„dann wird es in einem Massenselbstmord enden.“

» […] Der Klimanotstand, in den wir uns heute hineinbewegen […] ist ein Ergebnis unserer kollektiven Unfähigkeit, Grenzen einzuhalten. Ein Wirtschaftssystem, das endloses Wachstum und endlosen Konsum verlangt, überfordert damit ständig einen Planeten, dessen Ressourcen endlich sind. Doch […] würde die gleiche Gier und Verachtung, die uns veranlasste, Krieg gegen die Erde zu führen, uns auch zu katastrophalen, endlosen Kriegen zwischen den Völkern veranlassen.
… | …
Die Industrialisierung der Kriegsführung hat uns nun in die Lage versetzt, andere Menschen und die Erde selbst in einem Ausmaß zu zerstören, die sogar Tagores Warnungen übertrifft.
… | …
„In der Tat ist das [US-]Verteidigungsministerium der weltweit größte institutionelle Erdölverbraucher und dementsprechend der weltweit größte Produzent von Treibhausgasen“
… | …
Seit dem […] Einmarsch in Afghanistan im Jahr 2001 hat das US-Militär die gigantische Menge von schätzungsweise 1,2 Milliarden Tonnen Kohlenstoff in die Atmosphäre ausgestoßen. Zum Vergleich: Die gesamten jährlichen Kohlenstoffemissionen des Vereinigten Königreichs betragen rund 360 Millionen Tonnen.
… | …
die größten Komponenten beim Kohlendioxid-Fußabdruck des US-Militärs waren Kriege und Besatzungen, die fast völlig unnötig waren. Um es derb auszudrücken: Die USA haben den Planeten für Prestigeprojekte vergiftet.
… | …
Die Abholzung der Wälder hat sich inmitten der Kriegswirren beschleunigt und die US-Streitkräfte haben, durch Müllverbrennung und andere Maßnahmen, giftige Schadstoffe in die Luft freigesetzt, die unter Verdacht stehen, für Erkrankungen der afghanischen Zivilbevölkerung und chronische Krankheiten von US-Veteranen verantwortlich zu sein.
… | …
Der Krieg führte nicht nur zu einem Anstieg der Kohlendioxidemissionen durch die Aktivitäten des US-amerikanischen Militärs, sondern auch zu einer weitverbreiteten Vergiftung der irakischen Umwelt durch den Einsatz giftiger Munition und sogenannter Brandgruben auf Militärbasen
… | …
Seit Jahrzehnten wird der starke militärische Fußabdruck der USA im Nahen Osten durch die Notwendigkeit gerechtfertigt, den Zugang zu den Ölreserven der Region aufrechtzuerhalten.
… | …
wir haben getötet, sind gestorben und haben die Umwelt verschmutzt, um den Zugang zu denselben giftigen Ressourcen sicherzustellen, die am meisten für unsere Klimazerstörung verantwortlich sind.
… | …
Selbst heute, da wir uns echten Katastrophen gegenübersehen, steht keines der Themen im Vordergrund unserer medialen oder politischen Diskussionen. […]
Solange die Krise vom Festland der Vereinigten Staaten fern bleibt, scheinen […] diese [die Krise] nicht als Notfall zu begreifen.
… | …
Das letzte Mal war die Atmosphäre vor 800.000 Jahren so kohlenstoffhaltig. Zu dieser Zeit war der Südpol eine gemäßigte Zone, in der Wälder wuchsen und die durchschnittliche globale Temperatur lag um 3 bis 4 Grad Celsius höher als heute. Der Meeresspiegel lag etwa 18 Meter höher.
… | …
Stattdessen steigen die weltweiten Nettoemissionen weiter an.
… | …
„Die einzige Abteilung in Washington, die sich ganz klar mit der Idee befasst, dass der Klimawandel real ist, ist das Verteidigungsministerium“
… | …
Das US-Militär bereitet sich auf eine düstere Zukunft mit klimabedingter politischer Instabilität, Nahrungsmittelknappheit, Ressourcenkriegen und massiven Flüchtlingsbewegungen vor. Angesichts der strategischen Bedrohung, die die eigene Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen darstellt, wurden sogar Schritte unternommen, um die eigenen Energiequellen zu diversifizieren.
… | …
Die Marine hat kürzlich eine Arbeitsgruppe wieder aufgelöst, die die Auswirkungen des Klimawandels untersuchen sollte, und untergräbt damit ein Minimum an Anstrengungen, um die Auswirkungen eines steigenden Meeresspiegels und schmelzender Eiskappen vorherzusagen.
… | …
Die nuklearen Explosionen in Hiroshima und Nagasaki gaben uns erste realistische Einblicke, wie die Zivilisation selbst enden könnte. […] Wir könnten jetzt geradewegs in eine viel größere [Katastrophe] hineinlaufen.

