemacht hat, besitzt die Chuzpe, den ehrenamtlichen Helfern nun „Ausländerhass“ zu unterstellen, weil sie sich darum kümmern, dass die knappen Mittel, die ihnen zur Verfügung stehen, auch an die Alten und Schwachen ausgeteilt werden?
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„Bedürftigkeit muss das Maß sein und nicht der Pass“, so die Frau, die maßgeblich mit an dem Koalitionsvertrag gearbeitet hat, der dafür sorgt, dass die Bedürftigkeit künftig noch größer wird. Ja schämt sich denn heute kein Politiker mehr? Erst schickt man die Menschen in die Armut und dann verhöhnt man nicht nur sie, sondern auch noch die Menschen, die den Armen helfen und die Risse in dieser Gesellschaft stopfen wollen. Das ist schäbig, das ist widerwärtig, das ist eine Verwahrlosung der Eliten.
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Solche Eliten braucht kein Land. […] «

Jens Berger | NachDenkSeiten | 28.02.2018 | Die Debatte um die Essener Tafeln ist ein weiterer Aspekt der allgegenwärtigen Elitenverwahrlosung | https://www.nachdenkseiten.de/?p=42658

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„So is the woman in front of me, but surely she looks like a woman to me.“

» Ich denke, wenn das ein Hafen wäre
Wie würden wir uns dabei fühlen
Wenn wir ruhig durch die Stunden gehen würden
Im Duft des Meeres

Ich denke, wenn es eine Stunde gäbe
Wenn du mir etwas sagen könntest
Der Hafen ist eine Fata Morgana
Es ist nur ein Gedanke in mir

Ich denke nur daran, ob das hier eine Hütte ist
Und du hast mich auf dem Hügel gesehen
Würdest du mich auf einen Kaffee einladen?
Und dann die Zeit stillstehen lassen

Ich denke nur an die Zeit und die Zeit
Wie es so brutal endet
Das Ferienhaus ist eine Fata Morgana
Keine solche Zeit könnte sein
Aber es sieht für mich sicher wie ein Haus aus

Ich denke, wenn das hier eine Insel wäre
Wo unsere Sommer sein würden
Was glaubst du, was passieren könnte
Wenn alle Zeit, die wir hatten, frei wäre

Ich denke nur an den Sommer
Und wohin es mich führt
Die Insel ist eine Fata Morgana
Bald muss ich mich umdrehen
Aber sicher sieht es für mich nach Land aus

Ich denke, wenn das eine Taverne wäre
Und wir würden sagen, hallo
Stundenweise Vergnügen
Ich träume von so viel mehr

Ich träume von einem Hafen
Eine Küste und das offene Meer
Sie sind alle eine Fata Morgana
Genau wie der Mann vor mir
Aber für mich sieht er sicher wie ein Mann aus «

Sophie Zelmani
Mirage


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