„Wenn Max nicht mehr einfällt, als sich zu beklagen, dass sie nicht um Geheimhaltung gebeten hat, kann ich Jasmins Wunsch gut verstehen, sich einen Freund zu suchen, der ihr Vertrauen verdient.“

»[…] Mit ein wenig Einfühlung hätte Max sich klarmachen können, wie wenig spaßig [3] es für Jasmin ist, wenn er ausplaudert [2], was nur in eine intime Situation passt [1]. … | … Welcher Teufel hat Max geritten? … | … Ich vermute, es ist eine verquere Loyalität zu seinen Kumpeln, denen er auf diesem…

Der erste Schritt in einen Machtkampf.

»[…] Jeder Mensch deutet seine Vergangenheit anders. … | … Das Klingelschild mit beiden Namen ist für Karin ein Symbol mangelnder Ablösung, für Norbert ein Zeichen, dass er irgendwann dort gewohnt hat und seine Ex-Frau noch Post für ihn empfangen und weiterreichen kann. … | … Wenn Karin fürchtet, dass Norbert noch stärker an seine…

„Die Spannung zwischen den beiden wird gefährlich, sobald der liebevolle Blick auf die Schwächen des Partners verloren geht.“

»[…] Sparsamkeit ist eine Tugend, Geiz ein Laster, der Weg zwischen den beiden lässt sich in der Konsumgesellschaft nicht leicht finden. … | … Die Spannungen zwischen Max und Irene entstehen aus dem Bestreben von Max, Irene zu seinen Tugenden hin zu erziehen [1]. Das nervt, weil Irene ebenso wie Max weiß, dass es besser…

„Das Hackebeil-Prinzip.“

»[…] Sie: „Was hast du? Willst du nicht mit mir zusammenziehen?“ * Er: „Ich denke die ganze Zeit darüber nach, ob du wirklich mich meinst, oder ob ich nur praktisch bin, weil du sonst keinen hast“ * Sie: „Ich dachte, mein Vorschlag ist der beste Beweis, dass ich dich meine!“ … | … Es sind…

Ordnung vs. Unordnung – das Glück liegt in der Mitte

»[…] Solange sich der Fremde meiner Kultur fügt, muss ich mir keine Gedanken über seine machen. … | … Das mag Denkarbeit ersparen, blockiert aber eine gemeinsame Entwicklung. … | … Haushalte von Paaren, die sich die Kinderarbeit teilen wollen, sind ein interkulturelles Unternehmen, in dem Frau wie Mann Respekt verdienen. … | … Wie…

„Zu mir kommen die Leute mit ihrem Ehemüll und bitten mich, den zu trennen. Das mache ich, so gut es geht. Ich habe das Gefühl, einer sehr sinnvollen Tätigkeit nachzugehen.“

»Als renommierte Scheidungsanwältin blickt Helene Klaar regelmäßig in Abgründe ehelicher Gemeinheit – und klagt über einen Verhaltenszug, der sie vor allem bei den Frauen frustriert. … | … Ich habe ja selbst zwei Kinder. Das erste Kind war schwierig und anstrengend. Wenn Besuch kam, hat einer von uns das brüllende Kind herumgetragen, der andere hat…

„Eine spontane Geste verliert ihren Zauber, wenn sie kein Geschenk mehr ist, sondern sich dem Tauschhandel nähert.“

» […] Jörg und Nina haben in dieser Szene ihre zärtliche Welt erst spielerisch und dann ernstlich mit der ökonomischen verknüpft: Nina mit ihrer ironischen Forderung nach unaufhörlicher Massage („Nicht aufhören, das musst du jetzt den ganzen Abend lang machen!“); Jörg mit seinem Ansatz zu einer Gegenrechnung („Aber wer kommt in mein Zimmer und massiert…

Loslassen oder reden?

»[…] Wann jeder für sich sein darf und wann sich beide einander zuwenden, das sollte ein Paar nicht einander diktieren, sondern durch Verhandlungen klären. … | … Ihr Ergebnis kann die entspannte Lektüre beider beim Frühstück sein – oder die Selbstverständlichkeit des Redens über den Tag beim Morgenkaffee. … | … Die Welt der Paarberatung…

Herz und Verstand müssen synchron sein.

»[…] Es gibt unterschiedliche Liebestypen: eher treue und beständige Menschen, die auch mal eine Krise durchstehen. Und andere, die sagen: Wenn es nicht klappt, trenne ich mich eben. … | … jedes Mal, wenn man sich verliebt, denkt man wieder: Diese Liebe ist unendlich. Die Vorstellung der Unendlichkeit ist ein großer Motor im menschlichen Verhalten…

Transitional objects: a kind of magic?

»Verbote, wie sie Nika ausspricht (Trennung – Freunde bleiben, aber nur wenn die Neue niemals den Garten betritt, den sie angelegt hat), entspringen dem magischen Denken, in dem die Logik der Gefühle gilt. Wenn die böse Macht niemals den Zauberkreis überschreitet, gibt es sie nicht. … | … Solche emotional bestimmten Vorstellungen sollten unsere Orientierung…

Liebe | Hass

»Frederik hätte gern gewusst, ob es normal war, dass große Liebe nur durch eine dünne Membran von großem Hass getrennt wurde. Leider konnte er niemanden fragen, weil er niemanden kannte, der seine Freundin aufrichtig liebte.« – Juli Zeh, Unterleuten, Seite 240

Die Fallstricke der Gewohnheit.

»Erst ist es nur Freundschaft. Feiern, trinken, zusammen lachen. Plötzlich landet man im Bett miteinander. Immer noch alles ganz unverbindlich, nur „friends with benefits“. Zumindest redet man sich das ein. Aber kann das auf Dauer gut gehen? … | … Freundschaft und Sex – spricht doch nichts dagegen. Oder? … | … Ich genoss das…

Mit dem Spatzen in der Hand das Außergewöhnliche kreieren.

»[…] Für Wilhelm Schmid, Philosoph der Lebenskunst, steht der Spatz steht für das Alltägliche, die Taube für das Spektakuläre. Und wer nur Tauben will, wird unzufrieden. … | … Der Spatz steht für das Alltägliche, für das Gewöhnliche. Ich habe ihn in der Hand, das heißt, ich verfüge über ihn. Über die Taube dagegen verfüge…

Die Asymmetrie unseres Erlebens.

»[…] Es wird kaum einem Paar gelingen, sich im Urteil über das Gewicht einer Außenbeziehung zu einigen. … | … Zu mächtig wirkt die Asymmetrie in unserem Erleben: Die eigene Eifersucht ist leidvoll, die fremde aber lästig. … | … Evelyn hat die Macht ihrer Bindung an Sammy unterschätzt. … | … Sammy kann durchaus…