Das Abschmelzen der Arktis schafft nicht nur einen ökologischen Notfall, sondern […] auch ein potenzielles neues Schlachtfeld. Angesichts eines Planeten, der eindeutig an die Grenzen der Misshandlungen stößt, die er noch ertragen kann, werden immer noch die Grundlagen für weitere Ausbeutung und Gewalt gelegt.

Rabindranath Tagore […] hatte […] bereits […] vorausgesehen, was unbegrenzte Gier, militärische Expansion und Verachtung für die Umwelt für den Planeten bedeuten würde […]
Mehr als ein Jahrhundert später klingen seine Worte fast prophetisch.
… | …
„Wenn dies auf unbestimmte Zeit so weitergeht und die Rüstungsgüter sich selbst zu unvorstellbaren Absurditäten ausweiten und Maschinen und Lagerhäuser diese schöne Erde mit ihrem Dreck und Rauch und ihrer Hässlichkeit einhüllen“, warnte Tagore, „dann wird es in einem Massenselbstmord enden.“ […] «

Murtaza Hussain :: RUB|KON :: 17.10.2019 :: Krieg gegen die Welt – Der militärisch-industrielle Komplex ist einer der größten Umweltverbrecher des Planeten und für die globale Erwärmung und ökologische Katastrophe maßgeblich mitverantwortlich. :: https://www.rubikon.news/artikel/krieg-gegen-die-welt

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Wer mit Nahrungsmitteln an der Börse handelt, ist mitverantwortlich für den Welthunger.

» […] Für mich ist Greta eine grossartige Figur. Was sie sagt, ist gut, klar und überzeugend. Mein Buch hilft ja dieser Bewegung, weil es zeigt, wie der Kapitalismus den Planeten kaputt macht.
… | …
diese Jungen kommen aus dem Nirgendwo, haben den Rückhalt weder einer Partei noch einer Gewerkschaft, und dennoch sind sie millionenfach aufgestanden – das ist wunderbar. Es ist der Aufstand des Gewissens. Sie sagen: Wir wollen den Planeten erhalten, also tut endlich was! Das ist ein Generalangriff auf den Kapitalismus.
… | …
Der Kapitalismus hat eindrücklichen Reichtum geschaffen, aber es ist eine kannibalische Weltordnung.
… | …
Zwei Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, alle vier Minuten verliert jemand das Augenlicht aufgrund von Vitamin-A- Mangel, und alle fünf Sekunden verhungert ein Kind unter zehn Jahren. […] Das könnte man ändern, schliesslich wäre das Geld vorhanden.
… | …
Es gibt eine Monopolisierung der Macht. Die 18 reichsten Personen hatten 2018 so viel Vermögen wie 4,7 Milliarden Menschen, also die ärmere Hälfte der Menschheit. 18 Leute!
… | …
Die Jungen haben realisiert, dass die Staaten überdeterminiert sind und dass die Macht bei den Oligarchen des Finanzkapitals liegt.
… | …
Laut Weltbankstatistik beherrschen die 500 grössten transkontinentalen Privatkonzerne 52,8 Prozent des Weltbruttosozialproduktes. Sie haben eine Macht, wie sie nie ein König, nie ein Kaiser, nie ein Papst hatte. Sie entschwinden jeglicher staatlicher Kontrolle und funktionieren nach einem einzigen Prinzip: so viel Profit wie möglich in so kurzer Zeit wie möglich und zu jedem menschlichen Preis.
… | …
Entweder wir rehabilitieren Institutionen wie den Staat, die das Gemeininteresse vertreten und damit mit der Oligarchie brechen. Oder aber wir machen weiter wie bisher, und der Planet geht kaputt. […] Dieses Bewusstsein der eigenen Endlichkeit ist radikal neu. […] Wenn man nicht mehr atmen kann und es kein Essen mehr gibt, geht auch der Oligarch zugrunde.
… | …
Die Geschichte lehrt uns, dass keines der auf Unterdrückung ausgelegten Systeme reformiert werden konnte. […] Dasselbe Prinzip gilt für den Kapitalismus: Er kann nicht reformiert werden. Er wird letztlich unter dem Druck neuer Bewegungen implodieren.
… | …
Demokratie ist etwas Grossartiges, aber sie funktioniert leider nicht mehr richtig – das ist das Problem.
… | …
Bei Karl Marx ist es die Entfremdung, bei Georg Lukács die Verdinglichung des Gewissens. Das ist einer der grössten Erfolge der Oligarchie: nicht nur die Akkumulation von politischer und wirtschaftlicher Macht, sondern der radikale ideologische Sieg.
… | …
Wir sind das einzige Lebewesen, das sich automatisch im Anderen erkennt. Ein solches Identitätsbewusstsein ist konstitutiv, und alle grossen Ereignisse der Weltgeschichte finden aus Solidarität, Reziprozität und Komplementarität zwischen den Menschen, zwischen den Völkern statt. Dort fängt die Zivilisation an. Doch der Kapitalismus hat damit gebrochen. Er hat den Menschen zu einer reinen Warenfunktionalität degradiert.
… | …
Das freie Volk stimmt also ständig gegen seine eigenen Interessen – und dies, obwohl wir eines der gebildetsten und informiertesten Völker der Welt sind.
… | …
Das ist die Entfremdung!
… | …
Solange die Schweiz mit Nahrungsmitteln an der Börse handelt, ist sie mitverantwortlich für den Welthunger.
… | …
Entweder ändern wir die Welt, oder es machts niemand!
… | …
Unterdrückersysteme sind nicht ewig. Der Kapitalismus wird implodieren. Unter dem Druck ganz neuer Bewegungen, die kein Mensch voraussehen kann. […] «

