Nightmares.

Seit Stunden wälzt er sich von einer Seite zur anderen.

So wie jede Nacht.

Er kann wieder nicht schlafen.

 

Die Vergangenheit backt an seiner Seele wie Pech und Schwefel.

Wieso hat es ihn getroffen – was hat er falsch gemacht – was macht er heute falsch?

Er sorgt sich um das, was kommen mag oder, besser, was fehlte.

Mitten im Gedankenkarussell dringt Glassplittern aus dem Hof, und kurz darauf ein Zetermordio aus der Nachbarwohnung an sein Ohr.

Der türkische Ehemann der syrischen Flüchtlingsfrau, gemeinsam haben sie ein Baby und ein Kleinkind, ist wieder mal volltrunken nach Hause gekommen.

Er steht auf, geht ans Fenster und erkennt im Schein des Vollmondes eine Blutlache im Hof.

Schreien, Kinder- und Baby-Weinen, Türenknallen; die Nachbarsfrau verlässt, mit dem Baby auf dem Arm und dem Kleinkind an der Hand, fluchtartig die Wohnung und das Haus – er dreht sich zur Seite, schließt die Augen und weint bitterlich in sein Kissen, weichmütig wie er ist.


Die Personen und die Handlung der Geschichte sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten oder lebenden oder verstorbenen Personen wären rein zufällig.


Ein Blog-Beitrag zu: https://365tageasatzaday.wordpress.com/2021/01/03/schreibeinladung-fuer-die-textwochen-01-02-21-wortspende-von-ludwig-zeidler/

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Hyperhedonie XVI: „Es wäre ein Anfang. Vielleicht.“

Auf Michel van Dyke bin ich über die mittlerweile aufgelöste Gruppe „Ruben Cossani“ aufmerksam geworden und habe erst anlässlich seines Auftritts bei „Inas Nacht“ den Zusammenhang begriffen. Ganz besonders haben es mir seine melancholischen Songs angetan, und auch immer sein Wortwitz, sein Zwinkern (auch in den fröhlicheren Songs; Ruben Cossani waren eindeutig fröhlicher).

Wer kennt sie nicht, die schicksalhaften Begegnungen und den Versuch, aus Sympathie Vertrauen und Zuneigung … zu zaubern.

Ich hoffe, du bist nicht anhedonisch [1] und kannst diesen Song genauso genießen, wie ich:

D » Du hast die Augen vom Vater,
Von Mutter das Kinn,
Ja das hab ich auf den alten
Fotos gesehen

Und das ist in etwa
Alles was ich weiß,
Denn du gibst gar nichts von dir preis.

Du trägst im Sommer schwarz,
Im Winter helle Farben,
Du lässt dich gern berühren
Und seltener umarmen.
Du küsst jedoch nie
In der Öffentlichkeit.

Denn du gibst gar nichts von dir preis.


Du hast ein Muttermal am Rücken,
Eine Narbe am linken Bein,
Du hast ein Zweizimmer – Apartment
Und du schläfst lieber allein.
Du knirschst in der Nacht mit den Zähnen
Und dann tust du mir leid,
Denn du gibst gar nichts von dir preis.

Und das fing damals an,
In einer langen Nacht,
In der hast du mir
Schöne Augen gemacht
Und am Morgen hast du dich entschuldigt,
Für das Missgeschick deinerseits,
Denn du gibst gar nichts von dir preis.

Seit dem läufst du mir spontan
über den Weg,
Du kannst gehen wann du willst,
Denn das ist dein Privileg
Und wenn du mich mal brauchst,
Ist es die Ausnahme, ich weiß,
Denn du gibst gar nichts von dir preis.


Schenk mir endlich dein Vertrauen,
Denn auf mich kannst du bauen
Und ist dir das noch zu wenig,
Erhöhe ich auf ewig
Und fehlt dir dann immer noch der letzte Beweis,
Dann gibst du nach wie vor nichts von dir preis.
Heute Morgen vergisst du
An meiner Schulter die Zeit,
Es wäre ein Anfang;
Vielleicht.
«

Inas Nacht: Michel van Dyke – „Nichts von dir Preis“

https://open.spotify.com/track/4oo87MWOi6PUkls43hG2y7?si=IjL9EUV3TjqHsWqSka33dQ

[1]: https://www.psychologie-heute.de/leben/40758-wenn-musik-kalt-laesst.html

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Vortrag von Ernst Ulrich von Weizsäcker [1]: Wir sind dran! Warum es einer Aufklärung 2.0. bedarf!

» […] Anstatt unaufhaltsam auf die Apokalypse zuzusteuern, habe die Menschheit jetzt noch die Alternative: „Wir haben das Wissen, die erforderlichen Veränderungen umzusetzen, die für den Erhalt der Welt notwendig sind.“ Dafür seien jedoch große Einschnitte unvermeidbar, beispielsweise die Abkehr von der Mär des unaufhörlichen Wirtschaftswachstums. Bei dieser Aufklärung 2.0, die neben den messbaren Fakten auch soziale und ökologische Intelligenz erfordere, setze er vor allem auf die junge Generation. In diesem Zusammenhang berichtete von Weizsäcker von seiner Freundschaft mit Greta Thunberg, die er entgegen anderslautender Medienberichte persönlich als eine sehr bescheidene Person kennengelernt habe: „Ihr ist es sehr wichtig, anderen Menschen zuzuhören.“ […] « [2]

Hans-Jürgen Bartsch, Ernst Ulrich von Weizsäcker :: Deutschlandfunk Nova Hörsal :: 06.06.2020 :: Erderwärmung – Wählen gehen gegen den Klimawandel ::
Hören [45:55]: mp3 direkt vom Deutschlandfunk abspielen oder Webseite des Deutschlandfunks

[1]: https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Ulrich_von_Weizs%C3%A4cker

[2]: „Aktionstag zur Aufklärung 2.0 – Wir sind dran“ mit Ernst Ulrich von Weizsäcker begeisterte mit engagierten Studierenden an der Hochschule Koblenz

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Neujahr.


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Meine Song-Highlights des Jahres 2020 (Top Ten).

In alphabetischer Reihenfolge.