Claudio Zemp interviewt Jean Ziegler [1] :: Cigar :: 02.12.2019 :: «DER KAPITALISMUS WIRD IMPLODIEREN» :: https://www.cigar.ch/themen/geld-geist/der-kapitalismus-wird-implodieren/

[1]: https://de.wikipedia.org/wiki/Jean_Ziegler

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»Mein Leben ist wie leise See: …

»
Wohnt in den Uferhäusern das Weh,
wagt sich nicht aus den Höfen.
Nur manchmal zittert ein Nahn und Fliehn:
Aufgestörte Wünsche ziehn
Darüber wie silberne Möwen.

Und dann ist alles wieder still. . .
Und weißt du was mein Leben will,
hast du es schon verstanden?
Wie eine Welle im Morgenmeer
Will es, rauschend und muschelschwer,
An deiner Seele landen. «

Rainer Maria Rilke :: aus: Dir zur Feier :: geschrieben für Lou Andreas-Salomé :: 1897

rezitiert von Jürgen Prochnow :: komponiert, produziert und arrangiert von Schönherz & Fleer :: Rilke-Projekt

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„Der Mensch ist ein eigenartiges Geschöpf. …

All sein Handeln ist motiviert aus Verlangen, sein Charakter geschmiedet aus Schmerz. So sehr er auch versucht den Schmerz zu verdrängen, das Verlangen zu unterdrücken, so wenig kann er sich frei machen von der ewigen Knechtschaft seiner Gefühle. Denn solange der Sturm in ihm tobt, kann er keinen Frieden finden; nicht im Leben, nicht im Tod. Und so wird er Tag für Tag alles tun, was nötig ist, der Schmerz sein Schiff, das Verlangen sein Kompass. Wozu der Mensch doch fähig ist.

Dark, Netflix

Unser Dasein besteht aus Wollen. Wollen ist Wünschen. Wünschen setzt Mangel voraus. Mangel ist Schmerz. Wir leiden Schmerzen weil wir so sind.

Wilhelm Busch


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„Ernährung ist eine Religion. Und Fleischesser sind ihre radikalsten Verfechter.“

» […] für die Erkenntnis, dass wir unseren Fleischkonsum mindestens drastisch reduzieren müssen, braucht es eigentlich nicht einmal Studien zur Abholzung des Regenwaldes, zur Sojaproduktion oder gesundheitlichen Risiken eines zu hohen Fleischkonsums. Es ist so einfach wie bitter: Für Tierprodukte leiden und sterben Lebewesen. Die Haltung von Tieren verursacht riesige Mengen an CO2 und verbraucht Unmengen an Wasser und Getreide. Die Ausscheidungen all der Tiere in Massentierhaltung schädigen Böden. Die Antibiotika, die den Tieren aufgezwungen werden, könnten Resistenzen fördern. Das sind bereits ausreichend viele Gründe. Gute Gründe. Absolut gewichtig genug, um deswegen seine Ernährung zu überdenken — und umzustellen.
… | …
die widerlichen Kommentare von Fleischessern in sozialen Medien wie Facebook [haben] den finalen Ausschlag gegeben. Sie haben mich dem Veganismus geradezu in die Arme getrieben und mich dazu gebracht, auch jetzt noch, nach meinem Fastenmonat, überwiegend vegan zu essen.
… | …
Alle empören sich über Hundeschlachtfeste in China, alle finden Kälbchen und Lämmer irre niedlich, alle sprechen sich gegen Tierquälerei aus, aber wenn ein Veganer sagt, dass er es ethisch nicht vertretbar findet, die abartig ausgeartete Massentierhaltung zu unterstützen, ist er gleich ein missionierender Fanatiker. […]
Es genügt schon seine bloße Existenz, um Fleischesser zu irrationalen, hasserfüllt provokanten Pseudo-Komödianten zu machen, die völlig unlustige Witzchen wie „darauf brate ich mir jetzt erst mal ein lecker Steak“ unter Artikel über beispielsweise die schlimmen Zustände in Großställen oder den viel zu hohen Fleischkonsum der Deutschen schreiben. Wie degeneriert muss man für sowas sein, frage ich mich?
… | …
dass täglich zwei Millionen Tiere in Deutschland unter grauenvollen Bedingungen gehalten, mit Medikamenten zugeschüttet und unter vollkommen unwürdigen Umständen getötet und zerhackstückt werden? […]
Mehr als zwei Millionen Tiere pro Tag!

Seit fast zwei Jahrzehnten pendelt der Fleischkonsum in Deutschland ziemlich stabil um die 60 Kilogramm pro Kopf und Jahr. Sechzig Kilo! […]
gut 98 Prozent des heute in Deutschland verzehrten Fleisches [stammen] aus der Massentierhaltung.
… | …
Weil ich […] weiß, […] dass dieser Horrorfilm-Stoff [ein Video aus einem Massentierhaltungsbetrieb], der da abläuft, völlig inakzeptabel ist. […] Weil wir […] verdrängen […], dass Millionen Tiere leiden und wir diesen Planeten zugrunde richten, den einzigen Heimatplaneten, den wir haben — nur, weil wir Fleisch so lecker finden.
… | …
Aussagen wie „Fleischessen gehört zu unserer Kultur“ und „das haben wir eben schon immer so gemacht“ sind so dermaßen flach und unsinnig, dass einem angesichts so viel Plumpheit kaum eine Reaktion darauf einfallen mag.
… | …
70 Prozent des weltweiten Soja-Anbaus dient allein als Futtermittel für die Fleischproduktion. Darüber hinaus gibt es kaum einen größeren Wasserverbraucher in Deutschland als die tierische Landwirtschaft. Für ein lächerliches Kilogramm Fleisch wird so viel Wasser benötigt, dass man von der gleichen Menge Wasser ein ganzes Jahr lang jeden Tag duschen könnte.
… | …
Denken wir doch mal […] darüber nach, was hinter dem in Plastik eingeschweißten Kilo Hackfleisch für 1,99 Euro stecken muss und was genau wir mit unserem Kauf unterstützen. […] «

Lisa Schönhaar :: Business Insider
:: November 2019 & 13.06.2020 :: Ich habe einen Monat lang vegan gelebt und musste mich der unangenehmen Wahrheit über Fleischesser stellen :: https://www.businessinsider.de/wissenschaft/ernaehrung/veganer-veregtarier-kommentar-einer-fleischesserin-r/

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Lassen Sie sich keine Bären aufbinden und wählen Sie nicht aus Angst und/oder Gewohnheit, die, die Sie schon immer wählten, widerstehen Sie.