AAntje Schomaker Mein Herz braucht eine Pause (live bei TV Noir)

https://www.youtube.com/watch?v=tpCBnGa57CU

https://open.spotify.com/track/056ClKNjkXth9VAngZnqqX?si=whEhH_f0TiKiFsIM6PjyHg

DDer AstronautBack To The Moon

https://www.youtube.com/watch?v=_xaOatg6D1U

https://open.spotify.com/track/3ZAK2ZvsE6UZDODp5zHicY?si=EHCIIuNwRfGE38tsstXBgg

CCalogero Celui d’en bas

https://www.youtube.com/watch?v=2wNQwRrrzT4

https://open.spotify.com/track/0pHTHKNwRiuyRpVM2sd5rE?si=s0H9umKcSQKJfvNLiAqMvQ

HHubert Von GoisernDunkelrot

https://youtu.be/pxi149JQSYA

https://open.spotify.com/track/19GB4WnRX2Bir3VpvIsjij?si=LfAOJ5-ERxyGcr51xBhzvQ

KKovacsCrazy

https://www.youtube.com/watch?v=RbZIHVfll7A

https://open.spotify.com/track/4WbkGCjPomr3edEC5pfzYw?si=R_6lOTnvR0emnfUl5WDsSQ

LLeonard CohenHappens To The Heart

https://www.youtube.com/watch?v=2AMMb9CiScI&t=191s

https://open.spotify.com/track/2DkpoHJ1h88e9dyc6SFIm2?si=GLCUECeFQxyB2xCilwAewQ

MMaike Rosa VogelUnser Geld Ist Wichtiger Als Ihr

https://youtu.be/RCnlhytcQxI

https://open.spotify.com/track/54pOWmHb76rJX8KOXCvjhy?si=1Q6y3C-vSCCKPpAadL48Yg

RRhondaBlood And Tears

https://youtu.be/0QvdNLvrnag

https://open.spotify.com/track/2Od5J0PmjumWJG73hAyVOR?si=0g21XqEPQBmOfyXZHiZang

SSascha Paeth’s Masters Of CeremonyDie Just a Little – Live in the Living Room

https://youtu.be/WGKOa0G8sIU

https://open.spotify.com/track/3mIi1fotwA0ievObhZn5R3?si=eHtkDU-7QPKSHTXqAQ3UKA

SSparks(When I Kiss You) I Hear Charlie Parker Playing – Bernard Butler’s Fashionable World of Fashion Mix

https://youtu.be/C1xh1rIl7m8

https://open.spotify.com/track/044zgsdiuElsRAnW9pHtbO?si=pe3sT-FOSQ6Clh_kZ-8vgQ

Doch hören Sie zunächst in das Original von 1994: https://youtu.be/pKFiOCKhLfg

Was Bernard Butler in seinem Mix daraus gemacht hat, ist mein Soundtrack fürs Jahr 2020.

Gleichzeitig ist das wiederveröffentliche Album der Sparks „Gratuitous Sax & Senseless Violins (Expanded Edition)“ ein Album des Jahres. Sparks waren 1994 ihrer Zeit voraus. Genial, wie sie 1994 erfolgreiche KollegInnen subtil parodierten. Insgesamt ein Gute-Laune-Album.


Album des Jahres

The Fallen Crimson von Envy

Die erste Screamo-Platte, die mich verzaubert. Ich höre diese Musik und ein Film spult sich ab. Der Körper wird durchflutet. Gänsehaut. Ohr-Gasmus.
Diese Musik wird sicherlich nur wenigen gefallen. Mich hat es selbst überrascht.
Den Rezensent wohl auch: https://www.plattentests.de/rezi.php?show=16651

envy – A step in the morning glow
https://youtu.be/aahn28pkLwk?list=OLAK5uy_lhYRZ9rInL0ruMdwf-qp1z5obAyO_VWJU

envy – Statement of freedom
https://youtu.be/MmvsnyfeSwg?list=OLAK5uy_lhYRZ9rInL0ruMdwf-qp1z5obAyO_VWJU

envy – Rhythm
https://youtu.be/RLOubKwWdWc?list=OLAK5uy_lhYRZ9rInL0ruMdwf-qp1z5obAyO_VWJU

envy – HIKARI
https://youtu.be/Rt7ciSwUhTc?list=OLAK5uy_lhYRZ9rInL0ruMdwf-qp1z5obAyO_VWJU

envy – Fingerprint mark
https://youtu.be/-_T4rWx9osU?list=OLAK5uy_lhYRZ9rInL0ruMdwf-qp1z5obAyO_VWJU

envy – Dawn and gaze
https://youtu.be/XDJTUudP8Q8?list=OLAK5uy_lhYRZ9rInL0ruMdwf-qp1z5obAyO_VWJU



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Das Wunder des Nachthimmels findet sein Ende.

Ich hoffe, Sie werden heute gen Mitternacht keine Silvesterraketen sehen, sondern können einen klaren Blick auf den Sternenhimmel werfen.

Es könnte ihr letzter Blick darauf sein.

Zukünftig werden bis zu 40.000 kleine „Starlink“-Kommunikationssatelliten Nacht für Nacht ihre Bahnen blitzend am Himmel ziehen.

Vierzigtausend. In den kommenden 10 Jahren. 12.000 sind bereits genehmigt.

Anna Frebel ist Professorin für Physik am Massachusetts Institute of Technology, im Cambridge bei Boston in den USA. Astrophysik.

Sie schreibt in tazFUTURZWEI, der Nr. 15 auf Seite 71 am 08.12.2020 [https://taz.de/!p5099/] unter der ÜberschriftDer Nachthimmel darf nicht käuflich sein, dass die Sternbilder nachts stundenlang von Leuchtpunkten durchzogen werden und es mehr von ihnen geben wird, als wir Sterne mit dem bloßen Auge erkennen können. Die Satelliten seien heller als die Sterne.

Gefährdet sei auch die professionelle Astronomie, deren Aufnahmen jetzt schon regelmäßig durch gezeichnete Striche durchzogen sind.

Die Satelliten brächten uns weltweites Internet. Dann kann der Beduine, nachts in seinem Zelt, sich immerhin den archivierten Sternhimmel der pre-Starlink-Satelliten-Zeit hochauflösend auf seinem Smartphone anschauen.

Seit Mai 2019 wird allein im Deutschlandradio regelmäßig darüber berichtet.

Das La La La wird Hubert Kah dann auch vergangen sein: https://youtu.be/Krr2nWif65Q


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Wozu der Mensch doch fähig ist.


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Meine Serien-Highlights des Jahres 2020 (Top Ten).

Hier, in der Reihenfolge der Begeisterung:

  • Tales from the Loop

Diese Serie hat mich verzaubert. Großes Kino. Fürs Auge. Fürs Herz. Auch für den Verstand.