Messen Sie die in den Landtagen und im Bundestag vertretenen Parteien an ihren Taten, nicht an ihren wohlfeilen Worten. Hier ein Beispiel, in dem Rot-Rot-Grün/Rot-Schwarz-Grün in Berlin/Brandenburg staatliche Infrastruktur an Private verhökert. Sie alle hängen offensichtlich an den Fäden des konzentrierten Kapitals:

» […] Zwei Drittel des Betriebs der S-Bahn sollen für 15 Jahre an Private vergeben werden, die Wagenbeschaffung und die Instandhaltung der Wagen gleich für 30 Jahre. Der nächste Schritt ist der Beginn der Durchführung – die Veröffentlichung im Tenders Electronic Daily (TED), dem Anzeiger für das öffentliche Auftragswesen in Europa. Das soll noch diesen Mai erfolgen! Die Zerschlagung ist dabei im Übrigen nur das tragische Mittel zum Zweck – zur Privatisierung der Berliner S-Bahn.
… | …
Das Land Berlin kauft formell die Wagen, nur um sie am gleichen Tag in die Hand des privaten Betreibers abzugeben. Der war dann schon in der Beschaffungsphase eingebunden und behält die Wagen dann für 30 Jahre. Danach sind die Wagen kaputt und können verschrottet werden. Und genau dann bekommt Berlin sie wieder zurück. Die sogenannte Beschaffung der Wagen durch Berlin ist eine Farce, das Eigentumsrecht an den Wagen wird bei ÖPP in gut ausgearbeiteten, oft tausendseitigen Verträgen komplett ausgehebelt. Ganz wichtig in diesen Verträgen ist der Einredeverzicht: Der besagt, dass Berlin für die Rückmietung der Wagen auch dann bezahlen muss, wenn die Qualität nicht stimmt. Öffentlich-Private Partnerschaften sind enorm teuer, verhindern die Mitsprache von Bürgern und Parlamenten über 30 Jahre, stellen einen riskanten Schattenhaushalt dar und blockieren jegliche künftige Entwicklung im betroffenen Bereich.
… | …
Aber die Kaputtsparerei auf dem Rücken der Fahrgäste war nicht die Folge von fehlendem Wettbewerb, sondern von fehlender Kontrolle! Die wurde vom Bund nicht ausgeübt, weil der die Bahn gerade auf Börsenkurs gebracht hatte. Theoretisch könnte die öffentliche Hand die S-Bahn Berlin sehr wohl kontrollieren – anders und besser als irgendeinen der möglichen privaten Betreiber! Wenn die mit der Ausschreibung zum Zug kommen, ist für 15 Jahre Schluss mit jeglicher Kontrolle oder Steuerung. Was hier Wettbewerb genannt wird, ist ja die Vergabe eines staatlichen Monopols für einen langen Zeitraum. Privatisierung eben.
… | …
Das intakte und seit 2010 weitgehend gut funktionierende Netz soll in jedem Fall zerschlagen werden. Die Ausschreibung ist explizit gegen die DB gerichtet.
… | …
die DB [ist] kein Waisenkind und schädigt das Ansehen des Schienenverkehrs seit Jahren auf unverantwortliche Weise. Aber die Lösung kann doch nicht sein, schlechte Kontrolle durch die Aufgabe jeglicher Kontrolle zu ersetzen – und dafür auch noch aus Steuergeldern Doppelstrukturen aufzubauen.
… | …