„Tales from the Loop ist eine US-amerikanische Science-Fiction-Fernsehserie, die auf der gleichnamigen Graphic Novel des schwedischen Künstlers Simon Stålenhag basiert. Die Serie spielt zu einer unbestimmten Zeit im Dorf Mercer im US-Bundesstaat Ohio. Unter dem Dorf befindet sich eine unterirdische Forschungseinrichtung, das Mercer Center for Experimental Physics (MCEP), auch The Loop (schwedisch: Slingan) genannt. Die Einflüsse des Loops und der dort durchgeführten Experimente führen im Dorf zu merkwürdigen Begebenheiten, die das Thema der Serie bilden.“

„Das Zusammenspiel von Darstellern, visueller Inszenierung und der Storys ist wunderbar charmant und anrührend, melancholisch und liebevoll wird man immer tiefer in die dramatische Geschichte der Charaktere hineingezogen, die lauter überraschende Wendungen zu bieten hat.“

Mein Serien- und Film-Highlight des Jahres.

Kritik: https://www.moviejones.de/kritiken/tales-from-the-loop-kritik-5904.html#:~:text=Kritik%20Tales%20from%20the%20Loop&text=Das%20Zusammenspiel%20von%20Darstellern%2C%20visueller,%C3%BCberraschende%20Wendungen%20zu%20bieten%20hat.

 

  • Homecoming

Aber nur die erste Staffel aus 2018 (sparen Sie sich die zweite Staffel).

„Im Zentrum der Handlung steht Heidi Bergman, die 2018 als Beraterin in einem Programm der privaten Einrichtung Homecoming arbeitet. Das ihr zu verstehen gegebene Ziel des Programms ist es, posttraumatisch belastungsgestörten US-Soldaten bei der Wiedereingliederung in das zivile Leben zu helfen. Bergmans Arbeit wird vor allem am Beispiel des ehemaligen Soldaten Walter Cruz geschildert.“

Julia Roberts spielt Heidi Bergman und Stephan James spielt Walter Cruz. Es ist eine Freude beiden zuzusehen. Bei Julia Roberts schauspielerische Fähigkeiten kann ich nie richtig einschätzen. Doch sie sucht sich Rollen aus, bei denen ihre Ausstrahlung zum Tragen kommt. Und wie sie strahlt. Als Zuschauer hat man einen kleinen Wissensvorsprung und es ist fesselnd mitzuerleben, wie Julia Roberts dem Geheimnis langsam auf die Spur kommt. Und das Ende der ersten Staffel unterläuft glücklicherweise die Erwartung des Zuschauers, vielleicht aber auch nur meine.

Details (Spoiler-Warnung): https://de.wikipedia.org/wiki/Homecoming_(Fernsehserie)

Kritik: https://www.sueddeutsche.de/medien/homecoming-serie-julia-roberts-amazon-1.4194265

 

  • Dark

Dark entdeckte ich in diesem Jahr anlässlich der Veröffentlichung der dritten Staffel und ich schaute von Beginn an und war von der ersten bis zu letzten Einstellung fasziniert.

Die Macher Baran bo Odar und Jantje Friese kannte ich bereits vom Film „Das letzte Schweigen“, der mich beeindruckte.

„Die Handlung der Serie spielt in der fiktiven deutschen Kleinstadt Winden, in der zunächst das Verschwinden zweier Kinder für Aufsehen sorgt, in der Folge jedoch die düsteren Geschichten, Geheimnisse und Verwandtschaften von vier eng miteinander verbundenen Familien aufgeklärt werden, die durch eine komplizierte Aneinanderreihung von Zeitreisen und anderen Verschwörungen über Generationen miteinander verbunden sind. Im Laufe der Serie wird der Ursprung dieser Verbindungen und die philosophischen Implikationen von Zeit und deren Konsequenzen für das menschliche Leben behandelt.“

Ich habe mir alle 26 Folgen an vielen Tagen hintereinander angesehen und war und bin immer noch tief beeindruckt. Diese Serie umfasst nahezu alle Genres. Sie sollten sich die Serie nur am Stück anschauen, wenn Sie in stabiler psychischer Verfassung sind; ansonsten schauen Sie lieber klassisch: jede Woche eine Folge.

Das Einzige, was ich ein klein wenig negativ anmerken muss, ist, dass man der dritten Staffel zu wenig Zeit gegeben hat. Der Inhalt hätte ruhig ein paar Folgen mehr vertragen.

PS: Nach den drei Staffeln „Twin Peaks“ ist das die zweite Serie, bei der ich mit Papier und Bleistift vorm Bildschirm gesessen habe, um mir die Beziehungsgeflechte zu verbildlichen.

Details (Spoler-Warnung): https://de.wikipedia.org/wiki/Dark_(Fernsehserie)

Kritik (Spoiler-Warnung): https://www.prisma.de/news/Dark-Kritik-zur-3.-Staffel-Deutsche-Netflix-Serie-endet-furios,26473294

 

  • Too old to die young

Trigger-Warnung: Gewalt!

Ein Serien-Meisterwerk der Langsamkeit (viele langsame 360-Grad-Wendungen der Kamera). Anders lässt sich die gezeigte und erahnte Gewalt wohl nicht aushalten. Nicht Gewalt um der Gewalt willen. Kein Ausleben von Voyeurismus. Ich kann mir gut vorstellen, dass es mittlerweile viele Orte auf dieser Welt gibt für die das Gezeigte Vorbild war.

„In „Too Old to Die Young“ spielt Miles Teller einen jungen Polizisten des LAPD, der beginnt, sich in Selbstjustiz zu üben und die brutalsten Verbrecher, die Pädophilen und Vergewaltiger der Region umbringt.“

„Nicolas Winding Refn liefert mit der zehnteiligen und rund dreizehnstündigen Miniserie Too Old to Die Young eine ohne Zweifel einmalige und nur schwer aus dem Kopf zu bekommende Produktion ab, die sich kategorisch der Einordnung als Film oder Serie verweigert und mit denselben sperrigen wie elegischen narrativen und inszenatorischen Strukturen daherkommt wie die Filme des dänischen Regisseurs. Die persönliche Vorliebe für dessen Arbeit wie auch die Lesart des Gezeigten bedingen gravierend, ob man sich für dieses Unterwelt-Epos begeistern kann oder es als selbstverliebtes Machwerk verurteilt. Ich für meinen Teil wusste vieles zu schätzen an dieser eigenwilligen Herangehensweise, doch die zunehmend repetitiven Züge und das irgendwann nur noch ermüdend wirkende Geschehen ließen mich zunehmend das Interesse verlieren.“

Ich habe von der ersten bis zur letzten Minute gebannt und reglos auf den Bildschirm gestarrt. Höchstwertung. Wie gesagt, geeignet, wenn Sie Gewaltdarstellungen ertragen und Langsamkeit (wie z.B. die ersten Minuten von „Spiel mir das Lied vom Tod“) mögen.

 

  • Gangs of London

Trigger-Warnunge: Gewalt!

Dachte ich bei „Too old to die young“, es könnte keine Steigerung der Gewalt geben, wurde ich im Laufe des Jahres von „Gangs of London“ eines besseren belehrt.

Die Serie lässt erahnen, wie es unter unserer bürglicher Fassade zugeht. Wie Städte in Einflussspähren organisierter Kriminalität aufgeteilt und immer wieder neu verteilt werden, wie die organisierte Kriminalität versucht, sich des legalen Business‘ zu bedienen.

„Die Sky-Serie „Gangs of London“ weidet sich neun Teile lang in expliziter Gewalt. Dabei kommentiert sie den entfesselten Kapitalismus äußerst virtuos.“

„Weil dem genretypisch männlichen Cast zudem ein paar tiefgründig starke Frauen wie Michelle Fairley zur Seite stehen, die als Frau des gleichermaßen früh getöteten Clanführers Eddard Stark eine ähnlich tragende Figur von „Game of Thrones“ verkörperte, ist „Gangs of London“ also weit mehr als selbstverliebter „Torture Porn“. Zwischen den Schmerzensschreien kommentiert jeder Gewaltexzess die wachsenden Abgründe einer entgrenzten Gesellschaft, die sich ihrer Errungenschaften sehenden Auges entledigt. Der Menschenschlachter im Folterkeller – mit etwas dunkler Fantasie ist es Donald Trump ohne Checks & Balances.“

Kritik: https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/sky-serie-gangs-of-london-bandenkrieg-der-menschenschlachter/26021066.html

 

  • Liebe, jetzt!

Eine Corona-Reihe.

„Die sechs Filme sind äußerst kurzweilig, was nicht nur eine Frage der Länge von jeweils rund 20 Minuten ist. Sie erzählen sechs gänzlich unterschiedliche Liebesgeschichten: Mal leben die Paare in räumlicher Distanz, mal zusammen, aber unfreiwillig, und mal wollen sie sich trennen, was aber wegen der Krise nicht möglich ist. Die Besetzung ist zum Teil sehr namhaft, wobei ein weiterer Reiz in der Tatsache liegt, dass die Paare vor der Kamera auch im wirklichen Leben miteinander liiert sind.

Kritik: http://www.tittelbach.tv/programm/reihe/artikel-5558.html

Die sechs Filme wirken wie leicht aus dem Ärmel geschüttelt. Es macht Spaß und gute Laune, den Paaren bei ihren Dialogen und Situationen während ihres Lockdowns zu folgen.

Ein schöner Kontrast zu den drei vorstehenden düsteren Serien.

 

  • Bosch

Eine Polizeiserie. Mittlerweile in der siebten Staffel. Jede Staffel erzählt von einem anderen Verbrechen/Verbrecher. Die Hauptrolle wirkt authentisch und sympathisch. Die Figuren entwicklen sich über alle sieben Staffeln. Die Jazz-Musik macht Laune auf mehr Jazz-Musik.

Die Serie basiert auf den Romanen von Michael Connelly, der auch an den Drehbüchern mitgewirkt hat. Daher die Stimmigkeit der Figuren und der Locations.

Gute Unterhaltung über dem durchschnittlichen Niveau deutscher „Tatorte“.

Ich freue mich bereits auf die achte Staffel.

 

  • Le Bureau des légendes

Die Legenden sind die gefälschten Lebensläufe von Mitarbeitern des französischen Auslandsgeheimdienstes. Ein Agenten-Thriller immer auf Augenhöhe der Zeit und des technisch Machbaren, das wir uns gar nicht vorstellen wollen und können. Die Serie ist spannend, politisch, emotional und die Liebe kommt nicht zu kurz. Mittlerweile in der fünften Staffel.

„Die Serie widmet sich aktuellen Themen wie dem Aufstieg von ISIS im Nahen Osten, Spionageabwehr, dem Kampf gegen den Terror oder dem Krieg in Syrien. Hauptfigur ist der Geheimagent Guillaume Debailly, welcher nach sechsjährigem Einsatz aus Syrien in seine Heimat zurückkehrt. In den folgenden Staffeln wird weiter auf seine Erlebnisse eingegangen und die Arbeit beim DGSE weiter erläutert.“

Auch hier freue ich mich bereits auf die sechste Staffel.

 

  • Fargo

Die Anthologie-Serie zum gleichnamigen Film-Klassiker

Details (Spoiler-Warnung): https://de.wikipedia.org/wiki/Fargo_(Fernsehserie)

Dieses Jahr die vierte Staffel.

Krimi, Drama, Schwarze Komödie, skurrile Figuren, skurrile Dialoge, skurrile Situationen. Immer gut, immer kurzweilig. Synonyme für skurril: absonderlich, befremdlich, bizarr, eigenartig, komisch, possenhaft, schräg, seltsam, verschroben.

Wenn Sie diese Eigenschaften mögen, sei Ihnen diese Serie ans Herz gelegt.

Die vierte Staffel fällt gegenüber den drei vorhergehenden etwas ab, was aber auch der Gewöhnung geschuldet sein kann.

Die Folgen, die Noah Hawley, der Gründer der Serie, allein geschrieben hat, sind die besseren.

 

  • Hot girls wanted: Turned on

Gestern hatte ich Ihnen die Dokumentation „Hot girls wanted“ bereits empfohlen. Dies ist die Doku-Serie dazu. Kein Breittreten des Films, sondern ein Erweitern.