Der Werkstattbau soll für die Bieter jetzt nicht mehr verpflichtend sein, der Unsinn war so haarsträubend, dass Brandenburg dabei nicht mitmachen wollte. Jetzt macht Berlin den Unsinn aber auf eigene Kappe und will im Norden Berlins eine Werkstatt bauen, von der niemand weiß, ob sie dort gebraucht wird oder ob sie überhaupt gebraucht wird.
… | …
Ja, da gibt es dann auch Pleiten und dann fällt der Betrieb ganz aus wie bei der Städtebahn Sachsen. Oder es werden an das betroffene Bundesland exorbitante Nachforderungen gestellt, die dann auch gewährt werden, weil man sich eine Pleite nicht leisten kann, die Strecke selbst gar nicht bedienen könnte. Baden-Württemberg hat eigene Lokführer eingestellt, um seinen Chaosbetreibern beistehen zu können. Bei der S-Bahn Rhein-Ruhr musste die Vergabe von zwei S-Bahn-Linien an Keolis im September 2019 nur zweieinhalb Monate vor Betriebsübernahme wieder zurückgezogen werden, weil das Unternehmen nicht genug Personal einstellte.
… | …
Die vielgescholtene DB behält nicht nur den Betrieb der Ringbahn, ihr gehört auch das komplette Netz. Jede kleine Störung führt künftig zu Stillstand, alle lassen sofort ihre Bahnen stehen, um vom Fehler der anderen profitieren zu können, durch Regressforderungen oder um eigene Schwächen zu verdecken. Und alles landet dann vor Gericht. Die Fahrgäste haben das Nachsehen.
… | …
Wenn das mit Corona vorbei ist oder weniger wird, bleibt ja die Klimakrise. Um der begegnen zu können, müssen wir den Verkehr aktiv gestalten, weg vom Auto, hin zu klimaschonender Mobilität. Und gerade da gibt eine grüne Senatorin ein so großes und wichtiges Verkehrsnetz der Privatisierung preis? Gestern stieg in Berlin ein Autogipfel mit der Bundeskanzlerin. Da haben sicherlich einige Sektkorken auch wegen der Entscheidung vom Samstag geknallt.
… | …
Als in Berlin das Wasser privatisiert wurde, stiegen die Preise schnell um 35 Prozent. […] Das Gerede von der Qualität ist gedrechselter Politiksprech aus dem Verkaufsprospekt für eine zu verdeckende Schweinerei.
… | …
Die Rolle der LINKEN in Berlin ist tragisch. An der Umsetzung der Wasserprivatisierung war schon Wirtschaftssenator Harald Wolf, der langjährige Mentor der Berliner LINKEN, maßgeblich beteiligt. Auch Wohnungsprivatisierungen haben sie umfangreich zugestimmt, die Bestände der Deutschen Wohnen kommen wesentlich aus solchen Verkäufen. 2016 wurde die Privatisierung der Schulen eingeleitet und bis heute von der LINKEN, namentlich durch Bausenatorin Katrin Lompscher, aktiv vorangetrieben.
… | …
Die Leute haben die Privatisierungen so satt. Die Beschäftigten werden die ersten Betroffenen sein und dort rumort es gewaltig.
… | …
Es mag sein, dass sich die Spitzen von Rot-Rot-Grün in Berlin dachten, im Schatten der Corona-Epidemie wäre der politische Preis für die undemokratische Durchsetzung dieser Privatisierung geringer. Ich denke, sie täuschen sich. […] «