„Die Dokuserie beschäftigt sich mit dem Dating-Verhalten von Nutzern von Apps für Mobile Dating, wie z. B. Tinder und Grindr. Die sechsteilige Anthologie berichtet, wie das Internet Sex und Beziehungen von heute bestimmt. Es werden Personen vorgestellt, die ihren Lebensunterhalt mit Sex vor der Kamera verdienen; „Produzentinnen, die weibliche Fantasien verfilmen“ und Normalbürger, die Liebe und Sex übers Internet suchen.“

Sehr berührend die Folge, in der ein Porno-Konsument „seine“ Porno-Darstellerin real trifft; sie besucht ihn (sie zeigte ihm über Jahre alles vor der Kamera übers Internet, ihr Freund sitzt daneben, er der „Freier“ zahlt über Jahre ein kleines Vermögen). Über diese Jahre sind sie auch ins Gespräch gekommen und eine virtuelle Freundschaft hat sich entwickelt. Leider endet die Folge mit ihrem Abflug nach dem Besuch. Ich hätte gerne erfahren, ob und wie dieser Besuch die beiden verändert hat.

Keine Trigger-Warnung: die Doku zeigt keine Gewalt oder Pornografie.

Das Virtuelle verdrängt die Scham.

 

Diese Serien sind nicht nur sehenswert, sie sind hervorragend.


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„am schwersten ist es, über viele Jahre den Respekt und diesen gewissen Abstand voneinander zu wahren“

» Wenn ich Leuten von meinem Buch erzähle, fragen sie mich manchmal nach einfachen Lösungen. Wie macht man das denn nun, zusammenbleiben? Wie ist die Formel für ewige Liebe und Glück? Die steht auf einer goldenen Tafel am Ende des Regenbogens, gleich neben dem Brunnen der ewigen Jugend, möchte ich dann sagen.

Die Antwort ist natürlich viel nüchterner, wenig formelhaft und fesselnd: Es ist von Vorteil, wenn wir im Vorfeld, das heißt – bei der Partnerwahl – ein glückliches Händchen gezeigt haben, wenn sich im Partner nicht nur die enttäuschten Kindheitssehnsüchte -oder üblichkeiten widerspiegeln, wenn wir nicht nur guten Sex haben, sondern auch gute Gespräche führen und auch mal streiten können, wenn wir grundsätzlich ähnlich auf das Leben blicken und über dieselben Sachen lachen können. Eine Freundin meinte mal zu mir (es dämmerte bereits und wir guckten den Kindern beim Rumlaufen zu): Es muss schon so sein, dass man mit dem anderen das Gefühl hat, dass es da noch weiter geht, dass es weitere gemeinsame Räume gibt. Solange der andere in genau diesem Sinne interessant ist, dass er Türen öffnet und nicht schließt, sollte man an der Beziehung festhalten.

Und neben dieser grundsätzlichen Voraussetzung der Passung und des Wohlwollens ist eine Liebesbeziehung – wie jede andere Beziehung auch – Arbeit. Auch die zu den eigenen Kindern oder zu den Eltern. Immer müssen wir, um gegenseitiges Verständnis und Zärtlichkeit zu erzeugen und zu halten, Interesse zeigen, uns Mühe geben, uns einfühlen, zurücknehmen und einlassen auf diese andere Welt und die Bedürfnisse, die nicht die eigenen sind. Diese Balance zwischen permanenter Nähe und Distanz durch Autonomie ist selten von Natur aus da. Wir müssen selbst immer wieder diese kleinen Schritte aufeinander zu und voneinander Weg gehen, den Blick nach oben richten, zu den Möglichkeiten und weg von den kleinen Ärgernissen.

Ich glaube, am schwersten ist es, über viele Jahre den Respekt und diesen gewissen Abstand voneinander zu wahren, nicht dem Glauben zu verfallen, den anderen in- uns auswendig zu kennen und schon vorsorglich genervt zu sein, wenn er/sie den Mund aufmacht. Sondern sich immer wieder die Augen von den gemeinsamen Jahren auszuwaschen und den anderen anzuschauen wie ein Bündel voller Geheimnisse und ungeahnter Möglichkeiten, wie den Fremden, der er im Grunde auch ist. «

Susanne Wawer | facebook  |  08.03.2020 | https://www.facebook.com/wasunsausmacht/posts/2881813881857610

Sollte sich der Urheber des hier verlinkten und zitierten Artikels durch das Posten dieser Verlinkung oder dem ganz oder teilweisen Zitieren aus dem verlinkten Artikel in seinem Urheberrecht verletzt fühlen, bitte ich um einen kurzen Kommentar und einen Beleg der Urheberschaft. Das Beanstandete wird dann unverzüglich entfernt. | Eventuelle Werbung in optischer Nähe zu diesem Artikel stammt nicht von mir, sondern vom Social-Media-Hoster. Ich sehe diese Werbung nicht und bin nicht am Verdienst oder Gewinn beteiligt.


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Meine Film-Highlights des Jahres 2020 (Top Ten).

Hier, in der Reihenfolge des Schauens (es sind Filme aus unterschiedlichen Produktionsjahren, die ich in 2020 das erste Mal sah). Die Filme sind nicht nur sehenswert, sondern für meinen Film-Geschmack hervorragend:

  • The Lobster
    Der Film spielt in einer Dystopie, in der Singles 45 Tage Zeit bekommen, sich einen Partner oder eine Partnerin zu suchen, ansonsten werden sie in ein Tier ihrer Wahl verwandelt.
    Details (Spoiler-Gefahr): https://de.wikipedia.org/wiki/The_Lobster
  • Hell or high water
    Ben Foster und Chris Pine spielen zwei Brüder, die Banken überfallen, Jeff Bridges heftet sich als Sheriff an ihre Fersen, und Regisseur David McKenzie macht daraus einen zeitgenössischen Western, der ohne Genre-Nostalgie auskommt
    Kritik: https://www.epd-film.de/filmkritiken/hell-or-high-water
  • Dragged across concrete (Trigger-Warnung: Gewalt.)
    „Mit „Dragged Across Concrete“ liefert S. Craig Zahler nach „Bone Tomahawk“ und „Brawl in Cell Block 99“ das nächste Meisterwerk der Neo-Exploitation. In seinem neuen Film verhandelt Zahler ein weiteres Mal die fragile Bedeutung altertümlicher Männlichkeitsmodelle und nutzt das Schicksal zweier suspendierter Polizisten um auf der Meta-Ebene auch Mel Gibsons Person zu verhandeln. Herausgekommen ist dabei ein hochgradig intensives, pulpiges, eindringliches und überraschend komplexes Seherlebnis, welches den Zuschauer zusammen mit den Akteuren geradewegs in die alles zersetzende Finsternis führt.“
    Details (Spoiler-Gefahr): https://de.wikipedia.org/wiki/Dragged_Across_Concrete
  • Hot girls wanted (keine Trigger-Warnung – sehr aufschlussreich über die Verfassung der heutigen Menschheit)
    Hot Girls Wanted ist ein US-amerikanischer Dokumentarfilm über Amateur-Pornografie von Jill Bauer und Ronna Gradus. Das Format zeigt das Leben von 18- und 19-jährigen Amateur-Pornodarstellerinnen.
    Details: https://de.wikipedia.org/wiki/Hot_Girls_Wanted_(Film)
  • Dunkel, fast Nacht (FSK 16)
    Eine Stadt ist in Aufruhr. Drei Kinder sind verschwunden. Die erfolglosen Ermittlungen schüren die Wut der Bürger, befeuern die Gerüchte. Verdächtigungen und Schuldzuweisungen greifen um sich. Gehetzt wird gegen die »Katzenfresser«, die Zigeuner. Im Radio und im Internet lodert die Sprache des Hasses. Alicja Tabor (Magdalena Cielecka) hat diese Stadt früh verlassen. Nun kehrt sie als Journalistin zurück, um Nachforschungen über die rätselhaften Entführungen anzustellen. Sie quartiert sich im alten Haus ein, das seit dem Tod des Vaters leer steht; die Atmosphäre ist düster, die Stimmung im einst so geliebten Garten unheimlich. Ständig fühlt sie sich beobachtet, um sie herum ereignen sich unerklärliche Dinge.
  • Winter’s bone/Leave no trace (beide Filme kommen von derselben Regisseurin und hängen thematisch irgendwie zusammen – Trigger-Warnung Gewalt: Winter’s bone)

    Winter’s bone

    Die 17jährige Ree Dolly (Jennifer Lawrence) begibt sich auf die Suche nach ihrem Vater, der das Haus seiner Familie als Kaution eingesetzt hat und dann spurlos verschwunden ist. Getrieben von der Gefahr, ihr Zuhause zu verlieren und in den Wäldern der Ozarks zu stranden, stellt sich Ree gegen den Schweigekodex ihrer am Rande der Gesellschaft lebenden Verwandschaft und riskiert das Leben, um ihre Familie zu retten. Nach und nach lichtet sie das verwandschaftliche Gestrüpp aus Lügen, Ausflüchten und Bedrohungen und beginnt, die Wahrheit ans Licht zu bringen.
    Kritik: https://www.epd-film.de/filmkritiken/winters-bone

    Leave no trace

    Die jugendliche Tom (Thomasin Harcourt McKenzie) und ihr Vater Will (Ben Foster), Kriegsveteran, leben seit vielen Jahren unentdeckt in Forest Park, einem riesigen Waldgebiet am Rande von Portland, Oregon. Eine zufällige Begegnung führt zu ihrer Entdeckung und zur Betreuung durch die Sozialbehörde. Sie versuchen sich an ihre neue Umgebung anzupassen, bis eine unerwartete Entscheidung sie auf einen gefährlichen Weg zurück in die Wildnis führt – und sie zwingt, sich mit dem widerstreitenden Wunsch, Teil der Gesellschaft zu sein und dem heftigen Verlangen, abseits zu leben, auseinandersetzen zu müssen.
    Kritik: https://www.epd-film.de/filmkritiken/leave-no-trace
  • Freies Land (Trigger-Warnung: Gewalt – ein kongeniales Remake des überragenden spanischen Films „La isla mínima – Mörderland“)
    1992 in Ostdeutschland: Über dem Land schwebt die vage Hoffnung auf eine rosige Zukunft, doch auf dem Boden der Tatsachen macht sich Enttäuschung breit. Dieser deutsche Winter der Unzufriedenheit entführt zwei sehr unterschiedliche Ermittler in ein entlegenes Dorf, aus dem zwei Schwestern spurlos verschwunden sind. Zunächst scheint der Fall klar: in den Westen abgehauen sind sie, so die einsilbige Aussage der Nachbarn. Wer wollte schließlich nicht dem allzu schnellen Niedergang der Region entfliehen? Die beiden Kommissare Stein (Trystan Pütter) und Bach (Felix Kramer) wundern sich zunehmend darüber, dass sich am Verschwinden der Schwestern scheinbar niemand stört, es herrscht diffuses Schweigen. Und auch bei der Kriminalleitung ist man selbst dann kaum interessiert als sich herausstellt, dass bereits früher Mädchen aus dem Dorf verschwunden sind. Als dann die schwer misshandelten Leichen der beiden Schwestern gefunden werden, dämmert Stein und Bach, dass sie es mit einer Mordserie zu tun haben und mit einer zutiefst verstörten Gemeinschaft, in der die Wahrheit ihren Wert verloren hat.
    Kritik: https://www.epd-film.de/filmkritiken/freies-land
  • The Tale – Die Erinnerung (Trigger-Warnung für Menschen, die selbst sexuellen Missbrauch erlebt haben)
    Der Film erzählt die Geschichte von Jennifer Fox selbst, die das Drehbuch während eines Zeitraums von fünf Jahren verfasst und darin ihre eigenen Erfahrungen mit sexuellem Missbrauch in ihrer Kindheit verarbeitet hat.
    Details (Spoiler-Warnung): https://de.wikipedia.org/wiki/The_Tale_%E2%80%93_Die_Erinnerung
  • 1917 (Kino at its best – Trigger-Warnung: Gewalt)
    Auf dem Höhepunkt des Ersten Weltkrieges sollen die beiden britischen Soldaten Schofield und Blake eine nahezu unmögliche Mission erfüllen. In einem unbarmherzigen Wettlauf gegen die Zeit müssen sie sich tief in Feindesgebiet wagen und eine Nachricht überbringen, die verhindern soll, dass Hunderte ihrer Kameraden in eine tödliche Falle geraten. Auch das Leben von Blakes Bruder hängt vom Gelingen dieser Mission ab.
    Kritik: https://www.epd-film.de/filmkritiken/1917
  • Corn Island – Die Maisinsel (ein kleines Meisterwerk)
    Jedes Jahr im Frühling schwemmt der kraftvolle Fluss Enguri ganze Brocken fruchtbaren Bodens aus den Höhen des Kaukasus in die Ebene, wo sie sich zu kleinen unbewohnten Inseln zusammenschließen – Oasen für wildes Leben, aber auch für die Menschen. Abga, ein alter Farmer, ist mit seiner sechzehnjährigen Enkelin Asida am Fuß der Berge zu Hause. Zurückgezogen und bescheiden leben sie von und mit der rauen Wildnis. Obwohl es lebensgefährlich ist, weil die schwimmenden Länder jederzeit abtreiben können, will Abga es wagen, eine der grünen Inseln zu bepflanzen. Zusammen mit Asida baut er eine kleine Hütte, pflügt den Boden und säht Mais aus. Als der Mais langsam aus dem Boden zu wachsen beginnt, begegnet Asida einem verwundeten Soldaten, der sich in den Maisfeldern verborgen hält. Sie versteckt ihn auf der Insel – doch als die schwimmende Insel ins Visier seiner Verfolger gerät, bereitet der Großvater den Boden für sein gefahrloses Verschwinden, denn er fürchtet den Verlust seines neuen Zuhauses und Asidas, die sich zu dem Soldaten hingezogen fühlt und sich seit seiner Ankunft ein eigenes Leben erträumt.
    Kritik: https://www.epd-film.de/filmkritiken/die-maisinsel