Carl Waßmuth, Ralf Wurzbacher :: NachDenkSeiten :: 06.05.2020 :: Berliner S-Bahn unterm Hammer. Chaos, miese Qualität und hohe Preise für beste Renditen :: https://www.nachdenkseiten.de/?p=60747

»Im Windschatten der Corona-Krise haben der Hauptstadtsenat und die Landesregierung von Brandenburg endgültig die Weichen zur Zerschlagung der Berliner S-Bahn gestellt. Damit drohen künftig neben der Deutschen Bahn bis zu drei zusätzliche Akteure für überhöhte Preise, schlechte Qualität und Chaos zu sorgen. Weitere Opfer werden die Beschäftigten, der Steuerzahler und das Klima sein. Die politisch Verantwortlichen, darunter die Linkspartei, versprechen dagegen das Blaue vom Himmel und bestreiten, dass es um Privatisierung geht. Carl Waßmuth vom Verein Gemeingut in BürgerInnenhand lässt sich keinen Bären aufbinden und ruft zum Widerstand auf. Mit ihm sprach Ralf Wurzbacher.«

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Franz Alt [1] geht in einem Kommentar der Frage nach, ob wir noch zu retten sind. :: Telepolis

In einem Punkt irrt Franz Alt: „Noch können Parteien und Politiker für dieses Überlebensprogramm bei ihren Wählerinnen und Wählern mit dem Motto werben: Die Klimakatastrophe gefährdet unseren Wohlstand und unser Leben.“ Die im Bundestag vertretenen Parteien und die Polit-DarstellerInnen beweisen seit spätestens 01.10.1982, dass sie nicht können und/oder nicht wollen. Der erste und letzte Bundeskanzler, der eine neue Politik wagte, der begann zu reformieren, war Willy Brandt und das Establishment sorgte dafür, dass er kläglich scheiterte. Erinnern Sie sich noch, wie das Kapital zu einem Investitions-Streik aufrief (eine unverhohlene Kriegserklärung des Kapitals an die Arbeit)? Die heutige Kapitalkonzentration hat sich längst ihre Oasen für die Zeit der Klimakatastrophe geschaffen (der Rub|kon berichtete darüber). Für mich steht längst fest, dass man uns unserem Schicksal überlassen wird. Es wird einzig und allein daran gearbeitet, dass es nicht zu Aufständen kommt (ein Grund, warum hier nicht über die Gelbwesten berichtet wird und aktuelle Demonstranten mit der Keule „Verschwörungstheoretiker“ „erschlagen“ werden). Ich wandele Franz Alts Satz ab: Noch können wir Parteien und Politiker wählen, die ein Überlebensprogramm haben, das die Klimakatastrophe mildert und unser Wirtschaftssystem überwindet, das Wohlstand und Besitzstand nicht verwechselt (weniger wird mehr sein) und mehr Demokratie statt Parteien-Diktatur wagen möchtet. Diese Parteien und Politiker finden Sie außerhalb des Deutschen Bundestages und des Europäischen Parlamentes.

» […] Regenwälder stehen überall in Flammen, Wüsten breiten sich auf allen Kontinenten aus, Eisberge schmelzen, die Klimaerhitzung führt zu Millionen Klimaflüchtlingen: Sind wir noch zu retten?
… | …
„Die Menschheit verliert die Kontrolle über den Zustand der Erde“ […] Die Klimakatastrophe kommt viel schneller, als sie [die Klimaforscher] diese vorhergesagt haben.

Gletscherforscher geben zu, dass das Eis heute dreimal so schnell schmilzt, wie sie es noch vor zehn Jahren befürchtet hatten […]. Das heißt: Der Meeresspiegel steigt in diesem Jahrhundert nicht nur um einige Zentimeter, wie vorhergesagt, sondern um einige Meter.
… | …
Nicht nur halb Bangladesch wird unbewohnbar, sondern betroffen sind auch New York und Shanghai, Hamburg und Bremen, Mumbay und Kalkutta, Alexandria und Rio. Jeder vierte Afrikaner lebt an der Küste und wird den Boden unter seinen Füßen verlieren. Weltweit sterben die Korallenbänke schneller als vorhergesagt (Spiegel Online: Dem Great Barrier Reef geht es so schlecht wie noch nie). Das Artensterben findet in einem Atem beraubenden Tempo statt.
… | …
Zurzeit laufen wir global eher auf fünf bis sechs Grad Erwärmung zu, das heißt an Land auf neun bis zehn Grad.
… | …
Europa wird klimatisch nicht Südeuropa, sondern Afrika.
… | …
Wir führen einen dritten Weltkrieg gegen die Natur und damit gegen uns selbst.
… | …
„Während die Klimaforscher die globale Erwärmung seit einem halben Jahrhundert zwar grundsätzlich richtig vorhergesagt haben, lagen sie bei Tempo und Ausmaß einiger Entwicklungen falsch. Allerdings haben sie diese nicht über-, sondern unterschätzt.“
… | …
Die Klimakipp-Punkte des Erdsystems werden immer wahrscheinlicher. Danach hätten wir keine Chance mehr, auf diesem Planeten als homo sapiens zu überleben.

Stephen Hawking […]: In 100 Jahren wird es auf diesem Planeten keine Menschen mehr geben.
… | …
Und wie könnte die Rettung noch aussehen?

Erstens: Bis spätestens 2035 erreichen wir 100% erneuerbare Energie
Zweitens: Rascher Ausstieg aus der Kohle und eine CO2-Bepreisung
Drittens: Rascher Einstieg in die E-Mobilität und eine Verdoppelung des öffentlichen Verkehrs
Viertens: Umstieg auf Ökolandwirtschaft
Fünftens: Weltweite Aufforstung und Begrünung der Wüsten
… | …
Intelligente Klimapolitik sichert und erhält unseren Wohlstand und garantiert die Zukunft unserer Kinder und Enkel.
… | …
Energiewende kostet. Aber keine Energiewende kostet unsere Zukunft. […] «

Franz Alt | Telepolis | Der dritte Weltkrieg gegen die Natur | 05.09.2019 | https://www.heise.de/tp/features/Der-dritte-Weltkrieg-gegen-die-Natur-4514620.html

[1]: https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Alt_(Journalist) :: https://www.sonnenseite.com/de/

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