Kostenlose und unaufgeforderte Empfehlung: Die Film-Zeitschrift epd-film, die Filme so kritisiert, dass man sie auch schauen möchte, wenn der Rezensent sie verrissen hat oder umgekehrt; kurzum: man kann sich seine eigene Meinung bilden.


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Nachhaltige Schritte.

» […] Der Appetit auf fleischlose Leckereien wächst: Der Wurstwarenhersteller Rügenwalder Mühle aus dem niedersächsischen Bad Zwischenahn verzeichnete in den vergangenen Monaten teils Umsatzzuwächse von bis zu 100 Prozent bei seinen fleischlosen Alternativ-Produkten.

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Nestlé […] hat […] in seinem Heimatmarkt eine vegane Alternative zu Thunfisch auf den Markt gebracht. «Vuna» auf der Basis von Erbsen- und Weizenprotein und mit natürlichen Aromen soll bald auch in Deutschland verkauft werden.

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die fleischlosen Alternativen […] legte[n] zuletzt um 25 Prozent im vergangenen Jahr [zu].

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[Der] Markt pflanzliche[r] Milchalternativen werde auf rund 10 Prozent geschätzt, mit stark steigender Tendenz. Der Marktanteil von pflanzlichen Wurst- und Fleischalternativen liege noch darunter. «In den kommenden Jahren wird dieser Markt mit zweistelligen Zuwachsraten im mittleren Bereich weiter kräftig zulegen»

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Alle Studien gingen davon aus, dass 10 bis 40 Prozent der tierischen Produkte durch alternative Proteinquellen ersetzt werden […] «Es gibt jetzt ein wahnsinniges Wachstum. Und es gibt keinen Lebensmittelhersteller, der das Thema nicht aufgreift.» Jeder Zulieferer und jeder Maschinenhersteller stelle sich auf diese Marktveränderung ein.

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der deutsche Gewürz-Marktführer Fuchs […] biete […] eine «VeggieFox Range» an […] – dabei handelt es sich unter anderem um Würzungen und Texturate für die Herstellung veganer Fleischersatzprodukte.

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es sei wünschenswert, dass auch die Wertschöpfungskette möglichst stark regionalisiert werde […] «Wir müssen hier auch den Anbau von Eiweißpflanzen ermöglichen, damit das Ganze auch effizient und ökologisch möglich ist.»

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Beim Sojaanbau wolle Rügenwalder Mühle künftig verstärkt auf regionale Produktion setzen […] Seit diesem Frühjahr baut das Unternehmen mit einem Partner eigenes Soja in Deutschland an. Nach der Ernte im September soll es veredelt und in den vegetarischen und veganen Produkten verwendet werden. Ist das Pilotprojekt erfolgreich, sei geplant, im nächsten Jahr zehn Prozent des Sojabedarfs aus heimischer Herstellung zu decken und diesen Anteil kontinuierlich zu steigern.

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«Fleisch und andere Massentierhaltungsprodukte schädigen das Klima; mit 18 Prozent sogar deutlich mehr als der gesamte Straßen- und Flugverkehr.» […] «Es besteht ein inzwischen unbestreitbarer Zusammenhang zwischen unserem Ernährungssystem und dem Risiko für Pandemien, wie wir sie gerade erleben.»

Um wirklich zu mehr Nachhaltigkeit in der Lebensmittelherstellung zu kommen, müsste die Branche allerdings noch weiter gehen […] Wünschenswert wäre es, wenn dem Verbraucher schon auf der Verpackung klar gesagt würde, wie viel Kohlendioxid (CO2) oder wie viel Wasser für die Produktion des Nahrungsmittels aufgewandt wurde. Die Politik müsse dafür sorgen, dass die gesamte Lieferkette vom Landwirt bis zur Lebensmittelfabrik in dieser Hinsicht transparenter werde. […] «

 

dpa :: ZEIT ONLINE :: 28.08.2020 :: Vegane Wurst: Der Appetit auf fleischloses Essen wächst :: https://www.zeit.de/news/2020-08/28/der-appetit-auf-fleischloses-essen-waechst

Sollte sich der Urheber des hier verlinkten und zitierten Artikels durch das Posten dieser Verlinkung oder dem ganz oder teilweisen Zitieren aus dem verlinkten Artikel in seinem Urheberrecht verletzt fühlen, bitte ich um einen kurzen Kommentar und einen Beleg der Urheberschaft. Das Beanstandete wird dann unverzüglich entfernt. Ich möchte, durch die Zitate, meine LeserInnen motivieren, den vollständigen Artikel des Urhebers zu lesen. | Eventuelle Werbung in optischer Nähe zu diesem Artikel stammt nicht von mir, sondern vom Social-Media-Hoster. Ich sehe diese Werbung nicht und bin nicht am Verdienst oder Gewinn beteiligt.


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» Introvertierte haben wenige Freunde. …

Ihr soziales Umfeld ist wesentlich kleiner als das von Extrovertierten. Allerdings legen sie großen Wert auf enge Freundschaften. Qualität geht vor Quantität. «

introvertiert.org


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„Wenn die Zivilgesellschaft sich zurückzieht, steigt die Gefahr für Radikalität.“

» […] Ein Weltbild, das hochgradig vereinfacht ist. Es gibt nur gut und böse, richtig oder falsch, Freund oder Feind – ohne jede Schattierung. Ein Fanatiker, egal welcher Ausprägung, ordnet alles einem Wert oder einer Ideologie unter. Beim Fremdenhasser sind es die Flüchtlinge, die für alle Probleme verantwortlich gemacht werden. Beim Veganer ist es das Tierwohl, das über allem steht. Hinzu kommt ein ausgeprägtes Missionieren: Fanatiker lassen nichts gelten außer den eigenen Ansichten.
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Durch den rasanten gesellschaftlichen Wandel fehlt vielen Menschen der Halt. Es gibt keine klare Orientierung mehr über Religion, die Stabilität der Familie ist erschüttert und auch die Berufsbiografien sind weniger planbar. Die Individualisierung der Gesellschaft, die suggeriert, dass jeder für sich selbst verantwortlich ist, bedeutet für viele eine Überforderung. Sie fühlen sich nicht mehr verankert und zweifeln an sich selbst. Durch die Zuwendung zu einem radikalen Weltbild wird diese Ohnmacht in neue Handlungsmächtigkeit verwandelt.
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Der echte Fanatiker hat alles wiedergewonnen, was er in unsicheren Zeiten verloren hat: Überschaubarkeit, Kontrolle und Stabilität. Der Fitness-Freak etwa misst und trainiert mit allerlei digitalen Hilfsmitteln seine körperliche Leistungsfähigkeit. Das Erreichen der selbst gesetzten sportlichen Ziele gibt Halt und das Gefühl, das eigene Leben im Griff zu haben. Auch radikale Veganer pflegen nicht nur eine bestimmte Ernährungsweise. Sie machen das Tierwohl zum Maß aller Dinge und fühlen sich ihren Mitmenschen moralisch überlegen.
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Bei Fremdenhassern ist offensichtlich, dass sie eine Spaltung herbeiführen wollen. Aber auch scheinbar unpolitische Phänomene wie Veganismus oder Fitnesswahn tragen zu einer Separierung von Bevölkerungsgruppen bei. Auch solche Fanatiker haben null Toleranz gegen Andersdenkende. Alles was dem eigenen Selbst- oder Weltbild widerspricht, wird ausgeblendet. So schotten sich ganze Gruppen regelrecht ab nach außen. Gesamtgesellschaftlich betrachtet ist das eine Katastrophe.
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gerade die Flüchtlinge bieten eine Projektionsfläche, die wie gerufen kam in einer Phase gesellschaftlicher Ungewissheit. Jetzt haben die Fanatiker alles greifbar: Die politische Elite […], die die Flüchtlinge alle reingeholt hat. Die Flüchtlinge, die nur Übel bringen. Und die Lügenpresse, die verzerrt berichtet. Die empfundene Unsicherheit ist etwas Schwammiges, nicht Greifbares. Mit den Flüchtlingen haben viele Menschen ein konkretes Thema gefunden, das nun wieder für Klarheit sorgt und an dem sich sich abarbeiten können.
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Wer gelernt hat, mit unsicheren Situationen mit offenem Ausgang umzugehen, ist immun gegen Radikalismus.

Wichtig ist auch die Fähigkeit, den Ereignissen im eigenen Leben einen Sinn zu geben – das nennt man Kohärenzsinn. Ganz entscheidend, damit Menschen ein grundlegendes Vertrauen in die Welt und sich selbst entwickeln können, sind frühe Kindheitserfahrungen. Wer keine sichere Bindung erfahren hat, tut sich auch später schwer, mit Unsicherheiten umzugehen.
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Menschen, die […] günstige äußere und innere Bedingungen [haben] fühlen sich dagegen in aller Regel dem Leben gegenüber gut gewappnet und neigen nur selten zu extremen Denk- und Verhaltensweisen.
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Miteinander reden! Und dabei jede Form von Überheblichkeit ablegen. Man sollte versuchen, sich in das Gegenüber hineinzuversetzen und herauszufinden, was sie eigentlich meinen. Wenn auch wir dicht machen und sagen: Mit denen wollen wir nichts zu tun haben, setzt sich die Polarisierungsspirale nur weiter fort.
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Ich habe richtig Sorge, was passiert, wenn wir in eine ökonomische Krise kommen sollten. Wenn bis dahin kein grundlegende Vertrauen oder Miteinandergefühl aufgebaut ist, werden sich Radikalisierungs-Phänomene verstärken. Deshalb ist es so wichtig, dass die Menschen sich gerade in ihrem unmittelbaren Umfeld gegenseitig unterstützen. Wenn die Zivilgesellschaft sich zurückzieht, steigt die Gefahr für Radikalität. […] «

Katja Rudolph, Ernst-Dieter Lantermann (Professor für Persönlichkeits- und Sozialpsychologie) :: Hessische/Niedersächsische Allgemeine, HNA :: 01.12.2016 :: „Unsicherheit macht fanatisch“: Was Extremsportler, Veganer und Rechtsradikale gemeinsam haben :: https://www.hna.de/kultur/was-extremsportler-veganer-und-rechtsradikale-gemeinsam-haben-9507621.html

Teile und herrsche. Die Herrschenden befördern ja geradezu die Radikalisierung und Spaltung der Gesellschaft; sie ist gewollt. Wer millionenfach Menschen anderer Kulturkreise ins Land lässt und ihnen kein nachhaltiges Angebot macht oder sie auch „zwingt“, sich zu assimilieren, der befördert Fremdenhass. Wer eine Lobbyistin der Fleisch- und Agrar-Industrie zur Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft macht, eine Ministerin, die sich politisch nur in Zeitlupe bewegt, der befördert eine Radikalisierung der Tierschützer. Wer die dramatische Klimaveränderung negiert oder verharmlost und politische Entscheidungen nur soweit trifft, dass es den Verbrauchern fossiler Energien nicht weh tut, befördert eine Radikalisierung der Klima-Bewegung. Wer sich in der Pandemie nicht offen und argumentativ mit Skeptikern der Corona-und Impf-Maßnahmen auseinandersetzt und sie verbal in eine Ecke mit Spinnern und Psychopathen stellt, der befördert eine Radikalisierung der Corona- und Impf-Skeptiker.
Damit die Mehrheit der Bevölkerung bei der nächsten Wahl wieder CDU, CSU, DIE GRÜNEN, DIE LINKEN, FDP, SPD und AFD wählt oder nicht zur Wahl geht, wird über eine bewusst beförderte Radikalisierung bestimmter Bevölkerungsgruppen die Gesellschaft gespalten und die Mehrheit verängstigt.
Die radikalisierten Bevölkerungsteile durchschauen dies leider nicht und „spielen“ das „Spiel“ der Herrschenden mit.

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